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Rating-Agenturen Börsenaufsicht erhöht den Druck

18.09.2009 ·  Rating-Agenturen sollen in Zukunft mehr Informationen bereitstellen. Auch die Bewertungen sollen en detail veröffentlicht werden. Zudem hat sich die amerikanische Börsenaufsicht für ein Verbot von Flash-Orders ausgesprochen.

Von Tim Höfinghoff
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Die amerikanische Börsenaufsicht SEC erhöht den Druck auf Ratingagenturen und hat neue Vorschriften gebilligt. Die Securities and Exchange Commission teilte mit, dass in Zukunft Kreditbewerter mehr Informationen bereitstellen müssten. So sollen künftig alle Bewertungen der Agenturen veröffentlicht werden - inklusive der Informationen, die den Bewertungen zugrundeliegen. SEC-Chefin Mary Schapiro sagte, dass die Vorschriften „die Qualität der Ratings erhöhen“ würden.

Seit der Finanzkrise stehen Ratingagenturen enorm unter Druck und wurden auch von Investoren verklagt. Unternehmen wie Fitch, Standard & Poor's und Moody's bewerten die Bonität von Wertpapieremittenten und anderen Schuldnern. Die Ratingagenturen haben insbesondere Kreditverbriefungen häufig zu Unrecht mit sehr guten Noten bewertet und gelten deshalb als Mitverursacher der Finanzkrise. Den Ratingagenturen stehen in einem Interessenkonflikt: Sie werden von den Unternehmen bezahlt, die die bewerteten Wertpapiere auf den Markt bringen.

Wettbewerb unter Ratingagenturen soll erhöht werden

Derweil kämpft auch die SEC um ihren Ruf als Finanzmarktaufsicht. Der Behörde wird vorgeworfen, sie sei vor dem Beginn der Finanzkrise zu nachlässig aufgetreten. Nun teilte die SEC mit, dass die Agenturen künftig eine Rückschau ihrer Benotungen veröffentlichen sollen. So hätten Anleger für ihre Investitionen zusätzliche Informationen. Die SEC will zudem den Wettbewerb unter den Ratingagenturen erhöhen. Sie sollen ihren Konkurrenten mitteilen müssen, wenn sie an der Bewertung von Wertpapieren arbeiten. Außerdem hat die SEC beschlossen, bei einigen ihrer Vorschriften auf Ratings zu verzichten. So würden sich Anleger bei der Wertpapierauswahl nicht mehr zu sehr auf die Bewertung der Ratingagenturen verlassen.

Derweil erhöht sich der Druck auf Ratingagenturen auch durch den Generalstaatsanwalt im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. So hatte Generalstaatsanwalt Jerry Brown in dieser Woche eine Untersuchung der Ratingagenturen angekündigt. Dabei geht es um die Bewertung von mit Krediten besicherten Verbriefungen und ihre Rolle in der Finanzkrise.

Weitere Klagen gegen Ratingagenturen sind bereits absehbar

Sein Vorwurf lautet, dass die Agenturen viele Wertpapiere als genauso sicher eingestuft hätten wie amerikanische Staatsanleihen. Dabei seien sie mit verlustanfälligen Krediten unterlegt gewesen. Brown ließ jedoch offen, welche Ratingunternehmen von der Untersuchung betroffen sind. Manche Investoren in Amerika haben die Ratingagenturen schon verklagt, darunter Calpers, einer der größten amerikanischen Pensionsfonds. Es geht bei dem Fall um Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Ratingagenturen argumentierten bisher stets, dass ihre Bonitätseinstufungen von dem Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt seien. Diese Sichtweise hatte eine Richterin in New York jedoch kürzlich zurückgewiesen. Damit sind weitere Klagen gegen Ratingagenturen bereits absehbar.

Flash-Orders sind in Deutschland verboten

Die amerikanische Börsenaufsicht hat zudem neue Regeln für Börsengeschäfte angekündigt. Sie hat sich für ein Verbot von Flash-Orders ausgesprochen. Damit sind Wertpapiertransaktionen gemeint, bei denen Händler ihr Wissen über eingehende Kundenaufträge ausnützen. Sie gehen per Computer dasselbe Geschäft ein, wenige Millisekunden bevor sie den Kundenauftrag erfüllen, und profitieren so von Preissteigerungen. Die Flash-Orders sind in Deutschland verboten, in Amerika existieren sie seit Ende der siebziger Jahre.

Kritiker argumentieren aber, dass sie bestimmten Investoren wie Hedge-Fonds Wettbewerbsvorteile verschaffen. In Amerika wurden an der Nasdaq und der New York Stock Exchange die Flash-Orders abgeschafft. Sollte es zu einem generellen Verbot dieser Transaktionen kommen, wären nicht nur der Aktienhandel, sondern auch das Optionsgeschäft betroffen.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Wirtschaft.

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