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Vermögensfrage : So zahlt das Finanzamt die Ausbildung der Kinder mit

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Auf der Schulbank: Studenten im großen Hörsaal der Technischen Universität in München Bild: dpa

Nachwuchs ist teuer – vor allem, wenn er studiert. Doch die Kosten müssen Eltern auch bei erwachsenen Kindern nicht allein tragen.

          Kinder sind ein großartiges Geschenk. Allerdings gehen Kleidung, Klavierstunden und Kinderbetreuung ganz schön ins Geld. Laut Statistischem Bundesamt geben Eltern rund 130.000 Euro aus, bis der Nachwuchs volljährig wird. Folgt danach ein Studium, wird es noch teurer. Schön, dass sich der Staat zumindest an einem Teil dieser Ausgaben beteiligt.

          Eltern haben nicht nur Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge. Sie können das Finanzamt auch an den Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung oder Unterhaltszahlungen für den erwachsenen Nachwuchs, für den es kein Kindergeld mehr gibt, beteiligen – sofern dieser nicht für sich selbst sorgen kann. Es gilt jedoch insbesondere bei volljährigen Kindern einige Punkte zu beachten, um beispielsweise den Anspruch auf Kindergeld – und somit weitere Vergünstigungen wie die Kinderzulage bei der Riester-Rente – auch zwischen den verschiedenen Ausbildungsabschnitten des Nachwuchses zu behalten. Es geht schließlich um viel Geld.

          Nach langwierigen Diskussionen hat der Bundesrat am 10. Juli zugestimmt, das Kindergeld rückwirkend für das laufende Jahr um vier Euro pro Monat und Kind zu erhöhen. Für den ersten und zweiten Sprössling gibt es im laufenden Jahr monatlich 188 Euro, für den dritten 194 Euro und für den vierten und jeden weiteren Sprössling 219 Euro. Ab 2016 legt der Fiskus je Kind und Monat noch zwei Euro drauf.

          Der Kinderfreibetrag wird für das laufende Jahr um 144 Euro auf 4512 Euro angehoben. Ab 2016 folgt eine weitere Erhöhung auf 4608 Euro. Mit dem BEA-Freibetrag (für Betreuung, Erziehung, Ausbildung) erhöhen sich die Steuerfreibeträge im laufenden Jahr somit auf 7152 Euro und 2016 dann auf 7248 Euro (s. Übersicht I).

          Bei Work and Travel kein Anspruch auf Kindergeld

          Das Kindergeld beantragen Eltern bei der Familienkasse, den Kinder- und BEA-Freibetrag in der Steuererklärung. Das Finanzamt prüft dann, ob Kindergeld oder Freibeträge für die Eltern günstiger sind. Letztere rechnen sich in der Regel für Eltern, die über ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 31.850 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 63.700 Euro (Verheiratete) verfügen. Auch wenn Eltern davon ausgehen, dass für sie die Freibeträge lukrativer sind, müssen sie unbedingt Kindergeld einfordern. Die Finanzbeamten gehen schließlich davon aus, dass Eltern, die Anspruch auf Kindergeld haben, dieses auch erhalten haben. „Wer kein Kindergeld beantragt, verschenkt Geld“, sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de. Kindergeld beziehungsweise Freibeträge erhalten Eltern problemlos bis zum 18. Lebensjahr des Sohnes oder der Tochter. Macht der Nachwuchs eine Ausbildung, verlängert sich die Frist bis zum 25. Geburtstag.

          Bild: F.A.Z.

          Es gilt jedoch einige Bedingungen zu beachten. So dürfen beispielsweise zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten nicht mehr als vier Monate vergehen. „Wird diese Frist überschritten, müssen die Eltern anhand entsprechender Unterlagen nachweisen, dass sich der Nachwuchs ernsthaft um eine Ausbildung bemüht“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Nur dann bleibt der Anspruch auf Kindergeld bestehen. Als Nachweis dienen beispielsweise die Bewerbung bei der Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS) um einen, Studienplatz sowie Zu-oder Absagen von Unternehmen bei denen sich Sohn oder Tochter beworben haben.

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