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Mikrokredite Wie sich Privatanleger beteiligen können

13.10.2009 ·  Mikrofinanz-Fonds investieren ihr Geld in armen Ländern. Das Risiko der Geldanlage ist gering. Die Rendite allerdings auch.

Von Harald Czycholl
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Nicht nur Großinvestoren können Geld für Mikrokredite geben - auch für Privatanleger gibt es eine Handvoll Fonds, die das Geld an Menschen in Dritte-Welt-Ländern weitergeben. Das funktioniert allerdings nur auf einem indirekten Weg: Mehrere Fonds haben sich darauf spezialisiert, in festverzinsliche Anleihen von Instituten zu investieren, die vor Ort die Kleinstkredite vergeben.

Wie für Großinvestoren, so gilt auch für Kleinanleger: Reich werden sie mit Mikrokrediten nicht. Die Renditen liegen bei wenigen Prozenten, ungefähr in der Nähe von Festgeldkonten. „Dazu kommt allerdings die soziale Rendite“, sagt Natalia Wolfstetter, Analystin bei der Fondsratingagentur Morningstar: „Wer in Mikrokredite investiert, spendet quasi einen Teil der Rendite für den guten Zweck.“

Breiteste Streuung

Außerdem sei das Risiko gering, erklärt Wolfstetter. „Mikrokredite haben nicht nur eine soziale Komponente. Sie haben auch eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen.“ Denn die Kreditempfänger in Dritte-Welt-Ländern seien unabhängig von der regionalen und weltweiten Wirtschaftsentwicklung. Das macht das Risiko überschaubar - zumal die Rückzahlungsquoten der Kleinstkreditnehmer mit mehr als 95 Prozent sehr hoch sind.

Die meisten Fonds investieren ihre Gelder zudem in vielen Ländern, von Kenia und Moçambique, Indien und Kambodscha bis zu Bolivien. So wird das Risiko gestreut, und Anleger verlieren ihr Geld nach Aussagen der Anbieter selbst dann nicht, wenn in einer Region deutlich mehr Kredite vergeben wurden, als letztlich zurückgezahlt werden - die anderen Regionen können ja immer noch Geld verdienen.

Hohe Gebühren

Doch viele Mikrokredit-Banken vor Ort haben Gewinne nicht als oberstes Ziel, sondern die Entwicklungshilfe. Deshalb sind sie auch nicht bereit, hohe Renditen an ihre Geldgeber zu zahlen.

Weiteres Geld verlieren die Anleger, weil die Management-Gebühren teils happig sind. Bei einigen Fonds liegen sie über zwei Prozent - das kann in manchem Jahr mehr sein, als dem Anleger an Verdienst übrig bleibt. „Das liegt daran, dass Mikrofinanz-Anlagen noch recht intransparent und mit hohen Transaktionskosten verbunden sind“, erläutert Roland Dominice von Symbiotics, der den Mikrofinanzfonds Dual Return der Luxemburger Fondsgesellschaft Axxion berät. Schließlich könne man nicht auf Ratings oder Informationssysteme wie Bloomberg oder Reuters zurückgreifen, sondern müsse zur Bewertung des Kreditrisikos eigene Leute in das betreffende Land schicken.

Fonds ohne Zulassung

Wer sich an Mikrokredit-Fonds beteiligen will, muss allerdings selbst aktiv bei seiner Bank oder Sparkasse danach fragen. Die Fonds sind ausnahmslos in Luxemburg registriert und in Deutschland nicht offiziell zugelassen. Deshalb dürfen die Banken sie nicht aktiv vertreiben oder Werbung dafür machen.

„Die Investition in Mikrokredit-Fonds lohnt sich für Anleger mit einem langen Anlagehorizont, die auch soziale Zielsetzungen verfolgen. Generell sollte man nur einen geringen Anteil davon im Depot haben“, sagt Fondsanalystin Wolfstetter.

Mindestens 1000 Euro muss allerdings jeder Anleger investieren. Kleinere Beträge nehmen die Fonds erst gar nicht an. Beim Dual Return Fonds müssen Anleger sogar 20.000 Euro zur Hand haben, und beim „Responsability SICAV Microfinance Leaders Q“ der Credit Suisse beträgt die Mindestanlagesumme dann eine satte Million Euro.

Aus kommerzieller Sicht sind Mikrokredite eine normale Bankdienstleistung, die eine niedrige Rendite abwirft. Das allerdings einigermaßen solide.

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