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Rekordpreis für „Pink Star“ : 61 Millionen Euro für einen Diamanten

Farbige Diamanten sind selten und teuer. In Genf werden diese Raritäten gerade versteigert. Für den rosafarbenen „Pink Star“ wurde der Rekordpreis von 61,7 Millionen Euro gezahlt. Doch die Branche kämpft mit Problemen.

          In Genf ist am Mittwochabend der größte rosafarbene Diamant der Welt zu einem Rekordpreis versteigert worden. Ein unbekannter Käufer erwarb den einzigartigen Stein „Pink Star“ für 61,7 Millionen Euro. Gerechnet hatte das Auktionshaus Sotheby’s mit einem Kaufpreis von 60 Millionen Dollar für die 59,6 Karat schweren Preziose, die in einem Ring gefasst ist. Der nun erzielte Betrag ist damit der höchste Preis, der jemals auf einer öffentlichen Auktion für einen Edelstein bezahlt wurde. Bisher gilt der „Graff Pink“, ein 24,78 Karat schwerer Diamant, der intensiv rosa leuchtet, als teuerster Edelstein der Welt. Er wurde im Jahr 2010 für 45,44 Millionen Schweizer Franken (etwa 37 Millionen Euro) von dem Londoner Juwelier Laurence Graff ersteigert.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon am Abend zuvor hatte der größte orangefarbene Diamant, der je gefunden wurde, die Preise in neue schwindelerregende Höhen getrieben. Für diesen 14,82 Karat (0,2 Gramm) schweren Stein hatte ein unbekannter Käufer 23 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Der Diamant war im Vorfeld auf 14 bis 16 Millionen Euro geschätzt worden. Farbige Diamanten sind besonders teuer, denn sie machen nur 0,01 Prozent der Minenproduktion aus.

          Nach Aussage von David Bennett, bei Sotheby’s verantwortlich für die Schmucksparte in Europa und im Mittleren Osten, ist es kein Zufall, dass für diese Steine gerade jetzt Käufer gesucht werden. „Es gibt Momente, in denen es sich richtig anfühlt, diese absoluten Raritäten anzubieten. Jetzt ist so ein Moment.“

          Die Gründe sind die gleichen, aus denen sich Kleinanleger Goldmünzen ins Depot legen - nur auf sehr viel höherem Niveau: Die Superreichen sorgen sich um ihr Vermögen und suchen nach Sachwerten. Die Investition in Edelstein-Raritäten scheint ihnen aus zwei Gründen attraktiv: Einerseits schätzen sie die farbigen Diamanten als Statussymbole, andererseits auch als Absicherung gegen Schwankungen auf den Finanzmärkten. Als Interessenten für den „Pink Star“ gelten laut Branchenkennern vor allem wenige Mitglieder superreicher Familien aus Lateinamerika, dem Mittleren Osten oder Asien. Gerade Asiaten hätten in den vergangenen fünf Jahren viele der besonderen Steine auf dem Markt aufgekauft, heißt es. Das habe das Angebot für farbige Steine höchster Qualität deutlich reduziert und die Preise in die Höhe getrieben.

          65 Prozent der Rohdiamanten stammen aus Afrika

          Käufer und Verkäufer dieser Steine bleiben - bis auf Ausnahmen - jedoch meist im Dunklen. Der Verkäufer des „Pink Star“ ist ebenso unbekannt wie der genaue Fundort. Er stammt aus einer afrikanischen Mine des Diamantförderers „De Beers“ und wurde im Jahr 1999 als 132,5 Karat schwerer Rohdiamant gefunden. Nach mehrjähriger Bearbeitung wurde er im Jahr 2003 zum ersten Mal in Monaco ausgestellt und 2007 für einen ungenannten Betrag an eine Privatperson verkauft.

          Orangefarbener Diamant: Einem unbekannten Käufer war dieser Edelstein 23 Millionen Euro wert

          Nach Angaben des World Diamond Council, der Interessensvertretung der Diamantförderer- und händler, hat der Handel mit Diamantschmuck in der Welt jährlich ein Volumen von 72 Milliarden Dollar. Jedes Jahr werden Rohdiamanten im Wert von 13 Milliarden Dollar gefördert, von denen etwa 65 Prozent aus Afrika stammen. Von ihnen hat jedoch nur der kleinere Teil, etwa 30 Prozent, „Edelsteinqualität“ und wird zu Schmuck verarbeitet.

          „Die Nachfrage ist schlecht und die Liquidität gering“

          Etwa 70 Prozent der Rohdiamanten gehen in die Industrie, wo sie aufgrund ihrer Härte als Schneidstoff für Bohr- oder Schleifmaschinen verwendet werden. Während für die farbigen Raritäten seit einigen Jahren immer neue Rekordpreise gezahlt werden, ist der Diamantenmarkt im Allgemeinen in weniger gutem Zustand. Vor allem der Markt für Rohdiamanten hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. „Die Nachfrage ist schlecht und die Liquidität gering“, schreibt Des Kilalea, Edelsteinanalyst der Royal Bank of Canada, in einem aktuellen Marktbericht. Zudem seien in den Schleifzentren, vor allem in Indien, vermehrt synthetische Diamanten aufgetaucht. Das habe die Branche verunsichert.

          Der Diamantenmarkt hat nun schon seit einigen Jahren Schwierigkeiten. Vor allem die Preise für kleine und mittelgroße geschliffene Steine sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Nun scheinen die Preise jedoch einen Boden gefunden zu haben. Laut dem Polished Price Index sind die Preise für geschliffene Steine binnen Jahresfrist um knapp 4 Prozent gestiegen.

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