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Zuschuss zur Pflegeversicherung Was bringt der Pflege-Bahr?

 ·  Die Regierung fördert künftig die private Pflegeversicherung. Fünf Euro im Monat gibt’s vom Staat obendrauf. Trotzdem lohnt es sich nicht für jeden.

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Adrian Englschalk

Anruf vom Vermittler garantiert!

Nun kennen wir die (alte) und neue Wählerschaft der FDP! Nicht nur das ehemalige Fußsoldaten von Finanzstrukturvertrieben bereits im Bundestag kräftig mitentscheiden, nein sie scheinen auch die Wählerschaft von morgen darzustellen und kräftig umworben zu werden.

So wurde vor zwei Jahren kräftig mit dem Bürgerentlastungsgesetzt Kasse gemacht, die Kinderzulage im Riesterbereich für Kinder die ab 2008 geboren wurden kletterte plötzlich auf 300 und nun werden wir uns auf Anrufe unserer Versicherungsvermittler freuen dürfen die sich in etwa so anhören dürften "Verschenken Sie auch noch Ihre 60 EUR staatliche Förderung zu Ihrer Pflegeversicherung?".

Nun möchte ich weder die Versicherungsgesellschaft angreifen, noch möchte ich den guten Willen des Herrn Bahr anzweifeln - doch solch undurchdachte und halbherzige Schritte lassen den Verdacht aufkommen, sich als Marketingabteilung der Versicherungswirtschaft missbrauchen zu lassen.

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Ariette Neumann
Ariette Neumann (Ariene) - 11.06.2012 14:31 Uhr

Für wen soll dass denn gedacht sein?

Also ich Frage mich, auf wen dieses Gesetz abzielt? Abgesehen davon, dass es genaue Vorgaben gibt, um die 5€ zu erhalten, aber der entsprechende Tarif gar nicht unbedingt für jeden Anspruch sinnvoll ist, zeigt es wieder einmal, für wen die FDP Politik macht und in welcher Welt sie lebt. Auch wenn 6-20€ nicht viel klingt, aber wenn man nur 1000netto zur Verfügung hat, kann das schon ne Mengen Geld sein. Und schließlich soll man ja auch privat für die Rente vorsorgen, sich gegen Unfälle und eine Berufsunfähigkeit versichern. - Da kann die Regierung ihre 5€ auch gern behalten. So wird man vor allem Leute, die nicht sonderlich gut verdienen (da spreche ich nicht mal von Geringverdienern) nicht dazu bringen, vorzusorgen. Wenn schon, dann doch wenigsten kaptialbildend.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 17:32 Uhr
Ariette Neumann
Ariette Neumann (Ariene) - 12.06.2012 17:32 Uhr

Teil 2

Anscheinend verstehen Sie mich auch nicht ganz richtig. Ich bin sicher niemand, der sich beschwert, "dass mir der Staat mein essen nicht kaut"...ich halte ein Grundsicherung wie sie in dtl. herrscht für richtig und wichtig. Benötige aber andererseits auch niemanden, der mir meinen A*** hinterher trägt. Aber es gibt einfach Dinge, die absolut fehl am Platz sind, und dieser Pflege-Bahr gehört sicher dazu. Mir fallen einige Dinge ein, in die die Bundesregierung sinnvoller investieren könnte, damit im Alter nicht zu viele Menschen auf die Pflege durch den Staat angewiesen sind. Statt dessen wird das Geld am falschen Ende eingesetzt oder gleich zum Fenster raus geschmissen.
Sie schreiben, es ist für Leute, die selbst vorsorgen möchten...was ist mit denen, die das gern möchten, aber nicht können? Aber es stimmt schon, wer einmal daran gewöhnt ist, am Existenzminimum (trotz Arbeit?!) zu leben, der kann das auch weiterhin tun, wenn er pflegebedürftig ist...

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Ariette Neumann
Ariette Neumann (Ariene) - 12.06.2012 17:21 Uhr

Herr Junggeburt

Nein in der Tat, in diesem Fall ging es mir nicht um Konstruktivität, genauso wenig wie der Bundesregierung.

