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Pakistan Letzte Rettung IWF

28.10.2008 ·  Kurz vor dem Kollaps steht Pakistan. Die politisch instabile Lage und die vergebliche Verteidigung der Rupie haben die Devisenreserven binnen kürzester Zeit nahezu erschöpft.

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Kurs vor dem Kollaps scheint Pakistan zu stehen. Die Rating-Agentur Moody's senkte ihre Bonitätseinschätzung am Dienstag auf „B3“ von „B2“. Dennoch behielt sie ihren negativen Ausblick bei.

Dies begründete sie mit der weiter verschlechterten Liquiditätslage des Landes, die sich durch unzureichende Maßnahmen der Regierung und zögerliche Zusammenarbeit mit möglichen internationalen Geldgebern weiter zugespitzt habe.

Investoren zunehmend auf dem Rückzug

Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes dürfte von 6 Prozent im vergangenen Jahr auf nun nur noch etwa 4 Prozent fallen, schätzen Analysten. Angesichts der politischen Wirren, der Anschläge und der Eingriffe der Regierung fällt es ihr immer schwerer, Ausländern den Gang nach Pakistan schmackhaft zu machen. Im Gegenteil, nach jedem Anschlag ziehen Investoren Kapital ab.

Die schlechten Bonitätsbewertungen machen es der Regierung praktisch unmöglich, Geld auf dem freien Markt aufzunehmen. Nun gehen der Atommacht die Mittel aus, ihre Staatsschulden zu begleichen. Pakistans Devisenschatz bei der Zentralbank ist innerhalb eines Jahres um 70 Prozent auf nur noch 4,3 Milliarden Dollar gefallen; die Auslandsverschuldung liegt beim Zehnfachen. Neben den hohen Ölpreisen sorgte auch der aggressive Verkauf von Dollar durch Pakistans Zentralbank zur Stützung der Rupie für das Wegschmelzen.

Das Haushaltsdefizit liegt bei fast 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Reserven reichten gerade noch, um die Importe für gut zwei Monate zu sichern. Auslandsinvestitionen dürften in diesem Jahr allenfalls noch 3 Milliarden Dollar betragen, nach gut 5 Milliarden Dollar im vergangenen Fiskaljahr.

Steinmeier ruft zu Hilfsmaßnahmen auf

Moody's-Analystin Aninda Mitra sagte, das Ausbleiben einer zeitnahen Hilfe aus Saudi-Arabien, China, den Vereinigten Staaten und anderen befreundeten Ländern und verzögerte Auszahlungen der Weltbank hätten das Vertrauen der Investoren weiter erschüttert.

Sie sieht in einem Rettungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) die letzte Rettung für Pakistan. Doch selbst ein solches Programm werde die Zahlungsfähigkeit des Landes, einschließlich einer im Februar 2009 fällig werdenden Anleihe, nicht völlig sicherstellen. „Die Unsicherheit über Ausmaß, Zeitnähe und Dauer eines IWF-Programms sind die Hauptgründe dafür, den negativen Ausblick der Ratings beizubehalten“, sagte die Analystin.

Auch Bundesaußenminister Steinmeier, der sich derzeit in Pakistan befindet, hat die internationale Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, Pakistan schnell bei der Bewältigung der Folgen der internationalen Finanzkrise zu helfen. Der Weltwährungsfonds müsse dem vom Staatsbankrott bedrohten Land innerhalb der nächsten sechs Tage einen „angemessenen Kredit“ gewähren. Gleichzeitig sagte Steinmeier Pakistan eine „deutliche Erhöhung“ der deutschen Entwicklungshilfe zu.

Mittelfristiges Krisenszenario

Die Anleihen des Landes haben in den vergangene Monaten sehr unterschiedlich reagiert. So rechnen die meisten Anleger wohl damit, dass die im Februar 2009 bedient wird. Deren Kurs ist seit Ende September vergleichsweise moderat um lediglich 12 Prozentpunkte auf zuletzt 83 Prozent gefallen.

Anders dagegen die Anleihen mit mittlerer Laufzeit. Das 2017 fällige und mit 6,875 Prozent verzinste Papier rentiert mit 32,6 Prozent, der 2016 fällige Bond mit einem Kupon von 7,125 Prozent mit 23,64 Prozent. Hoffnung scheint es dagegen für den 2036 fälligen Langläufer zu geben, der kurioserweise nur mit 9,3 Prozent rentiert.

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