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Veröffentlicht: 01.06.2017, 10:23 Uhr

Betriebsrentenstärkungsgesetz Warum sich eine Betriebsrente lohnen kann

Die große Koalition will mit Zuschüssen, Steuerförderung und Anrechnung die zweite Renten-Säule stärken. Doch wie genau funktioniert die Betriebsrente überhaupt?

von und , Berlin
© dpa Jeder Cent kann im Alter zählen.

Die große Koalition hat sich nach langer Diskussion auf Verbesserungen bei der Betriebsrente geeinigt. Am Donnerstag soll der Bundestag das „Betriebsrentenstärkungsgesetz“ beschließen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was ist eine Betriebsrente?

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Die betriebliche Altersversorgung oder Betriebsrente hat ein entscheidendes Merkmal: Der Arbeitgeber sagt seinem Arbeitnehmer eine Rente zu und steht dafür gerade, dass sie später fließt. Das heißt aber nicht, dass der Arbeitgeber die Rente auch bezahlt. Neben der arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente gibt es arbeitnehmerfinanzierte Spielarten. Durch sogenannte Entgeltumwandlung wird dann ein Teil des Bruttolohns direkt als Beitrag zur Betriebsrente abgezweigt, was in Sachen Steuern und Sozialabgaben günstig ist. Oft tragen aber auch beide Seiten zur Finanzierung bei. Ganz allgemein gilt die Betriebsrente als „zweite Säule“ der Altersvorsorge – neben der gesetzlichen Rente einerseits und der rein privaten Vorsorge andererseits.

Wer hat heute eine Betriebsrente?

Etwa 60 Prozent der Beschäftigten haben Anspruch auf eine Betriebsrente. Die Zahl überzeichnet die Verhältnisse allerdings. Denn sie enthält auch die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes, die alle eine Zusatzversorgung beziehen, die auch als Betriebsrente gilt. In der Privatwirtschaft liegt der Anteil nur bei etwa 40 Prozent; für Beschäftigte in Kleinunternehmen und mit kleinen Löhnen sind es noch deutlich weniger. Die Höhe der Betriebsrenten zeigt eine große Bandbreite – vom kleinen Zubrot zur gesetzlichen Rente bis zur üppigen Managerpension.

Was soll sich mit dem neuen Betriebsrentengesetz ändern?

Nach dem Willen der großen Koalition soll die Betriebsrente als zweite Säule der Altersvorsorge eine stärkere tragende Rolle übernehmen, um Lücken bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Dazu muss die Betriebsrente auch jene Gruppen erreichen, die bisher am Rande stehen. Das „Betriebsrentenstärkungsgesetz“ setzt auf zwei Rezepte: Zum einen sind mehr Förderzuschüsse für Geringverdiener geplant; dazu zählt auch eine Anhebung der Riester-Förderung.

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Zum anderen bringt das Konzept der „Zielrente“ eine einschneidende Neuerung: Der Arbeitgeber muss seinen Beschäftigten damit nicht mehr eine bestimmte Rentenhöhe zusagen, sondern nur sicherstellen, dass die Sparbeiträge ordnungsgemäß zurückgelegt und verwaltet werden. Die gerade in der Niedrigzinsphase oft drückenden Kapitalmarkt- und Haftungsrisiken sind die Unternehmen im Modell der Zielrente los. Auf der anderen Seite kommen bei den Beschäftigten mehr Risiken, aber auch bessere Renditechancen an.

Sind die Betriebsrenten nicht mehr sicher, weil ein „Garantieverbot“ eingeführt wird?

Tatsächlich enthält das Gesetz so ein Verbot. Das sollte aber nicht missverstanden werden. Alle bisherigen Spielarten von Betriebsrenten mit garantierter Leistungshöhe wird es weiter geben. Die Zielrente ohne Garantie tritt nur als neue Möglichkeit hinzu. Und das „Garantieverbot“ hat einen tarifpolitischen Hintergrund: Die risikoreichere Spielart soll es überhaupt nur dort geben dürfen, wo Gewerkschaft und Arbeitgeberverband dies per Branchentarifvertrag vereinbaren. Dieser Weg würde aber nach Ansicht der Tarifparteien sehr schwierig, wenn in den Verhandlungen auch noch über Mischmodelle aus Zielrenten ohne und mit Versicherungsgarantie diskutiert werden könnte. Die Versicherungswirtschaft hätte dies gerne gesehen, da sie um ihr Geschäft fürchtet. Arbeitgebervertreter reagieren jedoch allergisch auf solche Garantien, zumal wenn sie verbindlich per Tarifvertrag kommen. Denn bei der Betriebsrente bedeutet jede Garantie, dass am Ende schwer kalkulierbare Haftungsrisiken bei den Betrieben liegen – auch dann, wenn sich eine Versicherungsgesellschaft dazwischenschaltet.

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