Ich halte diese Regelung einfach für totalen Käse, um es salopp auszudrücken. Der Großteil derer, die das Geld übrig haben, um sich privat abzusichern, tun dies bereits bzw. benötigen wohl eher keine Überzeugung in Höhe von 60€. Zumal es für die meisten teurer werden wird, wenn sie NUN solange warten werden. Oder glauben Sie, dass die Beiträge in dieser Höhe bleiben werden, wenn die Versicherer nicht mehr nach Vorerkrankungen fragen dürfen oder es dann Unisex-Tarife geben wird? Die Versicherer werden das Risiko das "Schadensfalles" also in Zukunft auf alle Versicherer gleichmäßig verteilen. Das wird sehr viele 30 jährige Männer dazu veranlassen, nun noch zu warten, bis es dann 5€ für eine Versicherung gibt, die nun aber 10€ im Monat mehr kostet. Das Resultat können Sie sich vorstellen?

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Thomas Junggeburt

Frau Neumann

Hauptsache nicht konstruktiv scheint das Motto ihres Kommentars zu sein.

Erstens sind die fünf Euro nicht das Geld der Regierung, es ist unser Geld.

Zweitens ist das für die gedacht, die privat vorsorgen möchten. Wer mit seinem Geld vorher nicht auskommt, wird das auch mit dieser Förderung nicht tun. Auch für diese Leute gibt es im Pflegefall staatliche Zuwendungen.

Drittens ist es kein staatliches Dogma, dass private Renten, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsvericherungen Sinn machen können. Es handelt sich vielmehr um IHREN EIGENEN Bedarf.

Viertens fordern Sie kapitalbildende Vorsorge. Lassen Sie sich nicht aufhalten. Gibt es schon, wahlweise mit oder ohne staatliche Förderung.

Ich fürchte, es kommt der Tag, an dem sich Leute darüber beschweren, dass uns der Staat das Kauen unseres eigenen Essens zumutet. Obwohl gerade Geringverdienter doch so stark unter den Kosten der Zahnpflege leiden.

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Peter Schmidt
Peter Schmidt (voxx) - 11.06.2012 10:56 Uhr

Wer will denn schon ins Pflegeheim?

Ich erinnere mich noch an die Diskussion zur Einführung der Pflegeversicherung. Damals kam das Sozialamt für Pflegebedürftige auf. Man Argumentierte, dass es "unwürdig" sei, im Alter auf das Sozialamt angewiesen zu sein. Mit der Pflegeversicherung würde man zwar einen Beitrag zahlen, aber damit wären dann die etwaigen Pflegekosten gedeckt.

Der Staat versucht sich aus der Affäre zu ziehen und die Bürger sollen sinnlos Geld ausgeben. Wer will schon ins Pflegeheim? Es geht doch wieder nur darum, die Versicherungen zu päppeln. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft der Politiker zur Versicherungswirtschaft.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.06.2012 14:37 Uhr
Thomas Junggeburt

Ich glaube, niemand will in Pflegeheim.

Kommt aber trotzdem vor. Verursacht dementsprechend Kosten. Und die müssen nunmal auf die eine und/oder andere Weise gedeckt werden.
Der Staat versucht sich übrigens in keiner Weise aus der Affäre zu ziehen. Denn erstens wird der Staat nach wie vor hohe Anteile an diesen Kosten tragen und zweitens stellt sich natürlich die Frage, inwiefern die Deckung dieser Kosten überhaupt eine staatliche Aufgabe ist.
Beide Aspekte werfen angesichts steigender Staatsverschuldung und steigenden Pflegebedarfs die Frage auf, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.
Grundsätzlich ist die Förderung privater Risikovorsorge sicherlich nicht die dümmste Maßnahme.
Geld, dass hierfür verwendet wird, ist auch nicht sinnlos ausgegeben - mehr Bürger geben übrigens ohne mit der Wimper zu zucken mehr Geld für Ihre KFZ-Vollkasko oder ihre Hausratversicherung aus als für die Pflegeversicherung.

Ihre Erinnerungen zur Einführung der Pflegepflichtversicherung teile ich übrigens nicht. "Man argumentierte" - wer denn?

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Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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