17.03.2006 · Anleger haben mit Fonds von Energiewerten, Rohstoffen oder Metallen in einem Jahr rund 42 Prozent dazuverdient. Eine besonders heiße Investition sind Fonds, die mit Solarenergie handeln.
Die Rohstoffmärkte laufen und laufen - sehr zur Freude der Besitzer entsprechender Aktienfonds. Trotz der jüngsten Korrektur am Rohstoffmarkt haben Anleger rund 42 Prozent - auf ein Jahr gerechnet - mit Fonds verdient, die auf Energiewerte, Rohstoffe oder Metalle setzen. Auf drei Jahre sind es sogar - je nach Anlageuniversum - zwischen 80 und 200 Prozent, die Rohstoffe den Fondsbesitzern erbracht haben.
Doch nicht nur mit Aktien können Fondsanleger an der Rohstoffhausse teilhaben, mittlerweile gibt es auch Fonds, die sich rein auf die Entwicklung der Rohstoffpreise konzentrieren. Das direkte Investment in Rohstoffe war Fondsmanagern lange Zeit nicht möglich - doch das ändert sich: Mittlerweile gibt es Fonds, die etwa über Futures, Zinstauschgeschäfte und Optionen auf Rohstoffindizes direkt an börsennotierten Rohstoffen partizipieren oder sogar physische Rohstoffe erwerben.
Auf den Index kommt es an
Beispiele für solche Fonds sind der DWS Commodity Plus, der Activest Commodities und der von der Axa und der BNP Paribas aufgelegte, börsengehandelte Rohstoffonds Easy ETF GSCI. Prinzipiell gehen die Fondsmanager so vor, daß sie einen Teil der Anlegergelder in den Geldmarkt investieren und mit dem anderen Teil über Optionen, Futures oder andere Finanzinstrumente auf Rohstoffindizes setzen. Wichtig für den Anleger ist dabei zu wissen, auf welchen Index der Fonds setzt:
Das Axa-Produkt setzt auf den Goldman-Sachs-Commodity-Index, der sehr energielastig ist, der Activest-Fonds hingegen orientiert sich am Dow-Jones-AIG-Commodity-Index, der regelmäßig neu balanciert wird, damit der Index zu jeweils einem Drittel aus den Preisen von Energierohstoffen, Metallen und Agrarrohstoffen zusammengesetzt wird. Der Vorteil dieser Fonds besteht darin, daß der Anleger das reine Rohstoffinvestment bekommt - allerdings je nach Index breit gestreut. Steigt also beispielsweise der Ölpreis, während die anderen Rohstoffe nachgeben, dann tut sich im Portfolio des Fondskäufers unter Umständen wenig.
Anleger hingegen, die eine explizite Meinung über einen Teilbereich des Rohstoffuniversums haben, können diese mit Rohstoffaktienfonds gezielt umsetzen. So finden sich zu jedem Thema - Gold, Minen, Energie oder erneuerbare Energien - spezialisierte Fonds. Allerdings zieht diese Spezialisierung der Fonds auch ein entsprechend höheres Risiko nach sich, was sich in höheren Schwankungen des Anteilspreises niederschlägt.
Heiße Investition: Solarenergie
Wer einen breiter aufgestellten Rohstoffaktienfonds bevorzugt, muß allerdings genauer hinschauen, welche Anlageziele und -strategien der Fondsmanager verfolgt, bei einer entsprechend breiten Auslegung des Universums können da auch schon einmal Chemie-Aktien im Portfolio landen.
Rohstoffaktienfonds haben gegenüber den „echten“ Rohstoffonds allerdings die Eigenschaft, daß ein Anstieg der Rohstoffpreise sich nicht immer eins zu eins in der Entwicklung des Anteilswertes niederschlägt, da neben den Trends an den Rohstoffmärkten auch unternehmensspezifische Themen den Wert der Rohstoffaktien bestimmen - hat das Unternehmen schlecht gewirtschaftet oder trübt sich das Umfeld für die Branche ein, so drückt das auch auf die Aktienkurse.
Eine besonders heiße Investition unter den Rohstoffonds sind derzeit Fonds, die auf erneuerbare Energien, beispielsweise Solarenergie, setzen: Zwischen 30 und 44 Prozent jährlich haben Investoren in den vergangenen drei Jahren mit diesen Produkten verdient. Allerdings sind solche Fonds nichts für Neueinsteiger: „Fonds mit erneuerbaren Energien sind im Grunde genommen spezielle Branchenfonds innerhalb einer Branche, also extrem spezialisiert - das muß man nicht prominent gewichten“, sagt Werner Hedrich vom Fondsanalysehaus Morningstar.
Verknappung der Rohstoffe
„Sie müssen schon ein wenig Risiko vertragen; aber auf zehn Jahre können Sie da nicht soviel falsch machen“, sagt Björn Drescher von Drescher & Cie. Kurzfristig wird die Wertentwicklung dieser Fonds auch davon abhängen, wie stark weiterhin alternative Energien staatlich gefördert werden und ob die Anbieter alternativer Energien in der Lage sein werden, auch ohne staatliche Hilfen profitabel zu sein. Dennoch:
Generell führe angesichts einer sich abzeichnenden Verknappung der Rohstoffe und einer weltweit steigenden Nachfrage auf lange Frist am Thema Rohstoffe in einem ordentlichen Depot kein Weg vorbei, glaubt Drescher: „Ein Sparplan in einem Rohstoff-Fonds könnte ein echter ,Kostolany' werden: kontinuierlich ansparen und geduldig sein“, erklärt er.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |