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Zweitmarkt : Was ist eine Olympia-Medaille bei Ebay wert?

Eine „echte“ Goldmedaille erhielten die Olympia-Gewinner nur von 1904 bis zu den Spielen in Stockholm 1912. Bild: dpa

Echte Goldmedaillen sind in der Olympia-Geschichte eine Seltenheit. Das Material ist schlichtweg zu teuer. Aber was ist eine Goldmedaille jenseits von Rio wirklich wert?

          Der Reiter Michael Jung erhielt sie als erster Deutscher bei diesen Spielen, und die Freude über seinen Sieg überstrahlte alles. Dennoch ist nicht alles Gold, was in Rio glänzt. Denn die Goldmedaillen der 31. Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bestehen vor allem – aus Silber. So wie die Silbermedaillen. Und die Bronzemedaille sind ein Gemisch aus Kupfer und Zink, genauer gesagt Rottombak, also ein stark kupferhaltiges Messing. Erstmals 1904, aber nur bis 1912, bis zu den Spielen in Stockholm, erhielten die Olympioniken eine „echte“ Goldmedaille.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Grund liegt auf der Hand: Der Preis. Silber kostet derzeit knapp 20 Dollar je Unze. Der Goldpreis liegt dagegen bei 1340 Dollar. Eine „echte“ Goldmedaille, groß wie ein Handteller und von fast einem Pfund Gewicht, würde also rund 23600 Dollar kosten. Damit bekäme eine Mannschaft, wie etwa Fußballer, die Ruderer im Achter oder die Handballer, nach einem Sieg einen Wert von mehr als einer Viertelmillion Dollar um den Hals gehängt. Das aber will niemand zahlen. Deshalb besteht das, was die Zuschauer am Fernsehschirm für Gold halten, zu 92,5 Prozent aus Silber, 6,12 Prozent Kupfer und nur einem Überzug von 1,34 Prozent aus echtem Gold.

          Schwerste Medaillen, die je vergeben wurden

          Wenigstens wiegen die Medaillen schwer: Mit fast 500 Gramm sind es die schwersten und fast die größten, die jemals bei Sommerspielen vergeben wurden. Ein Novum ist auch ihr Design: Erstmals sind sie in der Mitte mit 11 Millimeter erhaben, am Rande aber nur 6 Millimeter dick. Geprägt wurden sie bei der staatlichen Münzanstalt in Brasilien. Und die achtete wohl auch auf Nachhaltigkeit: Fast ein Drittel des Silbers und 40 Prozent des Kupfers stammen aus wiederaufbereitetem Material. Das Gold soll ohne Einsatz von Quecksilber geschürft worden sein.

          Was aber ist eine der 812 Goldmedaillen von Rio – jenseits der weltweiten Anerkennung für den Gewinner und seiner späteren Werbeeinnahmen – wirklich wert? Derzeit liegt der Metallwert der „Goldmedaille“ bei 564 Dollar. Ginge es den Athleten nur um den monetären Wert, hätten die Gewinner 2012 am besten ausgesehen: Der Goldpreis pendelte damals um 1700 Dollar, der Anteil von 6,7 Gramm brachte die Medaille 2012 auf einen Wert von gut 700 Dollar. Im Internet gibt es echte Medaillen übrigens schon für ein paar hundert Euro zu kaufen.

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