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Ölpreis Rohöl kann noch teurer werden

10.07.2007 ·  Der Ölpreis bleibt dauerhaft hoch. Im jüngsten Bericht zum Markt für Rohöl warnt die Internationale Energie-Agentur mit Blick auf die kommenden fünf Jahre vor einer Ölknappheit. Die Nachfrage steigt weiter um rund zwei Prozent im Jahr.

Von Kerstin Papon
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Die Verbraucher müssen sich auf einen dauerhaft hohen Ölpreis einstellen. In ihrem jüngsten Bericht zum Markt für Rohöl warnt die Internationale Energie-Agentur (IEA) mit Blick auf die kommenden fünf Jahre vor einer Ölknappheit. Den in absehbarer Zeit drohenden Versorgungsengpass begründen die Experten der Pariser Organisation damit, dass sich das Ungleichgewicht am Ölmarkt ausweiten wird. Die internationale Nachfrage nach Rohöl steige voraussichtlich kräftig, während das Angebot bis zum Jahr 2012 wohl nicht in gleichem Maße zunehme.

Seit vier Jahren währt schon die Hausse am Ölmarkt. Gemessen an der Nordseesorte Brent ist der Ölpreis derzeit dem im vergangenen Jahr erreichten Rekordwert nahe. In London wurde am Dienstag ein Barrel (rund 159 Liter) Brent mit Preisen um rund 75,50 Dollar gehandelt. Im August 2006 waren es in der Spitze 78,64 Dollar je Barrel. Zu diesem Allzeithoch fehlen noch etwa 3 Dollar oder 4 Prozent.

Nachfrage nimmt jährlich um 2,2 Prozent zu

Konkrete Preisprognosen sind in dem Bericht der IEA zwar nicht enthalten. Aber die Experten der IEA zeichnen ein Bild, das Preissteigerungen auf dem Ölmarkt verheiße, stellen Analysten von Barclays Capital fest. Nach Schätzungen der IEA dürfte die Nachfrage nach Rohöl in den Jahren 2007 bis 2012 jährlich um 2,2 Prozent zunehmen - was einer Ölmenge von 9,6 Millionen Barrel täglich entspricht. Im Februar waren die Ölexperten noch von einem Anstieg um 2 Prozent ausgegangen. Die Vorhersagen zum Wachstum des Angebots, das nicht aus den Erdöl exportierenden Ländern (Opec) stammt, belaufen sich für den entsprechenden Zeitraum auf nur 2,6 Millionen Barrel täglich.

Daher dürfte die Abhängigkeit der Ölverbraucher von dem in den Mitgliedstaaten der Opec produzierten Rohöl stark zunehmen, heißt es in dem IEA-Bericht weiter. Die freien Förderkapazitäten der Opec werden sich bis 2012 spürbar einengen. Die möglichen Konsequenzen aus der Kombination von nur niedrigen freien Opec-Reserven und geringem Wachstum der Ölproduktion in den Nicht-Opec-Ländern gäben Anlass zur Besorgnis, vor allem, da sie einhergingen mit einer voraussichtlich ebenfalls angespannten Marktsituation bei Erdgas. Dora Borbély, Rohstoffexpertin der Deka-Bank, rechnet dagegen von 2010 an mit einer Entspannung am Ölmarkt durch eine merkliche Ausweitung des Angebots. Die Zeit des billigen Rohöls sei aber vorbei.

Biotreibstoff kann nicht viel ersetzen

Der wachsende Bedarf an Rohöl gründe sich vor allem auf eine stärkere Ölnachfrage der nicht zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehörenden Länder, besonders in Asien (China und Indien) sowie dem Nahen Osten, heißt es in dem IEA-Bericht. Hier dürfte die Nachfrage mehr als dreimal so stark wachsen wie in den OECD-Ländern selbst. Zwar werde der Ölverbrauch in diesen aufstrebenden Ländern je Einwohner weiterhin unterhalb desjenigen in den OECD-Staaten bleiben, allerdings dürfte der Anteil dieser Länder am weltweiten Ölverbrauch von derzeit 42 Prozent bis zum Jahr 2012 auf 46 Prozent steigen, sagen die IEA-Experten vorher.

Den Prognosen der IEA liegt ein geschätztes Wirtschaftswachstum weltweit von rund 4,5 Prozent jährlich zugrunde. Der IWF sieht dieses Wachstum für 2007 zum fünften Mal in Folge in der Nähe von 5 Prozent. Sollte sich das Wachstum zwischen 2008 und 2012 auf beispielsweise 3,2 Prozent jährlich verlangsamen, würde sich daraus noch immer eine Zunahme der Ölnachfrage um 1,7 Prozent ergeben, rechnet die IEA vor. Eine gewisse Entlastung versprechen sich die Ölexperten von alternativen Energierohstoffen. Zwar dürfte dieser Bereich in den kommenden Jahren stark wachsen, allerdings wird Biotreibstoff nach Schätzung der IEA im Jahr 2012 kaum mehr als 2 Prozent der weltweiten Ölproduktion ersetzen.

Quelle: F.A.Z., 11.07.2007, Nr. 158 / Seite 19
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