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Studie zur Altersvorsorge : Der Osten sorgt weniger vor

Ungleich verteilt: In den östlichen Bundesländern kümmern sich nur wenige Menschen um die richtige Altersvorsorge. Bild: dpa

Die richtige Absicherung im Alter ist eines der wichtigsten finanziellen Themen. In Deutschland aber überwiegend nur in den westlichen Bundesländern - wie eine Studie der Comdirect herausgefunden hat.

          Die Vorsorge für das Alter gehört zu den wichtigsten finanziellen Themen überhaupt. Doch viele Anleger schieben sie auf die lange Bank oder vernachlässigen sie ganz. Große Unterschiede gibt es nicht nur zwischen verschiedenen Altersgruppen, sondern auch regional wie eine Studie der Direktbank Comdirect zeigt.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Demnach geht bei diesem Thema „ein Riss“ durch Deutschland. In den östlichen Bundesländern kümmerten sich die Bürger deutlich weniger um ihre Absicherung als im Westen. So zeige zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nicht einmal jeder zweite Haushalt ein Bewusstsein für das Thema Altersvorsorge. Zugleich lebten in diesen Regionen deutlich weniger Kinder in den Haushalten als im Bundesdurchschnitt, heißt es von Comdirect. Diese Kombination aus fehlender Vorsorge und geringer Kinderquote bedeute eine besonders starke Belastung für das einzelne Kind, wenn die Eltern zum Pflegefall würden.

          Die Karte zeigt, in welchen Kreisen sich am meisten Menschen nicht für Altersvorsorge interessieren. Jedes Achtel der Kreise hat eine eigene Farbe.

          Ein weiteres Ergebnis: Von den deutschen Kreisen und kreisfreien Städten liegen die 38 mit dem geringsten Interesse an der Altersvorsorge in den neuen Bundesländern, angeführt von Cottbus. Dort interessiere sich nicht einmal jeder fünfte Einwohner für Vorsorgeprodukte. Die Zahl der Kinder je Haushalt betrage zugleich nur 0,22 – im Bundesdurchschnitt seien es 0,33. Ähnlich sehe es in Rostock und Schwerin aus, wo sich drei Viertel der Bürger nicht mit der Vorsorge befassten.

          Comdirect führt das geringe Interesse auf das vergleichsweise niedrige Einkommen im Osten Deutschlands zurück. Zudem herrsche hier Unsicherheit darüber, wie Geld ohne Wertverlust angelegt werden könne. Daher sei der Anteil der liquiden Mittel am Vermögen im Osten auch höher als im Westen (71 zu 62 Prozent). Die meisten Vorsorgefans hingegen gebe es im Saarland, wo sich 86 Prozent der Haushalte für die Absicherung im Alter begeisterten, da Einkommen und Finanzaffinität über dem Bundesdurchschnitt lägen. Das geringste Interesse im Westen sei mit 45 Prozent der Haushalte in Gelsenkirchen zu finden, der Anteil der Kinder liege hier im Bundesdurchschnitt. Die Studie basiert auf bevölkerungsrepräsentativen Daten von GfK und Acxiom.

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