09.01.2011 · Richtiges Rechnen bei Finanzgeschäften ist die Ausnahme. Viele Menschen achten nur auf den nominalen Zins. Das reicht nicht. Kein Wunder also, dass einige Anleger Geld zum Fenster hinauswerfen.
Von Volker LoomanRichtlinien für Lesermeinungen
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Danke für den Hinweis!
...stieß auf eine Zahl: e = 2,718281828459, die die Basis des natürlichen Logarithmus und der kontinuierlichen Verzinsung ist. Die Anwendung ist einfach (Endsumme = Anfangssumme * e hoch Zinssatz * Anlagezeit). Die Zahl e ist in den meisten Taschenrechnern einprogrammiert.
Zusätzlich werden im professionellen Markt Zahlunsströme mit den laufzeitkongruenten Nullkupon Zinsen abgezinst. Klingt alles kompliziert, ist es aber nicht. Mir ein Rätsel, (abgesehen von gewollter Irreführung des Kunden) warum das nicht längst gängige Praxis ist.
Die "Umlaufrendit"e ist ziemlich aussagelos, da es sich um eine Durchschnittsverzinsung von Staatsanleiehn handelt. Der bessere Maßstab sind die Swapsätze. Sie sind mittlerweile im Kursteil der meisten überregionalen Zeitungen zu finden (auch in der FAZ).
Sie meinen wahrscheinlich die "normale" Umlaufrendite. Die ist aber nicht 10-jährig, sondern eine Mischung verschiedener Laufzeiten.
Es ist richtig, dass auch bei anscheinend niedrigen Zinssätzen SEHR viel Geld an Zinsen gezahlt wird - aber nur wenn ein Kredit in entsprechender Höhe aufgenommen wird. Der Hauskäufer kann ja auch noch etwas länger sparen, bevor er einen Kredit aufnimmt.
Des Weiteren ist bei diesen Rechnungen die Inflation zu berücksichtigen.
Die Banken können nur einen kleinen Teil Ihres Geldbedarfes bei der EZB decken. Eine bessere Abschätzung der Marge ist der Vergleich der Hypothekenzinsen mit der Umlaufrendite gleicher Laufzeit: die 10-Jährige Umlufrendite beträgt aktuell 2,6 % - also ist die Differenz gut 1%. Immer noch ganz ordentlich, aber eben nicht ehr ganz so dramatisch.
Eigenkapitaö ist durch nichts zu ersetzen
am besten jeder kauft nur das was er hat, dann kann er bei Krediten nicht übers Ohr gehauen werden.
Auch ist bei Geschäften, wo Geld angelegt wird und ein anderer Kredit ausgezahlt wird, der Kunde in der Regel der Dumme, da er überall Gebühren zahlt.
Der Artikel stellt noch nicht einmal das ganze Rätsel dar, vor dem der Mensch steht. Vermutlich müsste es noch einmal einen ebenso langen Artikel geben, der das Spiel mit Agio und Disagio, Bereitstellungszinsen, vielerlei Gebühren bis hin zu Porti (für oftmals überflüssige Post) darstellt.
Und dann eine Erläuterung, wie man selbst sich mit einem Tabellenkalkulationsprogramm eine vernünftige Vergleichsbasis schafft.
Hingewiesen wird in dem Artikel auf den Zahlungsplan. Schon einmal versucht den Entwurf eines derartigen Zahlungsplans vor Vertragsabschluss zu bekommen? Fast unmöglich, oder nur rudimentär bis falsch. Und auch nach Vertragsabschluss stellen sich manche Verkäufer hinter dem Banktresen oder Hausierer der Drückerkolonnen von Versicherungen oder Finanzdienstleistern doof: sie wüssten gar nicht was das ist, der Effektivzins sage doch alles.
Richtiges Rechnen bei Finanzgeschäften
Sehr geehrter Herr Looman,
seit zwanzig Jahren (oder mehr) steht Ihre Erstausgabe "Richtiges Rechnen bei Finanzgeschäften" bei mir im Regal. Ich habe mir damals auf Taschenrechnern und PCs die Finger wundgetippt, um Ihre Beispiele (sofern vorhanden) in die Praxis umzusetzten. Die Arbeit hat sich für mich als Normalbürger gelohnt. Geht man mit zwei oder drei unterschiedlichen Zinsmodellen/Zahlungsmodalitäten, Kapitalhöhen etc. in zwanzigseitiger Länge jeweils ausgedruckt (mit Ausweis der Restschuld x zu einem definierten Zeitpunkt) in eine Bank, um sich einen Hypothekenkredit einzukaufen, wird die Diskussion um Ussancen relativ schnell locker. Vor allem, weil man die Restschuldhöhe der diversen Angebote (zum gleichen Zeitpunkt und Laufzeit gut vergleichen kann, incl. der Auswirkung von Sondertilgungen) .
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Herr Looman - eine Neuauflage ist längst fällig!
...wenn ich Sie recht verstehe, handelt die Bank, die z.B. 4 % Darlehnszinsen verlangt, unmoralisch. Wie beurteilen Sie denn eine Anleger, der für eine Unternehmensanleihe 4 % Rendite erwartet oder einen Hausbesitzer, der bei der Vermietung eine Rendite von 4 oder 5 % seines eingesetzten Kapitals anstrebt?
... wenn man Sie, Herr Looman, in der Vergangenheit teils kräftig kritisiert hat, so muss man auch loben. Wie hier. Guter Beitrag, in der Tat ist es so, dass die Zinsrechnung regelmäßig nicht verstanden wird. Artikel wie diese können helfen (hoffen wir, dass sie viele Leser finden ...).
Pi mal Daumen ... ohne viel Blubbblubb und Zahlenspielereien!
4% Zinsen, Tilgung in 20 Jahren: Gesamtzinslast = 50% der Darlehenssumme
8% Zinsen, Tilgung in 20 Jahren: Gesamtzinslast = 100% der Darlehenssumme
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Das wirklich Unglaubliche: Bei einem EFH, dessen Bau + Finanzierung (Zinsen) 300.000,- Euro kostet, verdienen alle beteiligten Handwerker und Baustofflieferanten/-hersteller bei 4% Zinsen gerade mal 2/3 der Gesamtkosten. Die "systemrelevanten" Banker, die eine ruhige Kugel schieben und in ihrem unproduktiven Dasein währenddessen zahlreiche aberwitzige Finanzprodukte basteln, streichen 100.000,- Euro ein! Auch wenn sie 1/3 ihres "Verdienstes" an die Zentralbank abdrücken müssen und ein weiteres Drittel auch nochmal an Steuern opfern, bleibt da immer noch der unverschämte Gewinn von insgesamt 30.000,- Euro (restpektive 10% Nettorendite) für NICHTS! ... und Ackermann und Co. träumen derweil von 20% Nettorendite weil sie den Hals nicht voll genug bekommen und verkaufen dieses niederträchtige und schäbige Vorgehen noch als"Erfolg"!
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Aber damit nicht genug: Wirklich interessant werden die momentanen Darlehensverträge bei dem Punkt "Sicherheitsverwertung" unter dem sich zur Zeit alle Kreditinstitute haarsträubende Abtretungs- und Verwertungsoptionen für die Grundschuld offenhalten.