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Kunstversicherung : Das Ölgemälde übers Internet versichern

Ölgemälde können viel wert sein. Eine Kunstversicherung kann sich lohnen. Bild: dpa

Gemälde können nicht nur schön, sondern auch schön teuer sein. Die R+V-Versicherung bietet nun neue Kunstversicherungen online an. Der Schutz soll sogar bei Bekritzelung durch eigene Kinder gelten.

          Norbert Rollinger, der neue Chef der R+V-Versicherung in Wiesbaden, gibt Gas: Gleich mit drei neuen Produkten beginnt das Unternehmen seine neue Geschäftssparte „Kunstversicherung“. Die Idee dahinter: In der Niedrigzinsphase investiert der eine oder andere in Kunst, der es früher vielleicht nicht getan hätte. Anders als bei Galerien, Messen oder Museen gibt es in diesem privaten Hobby-Segment aber offenbar noch viel Unsicherheit, wie man das neue Ölbild denn am besten versichert. Zwar decken auch viele Hausratsversicherungen auf diesem Gebiet ein bisschen was ab. Aber sowohl hinsichtlich des Höchstwertes als auch hinsichtlich der Art möglicher Schäden gibt es dabei offenbar zumeist Einschränkungen. Genau in diese Lücke sollen die neuen Kunstversicherungen aus dem Internet der genossenschaftlichen Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken jetzt vorstoßen.

          Nach Unternehmensangaben soll es sich um die ersten Kunstversicherungen in Deutschland handeln, die Kunden online abschließen können. Beim Vergleichsportal Check 24 heißt es, in der Tat gebe es bislang schon diverse Kunstversicherungen in Deutschland, auch für private Kunden. Zu den wichtigsten Anbietern gehörten beispielsweise Axa („Axa Art“), die Allianz („Art privat“) und Gothaer („Kunst- und Mobilienversicherung“). Die Tarife bei diesen Versicherern seien zum Teil aber sehr individuell berechnet – einen standardisierten Abschluss über das Internet stufte Check 24 als „Innovation“ ein.

          Eine wichtige Frage aus Kundensicht sind dabei natürlich die Kosten. Die R+V unterscheidet die Tarife nach drei Größenordnungen der Sammlungen: Die Online-Versicherung sei für Versicherungssummen bis maximal 50.000 Euro gedacht, jedes einzelne Kunstwerk dürfe maximal 10.000 Euro wert sein. Die Prämien fingen dann bei 75 Euro im Jahr an. Für teurere Kunstsammlungen bis 250.000 Euro biete man die R+V-Kunstversicherung an. Bei der dürften einzelne Kunstwerke maximal 50.000 Euro wert sein. Deren Mindestprämie liege bei 250 Euro im Jahr. Für noch wertvollere Sammlungen führe man die R+V-Kunstversicherung plus ein. Die Versicherungssumme liege hier zwischen 250.000 und 5 Millionen Euro und die Mindestprämie betrage 750 Euro.

          Online-Versicherungen gelten den Kunst-Einsteigern

          Vor allem mit der Online-Versicherung wende man sich an Kunst-Einsteiger, sagt R+V-Kunsthistorikerin Ursula Schaumburg-Terner. Der Versicherer hat selbst eine Kunstsammlung und möchte diese Expertise auch für das Kundengeschäft nutzen. Als einen Vorteil seines Angebots streicht das Unternehmen die sogenannte Allgefahrendeckung heraus. Hausratsversicherungen deckten häufig zwar ab, wenn Einbrecher die Kunstgegenstände stehlen oder wenn sie durch Feuer, Leitungswasser, Hagel oder Sturm beschädigt würden. Aber schon der einfache Diebstahl, wenn etwa Partygäste ein Bild mitgehen lassen, sei nicht mehr mit abgedeckt. Die Kunstversicherung mache das. Diese gelte auch für den Fall, dass die eigenen Kinder beispielsweise ein wertvolles Ölbild mit Filzstiften verschönern oder eine teure Skulptur oder Ming-Vase beim Spielen vom Sockel werfen.

          Der Versicherer sieht einen hohen Bedarf für das neue Angebot: „Der deutsche Kunstmarkt boomt und erzielt mittlerweile mehr als zwei Milliarden Euro jährlich“, sagte Schaumburg-Terner. „Und auch der Bedarf bei unseren vorwiegend mittelständischen Kunden wächst stetig“, berichtet die Kunsthistorikerin. „In der Niedrigzinsphase investieren unsere Kunden häufig in Kunst als langlebige Kapitalanlage und wünschen sich von uns eine umfassende Absicherung ihrer Kunstschätze und eine kompetente Beratung.“

          Quelle: F.A.Z.

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