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Für innerdeutsche Passagiere : Bald mehr Flüge als vor der Air-Berlin-Pleite

  • Aktualisiert am

Air Berlins Abschiedsflug. Bild: dpa

Nach der Air-Berlin-Insolvenz hatten sprunghaft gestiegene Flugpreise die Kunden empört. Es lag an mangelndem Wettbewerb. Die Branche sagt jetzt: Bald gibt es sogar mehr Konkurrenz.

          Flugreisende im innerdeutschen Verkehr haben schon bald mehr Auswahl als vor der Air-Berlin-Pleite. In diesem Sommer wird das Flugangebot nach Prognose des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) größer sein als vor einem Jahr.

          Air Berlin hatte den Flugbetrieb Ende Oktober eingestellt. Für die Gläubiger der insolventen Air Berlin endete am Donnerstag die offizielle Frist, um Forderungen anzumelden. Für die rund 3200 Flugbegleiter nahm der Insolvenzverwalter Lucas Flöther Gespräche über einen Sozialplan auf.

          Nach der Aufgabe von Air Berlin waren Lufthansa oder ihre Tochter Eurowings auf manchen Strecken vorübergehend konkurrenzlos. Das führte teils zu starken Preiserhöhungen und veranlasste das Bundeskartellamt zu einer Prüfung.

          Von Oktober bis Dezember 2017 seien für die Passagiere innerdeutsch 21 Prozent weniger Sitzplätze im Angebot gewesen als im Vorjahreszeitraum, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow am Donnerstag in Berlin. „Seit Januar erhöht sich das Angebot aber wieder, im März wird die Kapazitätslücke fast vollständig kompensiert sein.“ Besonders Easyjet, Lufthansa und Eurowings stießen in die Lücke, die Air Berlin hinterlassen habe.

          Air-Berlin-Flugbegleiter haben Kündigung bekommen

          Deren Flugbegleiter erhielten erst in der vergangenen Woche die Kündigung. Zuvor hatte es einen längeren Rechtsstreit um den Kündigungsschutz gegeben. Nun seien die ersten Gespräche mit der Personalvertretung und der Tarifkommission über einen Sozialplan geführt worden, teilte Flöter mit. „Unser Ziel ist, die Hängepartie für die Mitarbeiter zu beenden und eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.“

          Die Insolvenzmasse ist allerdings so gering, dass nicht viel Geld für das Kabinenpersonal herausspringen dürfte. Der Umfang des Sozialplans sei „gesetzlich genau definiert und wird insbesondere durch die verfügbare Insolvenzmasse begrenzt“, stellte Flöther fest. Für einen Sozialplan innerhalb eines Insolvenzverfahrens erlaubt die Insolvenzordnung eine Ausgleichszahlung von maximal zweieinhalb Monatsgehältern für entlassene Arbeitnehmer.

          Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass erst die Kündigungen ausgesprochen worden seien und dann verhandelt werde. Sie teilte jedoch die Einschätzung, dass von einem Sozialplan für die Mitarbeiter letztlich nicht viel zu erwarten sei. Unabhängig davon dürfte ein Großteil der Flugbegleiter bei anderen Airlines unterkommen. Allein Easyjet will rund 1000 von ihnen beschäftigen.

          Beim Hamburger Auktionshaus Wilhelm Dechow ging am Donnerstag eine 17-tägige Online-Auktion zu Ende, bei der Inventar von Air Berlin versteigert wurde. Über das Ergebnis will Dechow am 6. Februar informieren. Im Angebot waren zum Beispiel Ledersitze, Servierwagen und Schokoherzen. Die Erinnerungsstücke wurden in einer Lagerhalle in Essen zusammengetragen.

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