29.12.2012 · Testamente führen leicht zu Streit. Ursache ist meist, dass sich Erblasser um klare Entscheidungen drücken. Es gibt zwei Ansätze, Konflikte unter den Erben zu minimieren.
Von Volker LoomanRichtlinien für Lesermeinungen
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Radikal aber Gesellschaftsorientiert...
...wäre es, wenn kein Erblasser, mehr als z.B. 1 Million € zu vererben dürfte. Ausnahmen sollen hier aber die Regel gestalten dürfen, wenn es sich dabei um ein Familienunternehmen handeln sollte. So wäre nicht nur für jeden Erblasser sondern auch jedem Erben von vorherein klar, wieviel es am Ende geben wird, wenn es denn etwas zu vererben gäbe. In der Gesellschaft, könnten dann so keine neuen sogenannten Fürstentümer mehr entstehen und jeder wäre demnach selber dazu angetrieben mit eigenem Fleiß und Schweiß für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Dies würde nicht nur zu einem konstruktiveren Bewusstsein aller Beteiligten führen, es wäre auch gerecht im Sinne derjenigen die Nichts oder nur Schulden zu erben haben.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 17:32 Uhr@ Lieber Herr Meier
Bleiben Sie cool. Atmen Sie mal tief durch, tupfen sich den
Schweiß von der Stirn und entspannen Sie sich.
Wer ist denn der materielle und vielleicht auch intellektuelle
Habenichts? Der Erblasser oder doch vielmehr der Erbe oder
Erbschleicher? Mit keiner Silbe habe ich in meinem Kontext davon
gesprochen, das das restliche Vermögen oberhalb der Million
irgendwelchen Freinützen zukommen soll. Ich habe da in erster Linie
vielmehr an den Ausbau von Straßen; die Renovierung und
Modernisierung von städtischen Einrichtungen(z.B. Renovierung,
Modernisierung, Ausbau von Schulen, Universitäten,
Kindergärten etc.) gedacht, ergo an alle Menschen der jeweils
begünstigten Gemeinde oder Kommune. Außerdem sind mir keine
derartig praktizierenden Gesellschaften bekannt, wie Sie so schön
sagten. Helfen Sie mir und nennen Beispiele, ich bin gern bereit mich
diesbezüglich zu erweitern. Weiterhin frage ich Sie, was denn an so
einem System menschenverachtend sein soll?
Umverteilung ist immer eine Lösung...
... für materielle und intellektuelle Habenichtse. Ideologisch
verbrämt wird es dann mit argumentativ autoritären Begriffen,
Bedienung von Neidkomplexen, vermeintlicher Gleichheit usw.
Die so etwas praktizierenden Gesellschaftsformen waren und sind alle
autoritär und in höchsten Maße menschenverachtend. Gehen
Sie dorthin, am besten zum netten Onkel Kim nach Nordkorea. Da
dürfen Sie dann gleich alles über 10€ abgeben.... sind
zwar ein paar Nullen Differenz, aber Hauptsache, das ideologische
Prinzip der radikalen Gesellschaftsorientierung stimmt, gell. Und nur
darum geht es Ihnen doch, oder?
@ Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen..
Ich bin eben nicht für die Umverteilung von Reich auf arm, sondern auf Fleißig !
@ Lieber Herr Kugl
Ja genau, das haben sie völlig richtig analysiert, das sich eben
damit keine größeren PRIVATEN Kapitale anhäufen
würden. Wissen Sie eigentlich, welche Voraussetzung gegeben sein
müssen, um Kapital in dieser Höhe(1 Mill. €) einfach nur
zu bunkern oder ablegen zu können? Das können Sie nur, wenn
Sie bereits alle Lebensunterhaltskosten für ein gutes Leben bezahlt
haben und hinterher immer noch genügend übrig bleibt.
Richtig erkannt haben Sie auch, das Alles oberhalb dieser Grenze dann
ausgegeben oder investiert(z.B. ins eigene Unternehmen) werden
würde, oder wie Sie so schon sagten "verjuxen" . Das ist
ja genau der Sinn meiner Idee, denn dieses Geld würde dann wieder
in den Wirtschaftskreislauf fließen und ihn nicht mehr weiter
drosseln.
Übrigens: Die Reichen von denen Sie befürchten, das sie dann
auswandern würden, sind doch schon bereits ausgewandert oder haben
einen neuen HAUPTwohnsitz, aber aus ganz anderen Gründen.
Erdrosselungssteuer
Mit solchen Ideen würde es keinerlei grössseres Kapital mehr
in der deutschen Bevölkerung geben.
