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Die Vermögensfrage : Gebühren essen Rendite auf

  • -Aktualisiert am

Volle Brieftasche: Für zu hohe Gebühren sollte das liebe Geld nicht ausgegeben werden. Bild: plainpicture/Westend61

Die Niedrigzinsphase macht es klarer denn je: Ob Einmalanlage oder Sparplan, auf die Kosten der Geldanlage kommt es an. Und da sehen gemanagte Investmentfonds und teure Lebensversicherer schlecht aus.

          Als die Finanzwelt noch heil war und die Zinsen nur selten unter fünf Prozent rutschten, hat niemand gemerkt, wie großzügig Versicherer und Fondsgesellschaften ihren Kunden Gebühren berechneten: Abschlusskosten in Höhe eines Jahresbeitrags oder mehr bei den Versicherern, Ausgabeaufschläge von fünf Prozent und Verwaltungskosten von zwei Prozent bei den Fonds waren kein besonderes Thema für die Anleger. Sie registrierten es kaum, weil die Kapitalmarktzinsen immer noch dafür sorgten, dass sie am Ende mehr herausbekamen, als sie hineingesteckt hatten – sofern sie überhaupt nachrechneten.

          Dabei galt auch damals schon, dass die Kosten der böse Feind jeder Rendite sind. Das gilt besonders dann, wenn man einen längeren Anlagezeitraum betrachtet. Beispiel 10.000 Euro und 20 Jahre: Verzichtet der Verwalter des Vermögens darauf, dem Anleger jährlich eine Gebühr zu berechnen, werden bei fünf Prozent Ertrag, zum Beispiel bei entsprechenden Zinsen oder Dividenden, aus 10.000 Euro 26.533 Euro vor Steuern. Kassiert der Verwalter dagegen Jahr für Jahr zwei Prozent, stehen am Ende nur 18061 Euro auf dem Konto. Das sind mal eben 32 Prozent weniger. Und wenn das Ganze bei drei Prozent Ertrag durchgespielt wird, werden am Ende aus kostenfreien 18.061 Euro dürre 12.202 Euro.

          Die Tabelle zeigt den Schwund bei unterschiedlichen Zins- und Kostensätzen. Und sie demonstriert, wie verheerend sich hohe Gebühren bei sehr niedrigen Zinsen auswirken: Das Vermögen schrumpft. Schrumpfende Vermögen? Was dereinst als graue Theorie daherkam, ist längst ein reales Bedrohungspotential. Zum einen, weil die Finanzbranche gegen die mickrigen Marktzinsen auch kein Zaubermittel hat, zum anderen, weil die jährliche Kostenbelastung schnell über drei Prozent des Vermögens liegt.

          Erfolgsgebühren werden zum Ärgernis

          Die Fondsgesellschaften beispielsweise sind nach wie vor findig, wenn es an die Begründung regelmäßiger Abzüge geht. Da gibt es Gebühren für das Managen der Fonds, für die Erstellung der Jahresberichte, für den Vertrieb, ja sogar für den Erfolg des Managements. Gerade diese Erfolgsgebühren entwickeln sich gelegentlich zum Ärgernis: Die Stiftung Warentest hat nachgeschaut und bei manchen Fonds selbst dann Erfolgsgebühren von 0,5 bis 1,0 Prozent der Anlagebeträge entdeckt, wenn die Fonds nicht einmal ihre Vergleichsindizes geschlagen hatten.

          Bild: F.A.Z.

          Gemanagte Aktienfonds sind teuer. Hier kommen an jährlichen Kosten meist zwischen 1,5 Prozent und zwei Prozent zusammen. Das Tückische dabei: Die Anleger sehen diese Gebühren nicht, weil sie dem Fondsvermögen entnommen werden und auf keinem Konto- oder Depotauszug stehen. Und nicht nur in Einzelfällen werden auch mehr als zwei Prozent gebucht. Es gibt sogar Fonds, die ihren Anlegern fünf Prozent berechnen. Jährlich, wohlgemerkt. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Datenbank als teuersten Fonds den C-Quadrat ARTS Best Momentum mit 5,65 Prozent jährlichen Kosten identifiziert.

          Und dann gibt es bei den Fonds auch noch die Ausgabeaufschläge. Die fallen zwar nur beim Erwerb der Anteile an, drücken aber auch auf das Ergebnis. Die immer noch oft eingesammelten Ausgabeaufschläge von fünf Prozent wirken über 20 Jahre wie eine jährliche Gebühr von knapp 0,3 Prozent. Über zehn Jahre ist die Wirkung höher. Sie entspricht dann einer Jahresbelastung von gut 0,5 Prozent. So kommt bei den Fonds eines zum anderen, und am Ende ist viel Geld versickert.

          Kosten ramponieren Ergebnisse der Anleger

          Bei Sparverträgen ist die Kostenfalle nicht minder groß. Wer monatlich 100 Euro in einen Fonds oder in eine Lebensversicherung steckt, riskiert durchaus einen Substanzverlust. Bei den Ratensparformen gibt es nämlich in der Regel sowohl Ausgabeaufschläge als auch laufende Gebühren. Die Ausgabeaufschläge heißen oft nur anders und sind nicht immer zu erkennen. Das gilt zum Beispiel bei den Lebensversicherern: Da heißen sie Abschlusskosten, haben viel mit den Provisionen für die Vertreter zu tun und betrugen 2014 nach Angaben ihres Verbandes 7,6 Milliarden Euro oder fünf Prozent der Beitragssumme neuer Verträge. Man liegt nicht so ganz falsch, wenn man diese fünf Prozent wie einen entsprechenden Ausgabeaufschlag bei Fonds bewertet. Ganz allgemein ramponieren die Kosten die Ergebnisse der Anleger.

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