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Vorsicht Pflege-Bahr : Stiftung Warentest rät von staatlich geförderten Pflege-Tarifen ab

  • Aktualisiert am

Der Pflege-Bahr sichert im Pflege-Bahr nicht ausreichend ab, meint die Stiftung Warentest. Bild: dapd

Die Stiftung Warentest rät vom neuen staatlich geförderten „Pflege-Bahr“ ab. Die neuen Tarife reichten bei weitem nicht aus, um die Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen, teilten die Verbraucherexperten mit.

          Die Stiftung Warentest hat von staatlich geförderten Pflegeversicherungen abgeraten. Die neuen Tarife reichten bei weitem nicht aus, um die Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen, teilten die Verbraucherexperten am Dienstag in Berlin mit. Als Alternative empfehlen sie eine nicht geförderte Pflege-Tagegeldversicherung, sofern sich die Kunden die  Beiträge auf Dauer leisten können.

          Wer privat eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abschließt, bekommt seit Jahresbeginn unter bestimmten Voraussetzungen monatlich 5 Euro Zuschuss vom Staat für eine Pflege-Tagegeldversicherung. Die Regierung will damit mehr Anreize für die private Pflegevorsorge geben, weil die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nur einen Teil der Kosten abdeckt. Die Stiftung Warentest untersuchte insgesamt 23 Pflege-Tagegeldversicherungen ohne staatliche Förderung und 17 mit staatlicher Förderung - auch Pflege-Bahr genannt.

          Pflege-Bahr bietet keine ausreichende finanzielle Absicherung

          Die geförderten Tarife seien nicht zu empfehlen, schreiben die Verbraucherexperten in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“. Die Reform mit dem Pflege-Bahr „löst das Absicherungsproblem der weit überwiegenden Zahl der Verbraucher“ nicht, wie „Finanztest“-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen sagte. Die staatlich geförderte Vorsorge hat zwar den Vorteil, dass auch Menschen mit Vorerkrankungen einen Versicherungsvertrag bekommen, doch sie bietet keine ausreichende finanzielle Absicherung. Die untersuchten Tarife bieten in vielen Fällen eine maximale Leistung von nur 600 bis 700 Euro im Monat - bei einer intensiven Pflege müssen die Verbraucher aber häufig 1500 bis 1800 Euro im Monat aus der eigenen Tasche finanzieren.

          Auch die Vertragsbedingungen der geförderten Tarife sind laut Stiftung Warentest in der Regel schlechter als bei den nicht geförderten. So müssten die Kunden auch bei Pflegebedürftigkeit weiter Beiträge zahlen. Zudem seien die Leistungen bei Demenz bei der staatlich geförderten Vorsorge meist schlechter. Ein geförderter Tarif kommt laut „Finanztest“ allenfalls für junge Leute mit einer schweren Krankheit infrage oder wenn jemand wegen  seines hohen Alters oder einer Erkrankung keine ungeförderte Versicherung mehr bekommt.

          Tarife ohne staatliche Zulage können sich dagegen laut Stiftung Warentest mehr lohnen. Allerdings habe eine solche Versicherung nur Sinn, „wenn jemand so wohlhabend ist, dass er die Beiträge auf Dauer zahlen kann“, schreiben die Tester. Unter den 23 getesteten  Angeboten gibt es demnach große Leistungsunterschiede: Sie machen im Alter zum Teil über 1000 Euro im Monat aus. Mit einem Monatsbeitrag von rund 55 Euro für 45-jährige Neukunden und 85 Euro für 55-Jährige sichern die „sehr guten“ und „guten“ Tarife laut  Stiftung Warentest das finanzielle Pflegerisiko in allen Pflegestufen ab.

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