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Private Equity "Dax wird Spielwiese der Hedge-Fonds"

16.09.2005 ·  Auf die erste Übernahme eines Dax-Unternehmens durch eine Beteiligungsgesellschaft (Private Equity) müssen Anleger hierzulande wohl noch lange warten. Permira-Partner Krenz zumindest hält die Risiken für Private Equity zu hoch.

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Auf die erste Übernahme eines Dax-Unternehmens durch eine Beteiligungsgesellschaft (Private Equity) müssen Anleger hierzulande wohl noch lange warten. Dies glaubt zumindest Thomas Krenz: "Der Dax wird die Spielwiese der Hedge-Fonds werden", sagt der Deutschland-Chef der britischen Beteiligungsgesellschaft Permira. Für Private Equity seien die Risiken dagegen unkalkulierbar. Die Finanzierung solcher Transaktionen sei für die Branche zwar kein Hindernis mehr. Das Problem sei jedoch, daß in Deutschland die Regeln für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) und die Regulierung des Übernahmemarktes noch in den Kinderschuhen steckten.

Fehlende Standards und Damoklesschwert Aktionärsklagen

Es gebe hierzulande nicht wie etwa in Spanien oder Großbritannien Standards, die einen effizienten Übernahmeprozeß erlauben würden. Obendrein gebe es Risiken durch Aktionärsklagen, die eine Übernahme verzögern oder verteuern (Spruchstellenverfahren) könnten. Gerade bei Dax-Gesellschaften, wo der Großteil der Aktien in Streubesitz liege, sei dieses Risiko erheblich. "Ich halte deshalb die Übernahme eines Dax-Unternehmens durch Private Equity nicht für durchführbar." Das Feld würden sich die Hedge-Fonds nehmen, wie sich schon in einige Fällen zeige. Sie benötigten zur Verfolgung ihrer Ziele im Gegensatz zu Private-Equity-Gesellschaften nur Minderheitsbeteiligungen.

Die Schlagzahl, mit der die Private-Equity-Branche in Deutschland Unternehmen kauft, scheint in jüngerer Zeit abgenommen zu haben. Krenz glaubt gleichwohl, daß das Jahr 2005 auch unter Ausklammerung der Immobilientransaktionen ein weiteres Wachstumsjahr für Private Equity sein wird. Er räumt freilich ein, daß der Wettbewerb im Übernahmegeschäft an Intensität gewinne. "Die industriellen Käufer sind wieder da", sagt er mit Blick auf eine Reihe von Fällen (Telering, Wind, Amena, Flender), wo Beteiligungsgesellschaften zuletzt gegenüber industriellen Erwerbern das Nachsehen hatten.

Nützliche Heuschreckendebatte

Die "Heuschreckendebatte" ist nach Krenz' Einschätzung letztlich nützlich für die Branche gewesen. Die Diskussion habe sich relativ schnell versachlicht, die Branche sei sichtbarer geworden. Gleichwohl sieht Krenz weiterhin Nachholbedarf in der Kommunikation. Leider werde in der ganzen Debatte noch zu oft die Risikobereitschaft der Private-Equity-Fonds ausgeklammert. Beispielsweise habe es im Falle des Kabelkanals Premiere außer Permira so gut wie niemanden gegeben, der seinerzeit bereit gewesen wäre, zu investieren.

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