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Private Equity Möglichkeiten für den Privatanleger

21.06.2001 ·  Privatanleger können sich direkt kaum bei Beteiligungsunternehmen einkaufen. Sie sind auf Dachfonds oder börsengängige Vehikel angewiesen.

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Nur in Ausnahmefällen dürfte sich ein Privatanleger direkt bei einem Beteiligungsunternehmen engagieren können. Denn die finanziellen Anforderungen sind hoch, ebenso der Zeitbedarf, um informativ immer auf dem Laufenden zu sein.

Als Alternativen bieten sich die börsennotierten Gesellschaften oder Dachfonds an. Sie bieten zwar eine gewisse Handelbarkeit der entsprechenden Anteile, sind aber bei näherem Hinschauen trotzdem nicht ganz problemlos.

Bewertungsproblem an der Börse

Bei den börsennotierten Beteiligungsgesellschaften besteht ein akutes Bewertungsproblem. Denn woran soll sich der Börsenkurs orientieren, wenn nicht am inneren Wert der einzelnen Beteiligungen? Fragt sich nur, wie der ermittelt werden kann, wenn für diese kein vergleichbarer Marktpreis zur Verfügung steht. Ein Analyst ist praktisch gezwungen, für jede einzelne Beteiligung die zukünftigen Gewinne abzuschätzen, die in der Summe dann so etwas wie einen „fairen Wert“ darstellen können.

Ganz abgesehen von möglichen Irrtümern bei der Ergebnisschätzung mag dieses Prinzip für etablierte Unternehmen mit erprobtem Geschäftsmodell zwar noch anzuwenden sein. Schwierig dürfte es allerdings mit „Start-Ups“ oder forschenden Unternehmen werden, die sich gewissermaßen mit der technologischen Zukunft befassen und ganz sicher nicht auf Anhieb Gewinne abwerfen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in Deutschland gehandelte Beteiligungsfirmen recht unterschiedliche Kennzahlen aufweisen.

So hat etwa die Deutsche Beteiligungs AG ein Kurs-Buch-Verhältnis von 2,41 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 13 und WCM ein Kurs-Buch-Verhältnis von 2,71, bei einem KGV von etwas mehr als elf. Beide Aktien haben in den vergangenen 18 Monaten erheblich an Wert eingebüßt. Wenn auch nicht so katastrophal wie Augusta Technologie, die knapp 80 Prozent ihres Wertes verloren hat oder auch United Internet mit Kursverlusten von mehr als 90 Prozent.

Nette Kursgewinne konnte dagegen verzeichnen, wer Anfang des Jahres 2000 in die Autania AG für Industriebeteiligungen investiert hat. Immerhin hat sich der Kurs in der Zwischenzeit mehr als verdoppelt. Bei Adv.orga Beteiligungen hat sich der Kurs seit Anfang 2000 in etwa verfünffacht - und das bei einem KGV von ungefähr 16. Fazit: Ist es für einen Anleger schon schwierig, selbst bei einzelnen Großunternehmen immer auf dem Laufenden zu sein, so wird das bei Beteiligungsgesellschaften noch komplexer.

Dachfonds recht teuer

Das Bewertungsproblem kann er zwar mit dem Kauf eines Dachfonds lösen und gleichzeitig einen gewissen Diversifikationseffekt erzielen. Denn der Fond investiert in der Regel in mehrere Beteiligungsgesellschaften mit unterschiedlichen Anlagestilen. Allerdings sind die Kosten nicht ganz unerheblich.

So fallen beispielsweise beim PEP 3 der BHF-Bank, das ist eine Kommanditgesellschaft zum Erwerb von Beteiligungen an Wachstums- und mittelständischen Unternehmen, ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent, einmalige Konzeptionskosten von 2,5 Prozent und eine laufende Tätigkeitsvergütung von einem Prozent pro Jahr an. Bei großem Erfolg möchte der geschäftsführende Kommanditist sogar mit zehn Prozent beteiligt werden. Daneben ist die Einstiegshürde mit einer Mindestbeteiligung von 250.000 Euro relativ hoch und eine Kapitalrückführung ist erstmals für die Jahre 2004 oder 2005 vorgesehen.

Stehen diese Forderungen noch offen im Prospekt, so sollte der Anleger bei anderen Initiatoren unbedingt einen kritischen Blick ins „Kleingedruckte“ werfen. So sind beispielsweise in der Schweiz bei verschiedenen Beteiligungsgesellschaften Vergütungsmodelle bekannt, die an „modernes Raubrittertum“ erinnern und vor allem den Initiatoren nutzen.

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