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Veröffentlicht: 04.04.2016, 20:28 Uhr

Neue Studie Klimawandel bedroht Billionen Dollar an Finanzvermögen

Schon bei einem Temperatur-Anstieg um 2,5 Grad könnte ein Schaden von 2,5 Billionen Dollar entstehen, so die Forscher. Das Problembewusstsein in der Finanz-Branche ist allerdings niedrig.

© dpa „Es existiert kein Szenario, in dem Vermögenswerte von den Folgen des Klimawandels unberührt bleiben.“

Die Folgen des Klimawandels gefährden einer Studie zufolge weltweit Vermögenswerte in Billionenhöhe. Schon eine Erderwärmung von höchstens zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 bedeute ein Risiko für Finanzvermögen außerhalb von Banken in Höhe von 1,7 Billionen Dollar, heißt es in der am Montag unter der Leitung der London School of Economics veröffentlichten Untersuchung.

Im Dezember hatte sich der Klimagipfel in Paris auf das Ziel verständigt, die Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Der Studie zufolge droht bei einem Anstieg von 2,5 Grad ein Schaden von 2,5 Billionen Dollar. Weltweit belaufen sich die Finanzvermögen außerhalb von Banken laut Finanzstabilitätsrat (FSB) derzeit auf 143 Billionen Dollar.

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„Unsere Arbeit weist Investoren mit einem langen Anlagehorizont darauf hin, dass wir in einer kohlenstoffarmen Welt besser dastünden, sagte der Hauptautor der Studie, Professor Simon Dietz. Pensions-Fonds sollten sich dem Themas mit Nachdruck annehmen. Viele hätten dies bereits erkannt. Generell sei das Problembewusstsein in der Finanz-Branche allerdings niedrig.

Rockefellers verabschieden sich vom Öl

„Es existiert kein Szenario, in dem Vermögenswerte von den Folgen des Klimawandels unberührt bleiben“, erklärte Dietz weiter. Dürreperioden, Hitzwellen und Überschwemmungen führten zu Migrationsbewegungen, die das weltweite Wirtschaftswachstum ausbremsten und die Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte behinderten, argumentieren die Wissenschaftler.

Schaden nehmen könnten verschiedenste Wirtschaftsbereiche auch, indem Gebäude, Brücken und Straßen durch Stürme und Fluten zerstört werden. Verluste in der Landwirtschaft drohten sich ebenfalls negativ auszuwirken. Deshalb sollten sich Investoren verstärkt für die Verringerung von Treibhausgasen einsetzen, fordern die Wissenschaftler.

Große Investoren wie Norwegens Staatsfonds haben bereits begonnen, ihre Anteile an CO2-intensiven Industrien abzustoßen. Auch die einst mit Öl-Geschäften reich gewordene Rockefeller-Familie verabschiedet sich von Anlagen in fossile Brennstoffe.

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