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Vergleich mit Österreich : Deutsche Rentner sind schlecht abgesichert

  • Aktualisiert am

Der entspannte Herbstspaziergang fällt dem österreichischen Rentner leichter. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Deutschen bekommen im OECD-Vergleich wenig Rente. Vor allem gegenüber dem Nachbarland Österreich schneiden sie schlecht ab.

          In Deutschland sind Arbeitnehmer durch die gesetzliche Rente weit weniger gut abgesichert als in Österreich. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. So erhielten etwa langjährig versicherte Männer, die 2013 in Deutschland neu in Rente gingen, eine monatliche Altersrente von im Schnitt 1050 Euro. In Österreich kam ein vergleichbarer Neurentner dagegen auf 1560 Euro - bei 14 Auszahlungen pro Jahr.

          Auch für die heute Jüngeren seien die Rentenperspektiven in Österreich wesentlich besser als in Deutschland. In Österreich gebe es mit 22,8 Prozent aber auch höhere Beiträge für die gesetzliche Rente, weil die Altersversorgung nach wie vor weitgehend auf die umlagefinanzierte Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) stützt, in die auch die Selbständigen und schrittweise Beamte einbezogen werden. In Deutschland wurde hingegen die Versorgungsleistung zum Teil den Bürgern überlassen, um den Beitragssatz in der GRV zu stabilisieren.

          Deutsche Arbeitnehmer müssten aber mit 18,7 Prozent nur dann weniger für die Altersvorsorge aufwänden, wenn die vier Prozent Beitragssatz zur zusätzlichen Riester-Vorsorge nicht mit eingerechnet würden. Obwohl die österreichischen Arbeitgeber mit 12,55 Prozentpunkten einen höheren Anteil des Rentenbeitrag trügen als in Deutschland, sei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs seit Beginn der Reformen dennoch günstiger gewesen als die Deutschlands. Die Arbeitsproduktivität pro Stunde etwa sei in Österreich mit 19 Prozent stärker gewachsen als in Deutschland mit 17 Prozent.

          Einen wichtigen Grund für das schwächere Abschneiden des deutschen Alterssicherungssystems sehen die Wissenschaftler darin, dass sich die Erwartungen, an den teilweisen Umstieg auf Kapitaldeckung nicht erfüllt hätten. Die deutlichen Reduzierungen in der gesetzlichen Rente würden durch betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente oft nicht ausgeglichen.

          Erstens erreiche weder die betriebliche noch die Riester-Rente alle Beschäftigten. Letztere Möglichkeit werde nur von rund 35 Prozent wahrgenommen, Aussicht auf eine betriebliche Rente hätten nur gut 56 Prozent der Arbeitnehmer. Knapp 30 Prozent aller Arbeitnehmer seien allein auf die gesetzliche Rente angewiesen. Dies treffe besonders für Beschäftigte mit niedrigen Einkommen zu, obwohl diese eine zusätzliche Absicherung besonders nötig hätten. Zudem brächten viele Riester-Verträge nicht die notwendigen Renditen, nicht zuletzt weil der Garantiezins von vier Prozent im Jahr 2000 auf mittlerweile nur noch 1,25 Prozent gefallen sei.

          Ein sogenannter „Standardrentner“ könne laut OECD-Projektion in Österreich von einem Netto-Rentenniveau von 91,6 Prozent ausgehen, in Deutschland seien es nur 50 Prozent. Damit liegt Deutschland unter den OECD-Staaten am unteren Rand.

          Quelle: mho

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