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Zuschuss zur Pflegeversicherung : Der Pflege-Bahr ist da

Ein durchschnittlicher Heimplatz kostet mindestens 3000 Euro im Monat - das können sich die meisten nicht leisten. Bild: dpa

Pflege im Alter ist teuer. Die gesetzliche Kasse trägt im besten Fall die Hälfte der Kosten. Mit dem sogenannten Pflege-Bahr bezuschusst der Staat seit Jahresanfang den Abschluss einer speziellen Pflegeversicherung. Fast zehn Anbieter gibt es schon. Die Tarife sind attraktiv.

          Und wieder könnte ein Bundesminister dauerhaft in die Geschichte eingehen: Seit Anfang 2013 gibt es den sogenannten Pflege-Bahr, eine staatlich geförderte private Pflegeversicherung - benannt nach Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Er hofft auf ein besseres Image für die neue Versicherung als der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Walter Riester, der mit seiner vom Staat subventionierten Altersvorsorge heftig in die Kritik geriet.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Viele wichtige Versicherungsgesellschaften wie Barmenia, Debeka und Signal Iduna bieten den Pflege-Bahr schon an - und etliche weitere wollen nachziehen.

          Was der Pflege-Bahr kostet und bringt: Ein Überblick der Anbieter.
          Was der Pflege-Bahr kostet und bringt: Ein Überblick der Anbieter. : Bild: F.A.Z.

          Sein Ziel ist es, die Absicherung der Menschen im Pflegefall zu verbessern. Denn anders als die meisten denken, trägt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Für schwere Fälle, die in der Pflegestufe 3 eingeordnet werden, sind es zum Beispiel maximal 1550 Euro im Monat. Selbst ein durchschnittlicher Heimplatz kostet aber mindestens 3000 Euro, in Ballungsgebieten und mit etwas besserer Betreuung bis zu 5000 Euro.

          Eigenbeitrag wird um bis zu 50 Prozent aufgestockt

          Da tun sich im Ernstfall schnell gewaltige Lücken auf. Und das über viele Jahre, denn Pflegebedürftige liegen gewöhnlich sehr lange im Heim. Selbst bei weniger schlimmen Fällen zahlt die gesetzliche Versicherung zu wenig. Private Vorsorge für den Pflegefall ist daher notwendig, wenn man später nicht die Angehörigen zur Finanzierung heranziehen will. Das Problem dürfte sich zudem immer mehr verschärfen. Denn mit der verstärkten Alterung Deutschlands wird es auch mehr Pflegefälle geben. Steigen die Beiträge dann nicht entsprechend, werden die Leistungen der gesetzlichen Versicherung eingeschränkt werden müssen. Oder sie werden zumindest nicht an die steigenden Pflegekosten angepasst.

          Dieses Risiko ignorieren die meisten Deutschen jedoch. Nur 1,8 Millionen gesetzlich Versicherte haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Nun soll der Pflege-Bahr nachhelfen. Jede private Pflegeversicherung, die bestimmte Kriterien erfüllt, wird vom Staat mit einem Zuschuss gefördert. Und wo es was umsonst dazu gibt, greifen die Menschen bekanntlich gerne zu, ist die Hoffnung.

          Auf den ersten Blick fällt die Förderung wie ein Almosen aus. Gerade einmal 60 Euro im Jahr gibt es vom Staat. Allerdings kosten die Versicherungen im günstigsten Fall auch nur 180 Euro im Jahr inklusive Zuschuss. Das heißt, der Eigenbeitrag wird um bis zu 50 Prozent aufgestockt. Das gilt allerdings nur für junge Leute. Ältere zahlen mehr Beitrag, weil die Versicherung weniger Zeit hat, mit den Beiträgen am Kapitalmarkt Geld zu verdienen, um daraus später das Pflegegeld zu bezahlen. Einen höheren staatlichen Zuschuss gibt es trotzdem nicht.

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