26.05.2008 · Meredith Whitney: Vor dieser Frau zittern die Banker. Meredith Whitney, Analystin von Oppenheimer und Co., hat im November 2007 den Kurs der Citigroup in die Knie gezwungen, als sie der Bank Liquiditätsnöte prophezeite.
Vor dieser Frau zittern die Banker. Meredith Whitney, Analystin von Oppenheimer und Co., hat im November 2007 den Kurs der Citigroup in die Knie gezwungen, als sie prophezeite: Die Bank wird von der Finanzkrise hart getroffen werden und dringend Geld brauchen. „Die Situation ist besorgniserregend“, schrieb sie. „Das Unternehmen hat echte Kapitalprobleme.“
Der Citigroup-Kurs sank an einem Tag um sieben Prozent. Keine Woche später trat der Vorstandschef zurück. Der Bank geht es inzwischen sogar noch viel schlechter, als Whitney prophezeite. Der Konzernerlust ist viermal so hoch wie die Analystin vorhergesagt hatte.
Schon bei Enron frühzeitig gewarnt
Schon zuvor hatte Whitney einige Trends richtig geschätzt: Beispielsweise hatte sie den amerikanischen Energiekonzern Enron früh auf der Verkaufsliste. Der verursachte später einen der größten Bilanzskandale Amerikas. Schon 2007 hatte das amerikanische Anlegermagazin „Forbes“ Whitney auch deshalb als zweitbeste Analystin ausgezeichnet.
Persönlich ist die 38-Jährige ebenso interessant. Mit einem Bachelor in Geschichte kam sie an die Wall Street und arbeitete sich dort zur angesehenen Bank-Analystin hoch. Vor zwei Jahren heiratete sie den ehemaligen Wrestler John Charles Layfield. Das erregte Aufsehen. Sie habe mal eine Liste aufgestellt, welche Eigenschaften ihr idealer Mann haben müsse, erzählte sie. Layfield hat die Kriterien offenbar erfüllt.
Auch mit sich selbst ist sie zufrieden: „Niemand hatte den Schneid, zu schreiben, was ich geschrieben habe“, sagte sie kurz nach ihrer Citigroup-Prognose, für die sie sogar Morddrohungen bekam. Noch heute watscht sie die Citigroup gerne ab: Als deren neuer Chef seinen Sanierungsplan vorstellte, kommentierte sie: „Wir fürchten, dass die Citigroup über den Punkt hinaus ist, an dem sie noch repariert werden kann.“
Norbert Barth: „Die Erfahrung lehrt, dass man mal richtig- und mal falschliegt. Letztlich gehe es um die Zukunft, und die ist unsicher. Es geht darum, öfter richtig als falsch zu liegen.“ Das sagt ein Mann, der die Kursgewinne von Linde und BASF richtig vorhergesagt und Anlegern zu ordentlichen Gewinnen verholfen hat. Norbert Barth heißt der Mann. Er beobachtet Chemieaktien seit rund 20 Jahren, zuvor für die DZ Bank und seit 1. April für die West LB. Und er steht auf den Bestenlisten der Analysten-Bewerter von AQ Research immer wieder vorne. Was er anders macht? „Ich befasse mich stark mit Rechnungslegung“, sagt er. So könne er beispielsweise besser beurteilen, ob sich eine Firmenübernahme lohnt oder nicht. Ausgezahlt hat sich das, als der Industriegasekonzern Linde 2006 den Konkurrenten BOC kaufte: Mit seiner Kaufempfehlung für die Linde-Aktie lag Barth richtig. Doch die Empfehlung ist für ihn nicht in jedem Fall das Wichtigste. Denn er arbeitet vor allem für Profi-Investoren. „Denen geht es oft darum, einen informierten Gesprächspartner als Sparringspartner zu haben.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |