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Prognose für 2007 Lichtblick für Lebensversicherte

06.01.2007 ·  Die durchschnittliche Verzinsung bei Lebensversicherungen wird auch im Jahr 2007 auf einem bescheidenen Niveau bleiben. Trotzdem gibt es Grund zur Freude. Denn erstmals seit zwölf Jahren steigt der Zinswert wieder.

Von Stefan Ruhkamp
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Für Kunden der Lebensversicherer geht es allmählich bergauf. Der Durchschnitt der Verzinsung aus Garantie und Überschuss steigt 2007 erstmals seit zwölf Jahren wieder. Er erhöht sich von rund 4,2 auf 4,3 Prozent. Das ergibt sich aus einer Umfrage unter 28 Gesellschaften, die für mehr als zwei Drittel des Marktes stehen. In dieser Gruppe haben acht Unternehmen die Überschussbeteiligung erhöht, zwei mussten sie senken.

Die durchschnittliche Verzinsung der in Deutschland weitverbreiteten Sparform bleibt trotz der leichten Aufwärtsbewegung allerdings auf einem bescheidenen Niveau. Denn zuvor war sie vor allem von 2001 bis 2004 in drei großen Schritten von 7,1 auf 4,45 Prozent gefallen. Ursache war der Kursverfall auf den Aktienmärkten, auf denen sich viele Versicherer erst spät, zu hohen Kursen und schließlich im Übermaß engagiert hatten.

Schlussgewinne werden erst am Ende gutgeschrieben

Vom anschließenden Kursaufschwung konnten viele Anbieter nur im geringen Maß profitieren, weil die Sicherheitsmittel aufgezehrt waren und die Aufsichtsregeln deshalb zur Zurückhaltung zwangen. Obendrein fiel die Verzinsung bei der Neuanlage in Anleihen, der für Lebensversicherer mit Abstand wichtigsten Anlageklasse.

Kunden der Lebensversicherer sind etwa 30 Millionen Sparer, die ihr Geld in kapitalbildenden Renten- und Lebensversicherungen anlegen. Dazu zählen auch die meisten der staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten sowie viele Verträge in der betrieblichen Altersversorgung. Wenn nun die Überschussbeteiligungen wieder steigen, werden auch die jährlich mitgeteilten Prognosen für die Ablaufleistungen nach oben angepasst, die zuvor jahrelang nach unten korrigiert worden waren. Dafür maßgeblich sind Garantiezins und Überschussbeteiligung. Den Versicherten steht aber auch noch ein weiterer Zins zu: die Zuweisungen für Schlussgewinne, die - anders als Überschuss und Garantie - erst am Ende der Vertragslaufzeit verbindlich gutgeschrieben werden.

Je mehr Puffer, desto flexibler und risikoreicher

Diese Teile der Verzinsung spielen nach Beobachtung der Ratingagentur Assekurata eine zunehmende Rolle. „Viele Versicherer verwenden einen wachsenden Teil der Erträge für den Schlussgewinn“, sagt Jochen Specht, Bereichsleiter für Lebensversicherungen bei Assekurata. Das sei per se auch kein Nachteil. Die für Schlussgewinne bestimmten Mittel werden aufsichtsrechtlich als eigenkapitalähnliche Sicherheitsmittel gewertet.

Je mehr von diesem Puffer vorhanden ist, desto flexibler, risikoreicher und - sofern die Kurse steigen - ertragsstärker könne der Versicherer das Geld der Kunden anlegen. Bedenklich sei aber, dass manche Versicherer in ihren Beispielrechnungen gegenüber neuen Kunden nicht zwischen Überschussbeteiligung und Schlussgewinn unterscheiden, kritisiert Specht. „So kommt auch ein mäßig finanzstarker Anbieter mit einer hohen Schlussgewinnzuweisung auf wettbewerbsfähige Beispielrechnungen.“

„Dafür muss es sich in echter Notlage befinden“

Verbraucherschützer raten dazu, nur auf Garantie und Überschussbeteiligung zu achten. Denn die Schlussgewinne können in schlechten Zeiten auch wieder genommen werden. Der Hinweis ist berechtigt. An eine Kürzung für das gesamte Kollektiv sind zwar hohe Anforderungen gestellt. „Dafür muss sich das Unternehmen in einer echten Notlage befinden“, erläutert ein Sprecher der Aufsichtsbehörde Bafin. Doch die Kürzung der schon angesammelten Schlussgewinne ist auch einfacher zu haben. Meist lassen sich die Unternehmen in den einzelnen Verträgen das Recht einräumen, die für Schlussgewinne bestimmten Rückstellungen wieder streichen zu dürfen.

Solche Klauseln sind sogar erforderlich, damit die Mittel als Eigenkapitalersatz anerkannt werden. Von diesen individualvertraglichen Rechten haben viele Anbieter schon häufiger Gebrauch gemacht. Das kam vor allem in den Krisenjahren 2001 bis 2004 vor, heißt es bei der Cash.Life AG, die als Aufkäufer von „gebrauchten“ Lebensversicherungen, die andernfalls gekündigt würden, zu den größten Kunden der Branche zählt.

Quelle: F.A.Z., 06.01.2007, Nr. 5 / Seite 19
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