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Rüstung Röchlings trennen sich von Rheinmetall

24.11.2004 ·  Die Unternehmerfamilie Röchling will ihre Beteiligung an dem Rüstungskonzern Rheinmetall vollständig abbauen. In den kommenden drei Tagen sollen die Aktien bei institutionellen Anlegern veräußert werden.

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Der Großaktionär von Rheinmetall, die Röchling Industrie Verwaltung GmbH, will sich von seinem Engagement bei dem Rüstungs- und Zulieferkonzern zurückziehen. Rheinmetall kündigte daraufhin an, seine Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln zu wollen.

Der von Röchling gehaltene Anteil von 42,1 Prozent am Grundkapital - bestehend aus 73,7 Prozent der Stammaktien und 10,48 Prozent der Vorzugsaktien - solle im Rahmens eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens institutionellen Anlegern zum Kauf angeboten werde, teilte die Röchling-Gruppe am Mittwoch überraschend mit. Die Transaktion werde von Goldman Sachs betreut.

Bekenntnis zu Rheinmetall erst zwei Wochen alt

Noch vor rund zwei Wochen hatte Röchling sich weiter zu Rheinmetall bekannt. Bereits in der Vergangenheit war allerdings wiederholt über einen Rückzug von Röchling aus dem Düsseldorfer Traditionsunternehmen spekuliert worden.

Die Unternehmerfamilie Röchling teilte nun mit, nach Abschluß der Restrukturierung von Rheinmetall die Strategie des Vorstands zu unterstützen, den Konzern strategisch weiter zu entwickeln. Nach Abschluß der Prüfung verschiedener Alternativen habe sich Röchling vor diesem Hintergrund entschlossen, Rheinmetall auf eine „starke und wesentlich breitere Aktionärsbasis“ zu stellen. Mit diesem Schritt solle die strategische Handlungsfreiheit von Rheinmetall für weiteres Wachstum in den beiden Bereichen Automotive und Defence weiter verbessert werden.Die Rheinmetall-Aktien haben am Mittwoch mit massiven Kursverlusten auf die Ankündigung des Ausstiegs des Großaktionärs Röchling und die Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktien reagiert.

Aktien leiden unter Plazierungsankündigung

Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien büßten knapp fünf Prozent an Wert ein, die Stammaktien sogar elf Prozent. „Die Äußerung von Rheinmetall, die Anteile breit streuen zu wollen, ist der entscheidende Punkt. Viele hatten darauf spekuliert, daß ein Investor den ganzen Block nimmt und dann das Unternehmen aufkauft", sagte Markus Turnwald, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. „Das konterkariert zunächst den positiven Effekt aus der Zusammenlegung von der Aktiengattungen und aus dem zu erwartenden höherem Gewicht des Unternehmens im MDax", sagte ein Händler.

In den vergangenen zwölf Monaten hatten die Stammaktien rund 80 Prozent an Wert gewonnen, die Vorzüge stiegen um 64 Prozent. Nur die Stammaktien geben dem Inhaber ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Ein Aufkäufer müßte davon die Mehrheit besitzen, um das Unternehmen zu kontrollieren.

Gewicht der Rheinmetall-Aktie im MDax wird steigen

Der von der Röchling gehaltene Anteil von 42,1 Prozent am Grundkapital - bestehend aus 73,7 Prozent der Stammaktien und 10,48 Prozent der Vorzugsaktien - solle im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens institutionellen Anlegern zum Kauf angeboten werden, hatte die Röchling-Gruppe zuvor überraschend mitgeteilt.

Durch die Plazierung und die Zusammenlegung der Aktienarten wird nach Einschätzung von Analysten die Gewichtung von Rheinmetall MDax steigern. Christian Stocker, Indexexperte bei der HVG Group, rechnet insgesamt mit einer Verdoppelung des Index-Gewichts auf 2,4 Prozent von derzeit 1,1 Prozent. Fonds, die sich am MDax orientieren, wären daher gezwungen, ihre Bestände an Rheinmetall-Aktien aufzustocken. Über mögliche Anpassung des Indexgewichtes von Rheinmetall wird die Deutsche Börse frühestens am 3. Dezember mit dem Arbeitskreis Aktienindizes beraten. Der Zusammenlegung der Aktiengattung muss noch die Hauptversammlung des Unternehmens am 10. Mai zustimmen.

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