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Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

  • -Aktualisiert am

Ganz zufrieden: Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau. Bild: AFP

Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Russland sei ein „guter Konkurrent“, sagte der amerikanische Präsident Donald Trump am Montag beim Treffen mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin in Helsinki. Doch das Verhältnis zwischen den beiden Atommächten ist nicht so gut, wie es die beiden Männer vorgeben. Die russische Wirtschaft muss sich mit harten amerikanischen Sanktionen herumschlagen. Zudem steigt die Befürchtung, dass den Strafmaßnahmen der Amerikaner noch weitere folgen könnten. Diese Ängste sind nicht unbegründet. Am Mittwochabend präsentierte der republikanische Senator John Barrasso einen Gesetzesentwurf, der neue Sanktionen gegen die Russen fordert. Besonders das Pipelineprojekt Nord Stream 2 ist dem Abgeordneten aus Wyoming ein Dorn im Auge.

          Da erstaunt es nicht, dass Präsident Putin bei seiner Inauguration erklärt hat, dass sich sein Land vom Dollar lösen müsse. Bei Worten ist es nicht geblieben. Wie Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg zeigen, hat Russland in den Monaten April und Mai seine Position von amerikanischen Staatsanleihen um mehr als 80 Prozent auf noch 14,9 Milliarden Dollar reduziert. Beobachter gehen davon aus, dass die Verkäufe eine unmittelbare Reaktion auf die Einführung der Sanktionen vom 6. April waren. In Russland hat man sich wohl davor gefürchtet, dass der Handel mit amerikanischen Staatsanleihen für das Land bei der nächsten Sanktionsrunde erschwert wird.

          Russland investiert in Gold

          Amerikanische Staatsanleihen („Treasuries“) werden von vielen Ländern dazu benutzt, durch eigene Handelsbilanzüberschüsse erworbene Dollar anzulegen. Im Gegenzug werden Verkäufe getätigt, um die eigene Währung zu stützen. Im Zuge der Strafmaßnahmen gab der russische Rubel stark nach, und die Aktienkurse sanken. Russland investierte die freien Milliarden in andere Währungen und auch in Gold. Die russische Notenbankgouverneurin Elwira Nabiullina erklärte jüngst, dass das in der Regel in Dollar gehandelte Gold ein gutes Mittel für die Diversifizierung der Reserven sei. Gabor Vogel, Rohstoffanalyst der DZ Bank, kann das nur eingeschränkt nachvollziehen.

          „Richtig ist, dass ein schwacher Dollar in der Vergangenheit ein starker Preistreiber für Gold gewesen ist, noch stärker als eine höhere Inflation oder ein niedriger Zins“, sagt Vogel. Das heißt: Sobald der Dollar gegenüber anderen Währungen wie etwa dem Rubel schwach wird, bleibt Gold in Dollar stabil oder steigt sogar im Dollar-Wert – so die Erfahrung. Allerdings sei nicht unbedingt mittelfristig mit einem schwachen Dollar zu rechnen, gibt Vogel zu bedenken. „Deshalb ist die Strategie, sich mit mehr Gold vom Dollar etwas unabhängiger zu machen, nur sinnvoll, wenn man sie langfristig angeht und auch Preisschwankungen des Goldes durchhält“, sagte Vogel im Gespräch mit der F.A.Z.

          Viele Notenbanken, darunter die chinesische und andere asiatische, gehören seit Jahren zu den größten Goldkäufern. Die russische Notenbank ragt nach Ansicht von DZ-Bank-Analyst Vogel durchaus als Käufer unter den Notenbanken heraus. Das zeigen auch die Daten des World Gold Council: Demnach hielt Russland Ende Juli 1928 Tonnen Gold im Gegenwert von 78 Milliarden Dollar. Dies sind 250 Tonnen mehr als zu Beginn des Jahres.

          Gold -- --

          Wertmäßig hingegen besaß die Bank zu Anfang des Jahres gar etwas über 80 Milliarden Dollar an Gold. Der Grund dafür ist, dass der Goldpreis in den vergangenen Monaten stark nachgegeben hat. Zugelegt haben hingegen die Fremdwährungsreserven. Die russische Notenbank hält 278 Milliarden Dollar in fremden Valuta und besitzt damit über 10 Milliarden Dollar mehr Fremdwährungsreserven als zu Beginn des Jahres.

          Dank des hohen Erdölpreises ist eine Unterversorgung mit Dollar kein Problem für Russland. Das Land kann es sich daher leisten, weniger Dollar zu halten. Neben berechtigten Ängsten dürfte auch die schlechte Wertentwicklung der amerikanischen Staatsanleihen in diesem Jahr eine Rolle bei den Verkäufen gespielt haben.

          Doch die Veräußerungen der Dollarschuldscheine hatten wohl eine weitere Nebenwirkung: Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen legte im April auch dank der russischen Verkäufe von fast 50 Milliarden Dollar um fast 35 Basispunkte zu. Diese Begleiterscheinung dürfte die Amerikaner nicht ganz kalt lassen.

          Wenn schon eine vergleichsweise bescheidene Veräußerung von Treasuries zu einem solchen Renditeanstieg führen kann, was passiert dann, wenn das Doppelte oder Dreifache abgestoßen wird? Laut der Fed sind Staatsanleihen im Wert von mehr als 6 Billionen Dollar in ausländischen Händen. Größter Gläubiger ist China mit 1,1 Billionen Dollar. Die Möglichkeiten Pekings, am amerikanischen Anleihemarkt für Aufsehen zu sorgen, sind ungleich größer als jene Russlands.

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