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Veröffentlicht: 10.02.2017, 08:59 Uhr

Erbschaft Viele Senioren brauchen das Ersparte für sich selbst

In der Generation der Erben erben längst nicht alle. Viele Senioren brauchen ihr Erspartes, um den eigenen Lebensstandard zu erhalten. Die meisten fühlen sich nicht verpflichtet, etwas zu hinterlassen.

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© © epd-bild / Rolf Schulten Golfen auf dem Kreuzfahrtschiff? Senioren genießen das Leben - und das kostet eben was.

Die Deutschen vererben und erben immer mehr. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind gleichwohl groß. Selbst in der vielbeschworenen Generation der Erben erbt daher längst nicht jeder. In Deutschland halten acht von zehn Senioren wenig davon, im Ruhestand zu verzichten, um den Nachkommen möglichst viel zu vererben. Sie wollen das Ersparte, das sie sich während ihres Berufslebens erarbeitet haben, im Alter selbst nutzen. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG.

Kerstin Papon Folgen:

Dabei geht es ihnen aber offenbar weniger um Luxus als vielmehr darum, den eigenen Lebensstandard zu halten. Denn jeder dritte Befragte gibt an, mit seiner Rente allein den gewohnten Lebensstandard nicht mehr aufrechterhalten zu können. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer rechnet zudem mit eher steigenden Ausgaben in den kommenden Jahren.

Ersparnisse und Immobilien müssen im Alter ausreichen

Mit einer längeren Lebenserwartung gingen zunehmende Kosten für Gesundheit und Pflege einher, sagt Friedrich Thiele, Vorstand der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG. Daher wachse auch das Bedürfnis der Ruheständler, die Ersparnisse für sich selbst einzusetzen. Viele Menschen müssen sich in der Tat sorgen. Ein gutes Drittel der Befragten ist zum Beispiel der Ansicht, dass die Einnahmen und Ersparnisse im Alter nicht ausreichen, um gegebenenfalls eine Pflege zu finanzieren.

Ein bedeutender Baustein der Altersvorsorge sind dabei die eigenen vier Wände. Und so halten es rund 90 Prozent der Umfrageteilnehmer gerade im Alter für extrem wichtig, eine Immobilie zu besitzen. Knapp die Hälfte hiervon gibt an, im Leben auf vieles verzichtet haben zu müssen, um in der eigenen Immobilie wohnen zu können. Fast zwei Drittel sagen daher auch, neben den eigenen vier Wänden kein beziehungsweise nur ein sehr geringes Vermögen zu besitzen.

Viele Befragte unterstützen Familie bereits zu Lebzeiten

Doch insgesamt geht es um viel Geld. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge aus dem Herbst des Jahres 2015 haben die Deutschen bis zum Jahr 2024 rund 3,1 Billionen Euro zu vererben - so viel wie nie zuvor in einem Zeitraum von zehn Jahren. Etwa zwei Drittel dieser Summe, also 2,1 Billionen Euro, gehen demnach an die nächste Generation. Die Erbschaften würden dabei zunehmend ungleicher.

Und was ergibt die aktuelle Umfrage des Immobilienunternehmens Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG noch? Es werde deutlich, dass die Senioren klar zwischen dem Vermögen und dem familiären Zusammenhalt zu unterscheiden wüssten, heißt es von der Gesellschaft. Auch bei einem intakten sozialen Gefüge der Generationen seien viele gewillt, das eigene Vermögen noch zu Lebzeiten zu nutzen. Was später mit dem Restvermögen geschieht, ist vier von zehn Befragten nicht wichtig. Nur 4 Prozent wollen den Nachkommen nichts vererben. Und mehr als ein Drittel der Befragten unterstützt die Kinder oder Enkelkinder ohnehin schon jetzt regelmäßig finanziell.

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Befragt wurden rund 1000 Senioren im Alter von 65 Jahren an. Die Umfrage ist repräsentativ im Hinblick auf die Wohnsituation der Befragten, also darauf, ob sie zur Miete oder in ihrem Eigentum wohnen und ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben - nicht jedoch hinsichtlich Bildung.

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