27.05.2009 · Der Verkauf dreier Marken der defizitären Tochtergesellschaft Primera wird zwar mehr als die Hälfte des Grundkapitals von Escada aufzehren. Doch zugleich wird ein großes Liquiditätsleck gestopft. Als nächstes haben die Anleihegläubiger über die Zukunft des Konzerns zu entscheiden.
Der Luxusmodekonzern Escada hat sich im Kampf um sein Überleben von seinen Marken Laurèl, Cavita und Apriori getrennt. Die drei in der Tochter Primera gebündelten Gesellschaften werden von der Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares übernommen. Escada hatte seit langem einen Käufer gesucht. Die vierte Primera-Marke Biba konnte der Konzern bislang nicht verkaufen. Das aber soll in Kürze geschehen.
Zum Kaufpreis für die drei Marken äußerte sich Escada nicht. Allerdings hatte das Unternehmen bereits am Wochenende bekanntgegeben, dass er deutlich unter dem Buchwert liegt. Der Verkauf des Großteil der defizitären Primera wird aber die akute Liquiditätsnot lindern. Zwar wird Escada nur ein bescheidener Millionenbetrag zufließen, doch vor allem wird der Abfluss von dringend benötigten liquiden Mitteln verringert.
Liquiditätsleck gestopft
Allerdings wird der Verlust im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres deutlich auf 91,7 Millionen Euro steigen und der Bilanzverlust mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufzehren. Die ordentliche Hauptversammlung hat Ende April schon eine Kapitalherabsetzung beschlossen.
Die Lage des SDax-Unternehmens bleibt somit prekär. Bis Ende Juli muss eine Restrukturierung der Finanzen gelingen. Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung des Umtauschangebotes an die Anleihegläubiger, deren Konditionen Anfang Juni bekanntgegeben werden sollen. Die Besitzer der 2005 ausgegebenen Anleihe im Volumen von 200 Millionen Euro sollen auf einen großen Teil der Rückzahlung verzichten. Die bis 2012 laufende Anleihe soll womöglich nur zu 30 Prozent zurückgezahlt werden.
Viel Verzicht für Gläubiger
Von der Akzeptanz des Umtauschangebotes hängt die Zukunft von Escada ab. Wird das Angebot angenommen, verläuft die ab Mitte Juli geplante Kapitalerhöhung erfolgreich, die einen Mittelzufluss von 30 Millionen Euro bringen soll, so kann die Sanierung gelingen.
Zwei Drittel der Kapitalerhöhung werden schon von den Großaktionären Wolfgang und Michael Herz garantiert, sofern die Finanzaufsicht Bafin sie von einem Pflichtangebot für andere Aktionäre aufgrund des Anstiegs ihrer Beteiligung entbindet. Die Umwandlung der Anleihe würde Escada einen deutlichen Buchgewinn bringen; der Konzern könnte dann das Geschäftsjahr sogar mit einem Nettogewinn abschließen.
Im ersten Halbjahr blieb die Geschäftssituation indes unverändert kritisch. Der Umsatz brach einschließlich Primera um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro ein und lag damit am unteren Rand der Erwartungen; Primera musste ein Minus von 24 Prozent auf 151 Millionen Euro hinnehmen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |