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Neuemissionen James Bonds Filmstudio für Anleger erhältlich

 ·  Die Pinewood Shepperton plc., die sich als Europas führendes Filmstudio bezeichnet, hat ihre Aktien erfolgreich in den Handel eingeführt. Der Kurs erhöhte sich am Freitag zeitweise auf mehr als 200 Pence.

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Was verbindet Harry Potter, James Bond, Oliver Twist, Bridget Jones, Superman, Batman, Dr. No und Dr. Strangelove? All diese Figuren der Filmgeschichte wurden in den britischen Filmstudios von Pinewood Shepperton auf Zelluloid gebrannt. Was verbindet das Unternehmen mit dem Finanzmarkt? Seit gestern können Anleger Aktien der Gesellschaft an der Londoner Börse kaufen. Die Pinewood Shepperton plc., die sich als Europas führendes Filmstudio bezeichnet, hat ihre Aktien erfolgreich in den Handel eingeführt. Der Kurs erhöhte sich am Freitag vom Einführungspreis von 180 Pence zeitweise auf mehr als 200 Pence. Das Unternehmen ist damit mehr als 90 Millionen Pfund (rund 130 Millionen Euro) wert.

Das Unternehmen ist 2001 durch die Fusion der Filmstudios Pinewood und Shepperton entstanden, die beide am Stadtrand von London liegen. Kurz davor war Pinewood durch den Verkauf an leitende Mitarbeiter aus dem britischen Unterhaltungskonzern Rank ausgegliedert worden. Seither waren die Beteiligungsgesellschaften 3i sowie Inter Capital Group Miteigentümer von Pinewood Shepperton. Mit dem Börsengang haben sie sich weitgehend zurückgezogen, denn mehr als 90 Prozent des Kapitals wurden an neue Investoren verkauft.

Risiken nicht unbeträchtlich

Pinewood Shepperton lockt die Anleger mit Expansionsplänen und dem Verweis auf die vielversprechenden Aussichten der Filmindustrie. "Das ist ein guter Start, es handelt sich um eine gute Firma, die einen etablierten Namen trägt und eine gute Gewinnmarge erzielt", sagt Medienanalyst Paul Richards vom Brokerhaus Numis. Alle großen Hollywood-Firmen sind Kunden von Pinewood Shepperton, wo seit den dreißiger Jahren Filme entstehen. Die Studios erstrecken sich über ein Gelände von gut 80 Hektar, und in den nächsten fünf Jahren sollen weitere 35.000 Quadratmeter hinzukommen. Auch der Bau eines zweiten Unterwassertanks - des größten außerhalb Amerikas - ist geplant.

Die Risiken sind allerdings nicht unbeträchtlich. Das Filmgeschäft ist mit großer Ungewißheit verbunden, weil für die Kassenschlager ohne jede Garantie viel Geld investiert werden muß. Pinewood Shepperton hängt zudem von einer vergleichsweise kleinen Zahl von Kunden ab, wie das Unternehmen im Börsenprospekt selbst einräumt. Auch tragen Währungsschwankungen oft dazu bei, daß die großen Hollywood-Produzenten ihre Filme kurzfristig an günstigeren Standorten herstellen lassen. Pinewood Shepperton verweist indes auf die großzügigen Steuervorteile für die Filmindustrie in Großbritannien. Im vergangenen Jahr gaben internationale Produzenten 410 Millionen Pfund im Königreich aus, 85 Prozent mehr als im Vorjahr.

Derzeit werden bei Pinewood Shepperton der neue Harry-Potter-Film gedreht sowie Roald Dahls "Charlie und die Schokoladenfabrik", die Geschichte eines armen Jungens, der wegen seiner Unbestechlichkeit am Ende eine Schokoladenfabrik gewinnt. Ob auch die Anleger mit Pinewood Shepperton ihre Träume erfüllen, bleibt abzuwarten. Chairman Michael Grade, der kürzlich auch zum Chairman der BBC berufen wurde, verkaufte jedenfalls weniger als 1 Prozent der Aktien für 250.000 Pfund.

Quelle: chs. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2004, Nr. 107 / Seite 21
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