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Betriebliche Altersvorsorge : Fast jeder Zweite bekommt eine Betriebsrente

Frauen bekommen seltener eine Betriebsrente als Männer, der Unterschied liegt der Studie zufolge bei ungefähr 8 Prozentpunkten. Bild: dpa

Weder aus der Mode noch langweilig: Anders als man vermuten könnte, haben 45 Prozent der Angestellten eine Betriebsrente. Und sie spielt bei Gedanken an einen Arbeitsplatzwechsel eine große Rolle.

          Unter Arbeitnehmern ist sie offenkundig sehr beliebt, viele Unternehmen hingegen machen sich Sorgen um die damit verbundenen Kosten und gewaltigen Rückstellungen: Die Betriebsrente ist wieder stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt, seit die Bundesregierung mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz zumindest ein wenig für deren weitere Verbreitung auch in kleineren und mittleren Unternehmen tun will. Aus diesem Anlass hat das Beratungsunternehmen Deloitte eine repräsentative Umfrage unter 1000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vorgelegt. Untersucht wird darin, wie verbreitet Betriebsrenten noch sind, wie wichtig sie Arbeitnehmern bei einem Arbeitswechsel sind und inwieweit sie von den Begünstigten als Ersatz oder Ergänzung für privates Sparen oder einen Riestervertrag gesehen werden.

          Zumindest in dieser Gruppe der Befragten, also denen, die einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben, können demnach immerhin 40 Prozent mit einer Betriebsrente im engeren Sinne rechnen, das heißt einer vom Arbeitgeber finanzierten. Rechnet man die staatlich begünstigten, aber vom Mitarbeiter selbst finanzierten Betriebsrenten hinzu, kommt man der Studie zufolge auf 45 Prozent. Unter jungen Arbeitnehmern lag die Zahl der vom Arbeitgeber finanzierten Betriebsrenten sogar leicht höher, bei 44 Prozent. Unter den Arbeitnehmern mit den relativ geringeren Einkommen hingegen bei unterdurchschnittlichen 30 Prozent. Zudem bekommen Frauen offenbar seltener eine Betriebsrente als Männer, der Unterschied liegt der Studie zufolge bei ungefähr 8 Prozentpunkten.

          Zur Höhe ihrer Betriebsrente sagten 28 Prozent der Befragten, sie wüssten gar nicht, wie viel Geld sie später überhaupt aus der Betriebsrente herausbekämen. 63 Prozent von denen, die eine Betriebsrente bekommen und deren Höhe kennen, sagten, ihre Betriebsrente sei ihrer Meinung nach eigentlich zu niedrig angesetzt. Nur 11 Prozent der Berechtigten für eine Betriebsrente äußerten sich rundum zufrieden.

          Betriebsrente spielt beim Jobwechsel eine Rolle

          Für einen Arbeitswechsel spielt offenbar bei vielen Leuten die Frage, ob es im neuen Unternehmen eine Betriebsrente gibt, durchaus eine Rolle. Zumindest sagen die Leute das, wenn sie gefragt werden. In der Umfrage äußerten 88 Prozent, sie würden bei einem Arbeitgeberwechsel auf das Thema Betriebsrente achten. Allerdings sagten nur 46 Prozent, das Thema sei für die Entscheidung über einen anderen Arbeitsplatz „sehr wichtig“; 42 Prozent sagten, es spiele eine Rolle, sei aber „nicht so wichtig“.

          Hervorgehoben wird in der Studie noch mal, wie sehr die Einkommenssituation im Alter ganz viele Menschen in Deutschland beschäftigt. Auf die Frage, ob sie Angst vor Altersarmut hätten, antworteten 61 Prozent mit „Ja“. Die Mehrheit der Befragten sagte zudem, sie rechne damit, dass die gesetzliche Rente im Alter nur etwas mehr als die Hälfte des tatsächlichen Finanzbedarfs decken werde. 80 Prozent sagten, sie hätten deshalb zusätzlich private Vorsorge getroffen.

          Auf Aktien setzten dabei nur 19 Prozent, ebenso wie auf Fonds, auf Anleihen sogar nur 5 Prozent. Einen Riestervertrag hatten unter den Befragten immerhin 27 Prozent. 33 Prozent sagten, bei der Altersvorsorge auf eine selbstgenutzte Immobilie zu setzen. Mit Abstand am meisten, nämlich 39 Prozent, gaben an, für die private Altersvorsorge ein Sparbuch oder ein Festgeldkonto angelegt zu haben.

          Quelle: F.A.Z.

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