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Vermögensfrage : Denk’ ich an Schäuble in der Nacht

Glänzende Altersvorsorge: Zumindest aus steuerlicher Sicht ist Gold die günstigste Alternative. Bild: dpa

Wer über Jahrzehnte spart, sollte nicht vergessen, dass das Finanzamt am Ende ein dickes Stück vom Kuchen abhaben will. Steuern spielen eine zentrale Rolle bei der Altersvorsorge. Wie tritt man möglichst wenig an den Fiskus ab?

          In vielen Berechnungen zu künftigen Renten und Ersparnissen für das Alter wird der Steueraspekt ausgeklammert. Dafür gibt es gute Gründe, schließlich ändern sich Steuergesetze ständig und die Steuerbelastung ist zudem höchst individuell und daher schwer zu verallgemeinern. Doch sollte dies nicht dazu führen, die Steuer zu vergessen, denn das Finanzamt tut dies sicherlich auch nicht.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den einfachsten und günstigsten Fall hat nach aktueller Rechtslage derjenige, der sein gesamtes Vermögen in Gold anlegt. Hier drückt der Staat, warum auch immer, alle Augen zu. Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab, also ist da nichts zu holen. Aber auch die Wertgewinne sind schon nach einem Jahr Spekulationsfrist steuerfrei. Ob dies so bleibt, ist fraglich. Ob das eine sinnvolle Altersvorsorge ist, sollte noch kritischer hinterfragt werden.

          Ebenfalls steuerlich günstig kommen diejenigen weg, die all ihr Hab und Gut auf dem Sparbuch horten. Kursgewinne fallen hier nicht an, nur Zinsen. 801 Euro sind im Jahr steuerfrei, bei Ehepaaren ist es das Doppelte. Um bei aktuellen Sparbuchzinsen von zum Beispiel 0,25 Prozent aber einen Sparerfreibetrag von 1602 Euro zu übertreffen, muss das Guthaben mehr als 640 800 Euro betragen. Solche Sparbücher gibt es, aber sie sind selten. Bei einem Zinssatz von 1 Prozent werden schon Guthaben von mehr als 160 200 Euro steuerpflichtig. Doch auch hier bleibt die Steuerlast gering. Der Rentner in spe sollte sich allerdings die Frage stellen, ob das Sparbuch alleine eine sinnvolle Altersvorsorge ist.

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          Für viele stellt die eigene Immobilie einen Großteil ihrer Altersvorsorge dar. Aus steuerlicher Sicht ist dies keine schlechte Wahl. Wer sein Haus verkauft und es mehr als zehn Jahre besessen hat, kann eventuelle Gewinne aus dem Geschäft steuerfrei vereinnahmen. Ansonsten wohnt er mietfrei. Dieser Vorteil muss auch nicht versteuert werden. Eigenheimbesitzer dürften allerdings schon gemerkt haben, dass eine Immobilie eine Reihe anderer Kosten mit sich bringt. Auch birgt die Fokussierung der Altersvorsorge auf ein Objekt ein Klumpenrisiko. Denn bei weitem nicht jede Immobilie lässt sich dereinst wirklich mit Gewinn verkaufen. Hier ist schon manch einkalkulierter Verkaufserlös kümmerlich zusammengeschrumpft. Wer eine Immobilie zudem vermietet, muss die Einkünfte seinem persönlichen Einkommensteuersatz unterwerfen. Das kann im wohlhabenderen Teil der Bevölkerung zu einer höheren Steuerbelastung führen als die knapp 28 Prozent Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge.

          Ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge ist für viele Menschen die Kapitallebensversicherung. Aus steuerlicher Sicht ist das für viele noch immer eine feine Sache. Wer noch im Jahr 2004 oder früher seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt hat und bis spätestens März 2005 seinen ersten Beitrag eingezahlt hat, profitiert noch von großzügigen Steuervorteilen. Die Bedingungen dafür sind leicht zu erfüllen: der Vertrag muss mindestens zwölf Jahre gelaufen sein, wovon mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt werden mussten. Außerdem verlangt der Gesetzgeber eine Vollauszahlung der Lebensversicherung auf einen Schlag. Dann kann dies steuerfrei vereinnahmt werden. Warum ausgerechnet die Vollauszahlung steuerlich begünstigt wurde, ist im Nachhinein fragwürdig. Politisch wäre es sicher wünschenswerter, der Sparer würde bis ans Lebensende monatliche Auszahlungen erhalten, anstatt ob der hohen Einmalzahlung womöglich den Versuchungen des Luxus zu erliegen, dann aber älter zu werden als erwartet und mit 85 Jahren zum Sozialamt gehen zu müssen.

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