Alle wirklch Reichen würden einfach das Land verlassen.
Alle anderen würden zu wilden Übertragungen greifen, um der
Konfiskation zu entgehen.
Oder sie würden alles oberhalb des Betrages vor dem Tode verjuxen.
Die Kernbotschaft ist doch ganz klar: sparen ist böse, Konsum ist gut.
Auf gar keinen Fall würden die Armen dadurch reicher werden, nur
die obere Mitte würde weniger werden
Eine der Ideen, die am Ende das juste Gegenteil vom Erwünschten
ereichen
ein total verarmter Zahnarzt sein...
Lebensweise mit blinden Flecken
Ich finde das in der Tat eine kluge Betrachtung des Problems. Man sollte
allerdings sagen, dass es mehrere blinde Flecke gibt.
Die Möglichkeit alle Probleme so elegant zu lösen, gibt es nur
bei einem sehr großen verfügbarem Anlagevermögen, bei
gebundenem Vermögen ist die gerechte Trennung kaum möglich.
Typisches Problem ist weiterhin, dass die Alten den Jungen - oder
zumindest nicht allen - nicht über den Weg trauen. Sie
fürchten, dass das Vermögen verjuxt wird bzw. gar zum Schaden
verwandt wird. Da ist es für den Seelenfrieden besser den Todesfall
abzuwarten.
Und zuletzt ist Geld Macht über die Lieben und garantiert Bindung.
Wer es aus der Hand gibt, verliert beides. Nettes Beispiel: Tragen die
Grosseltern die Kosten für ein teures Auslandsstudium der Enkel
direkt, sind ihnen Aufmerksamkeit und Dankbarkeit sicher. Wird das von
einem 5 Jahre zuvor übereigneten Vermögen bestritten, gehen
sie emotional "leer" aus.
Welche Länder wären das?
Namen müssen Sie schon nennen!
Das schiesst wohl über das Ziel hinaus
Sie sehen das je sehr von einer Seite. Grundsätzlich gibt es in
vielen Ländern keinerlei garantierten Erbanspruch und eigentlich
wird im Falle des Todes geerbt.
In unserer Gesellschaft bedeutet Geld klar Lebenschancen und Macht - wer
man kann da weitergeben, aber die Frage: Warum sollte man das tun -
sollte ja auch erlaubt sein.
Außerdem geht in dem Beispiel alles mathematisch gerecht zu. Das
ist in der Praxis meist nicht so. Nur mal ein Bsp. angenommen die Alten
wollen direkt die Enkelgeneration bedenken und die dazwischen
übergehen, weil die schon gut versorgt sind.
So ein Plan gibt in den meisten Fällen jede Menge Ärger - da
kann es doch schlauer sein, so etwas in einem etwas fiese Testament
festzusurren
@St Kugl: Ihre Antwort streift die Psycho-Problematik.
Wer "den Jungen ... nicht über den Weg traut", sollte sich vielleicht erst gar keine Kinder zulegen !?Und wer zuvorderst "Macht ... und Bindung" wünscht, sollte es besser bei gut bezahltem Personal belassen! Oder sich bloß einen Hund zulegen, der ist treu und immer dankbar. Vielleicht ist es aber auch bloß die sadistische Lust mancher Senioren, andere mit Vermögen schikanieren zu wollen ... Im Alter kommt das im Zweifel aber nur deutlicher zum Vorschein. Womit wir wieder bei "Psycho" sind.
Wie lässt sich Langlebigkeit absichern?
Viele Beiträge dieser Kolumne drehen sich um Senioren, die durch
die Ungewissheit über ihre Lebensdauer und dem damit verbundenen
Finanzbedarf vor dem Vermögensverzehr oder -verteilung
zurückschrecken. Um Finanzbedarf im hohen Alter abzusichern gibt es
in den USA für Privatpersonen eine longevity insurance
(Langlebigkeitsversicherung). Man zahlt z.B. im Alter von 60 Jahren
einmalig 100 000 Dollar ein und erhält ab dem 85. Geburtstag im
Erlebensfall jährlich bis zum Ableben 55 000 Dollar. Erlebt man
das 85. Lebensjahr nicht, ist der Beitrag verfallen (keinerlei
Beitragsrückgewähr wie bei Rentenversichungen). Diese
Konstruktion macht die individuelle ökonomische Lebensplanung
planbarer. In Deutschland gibt es Langlebigkeitsversicherung m.W. nur
kollektiv für die Riesterversicherer, aber nicht für
natürliche Personen.
Oder gibt es diese Langlebigkeitsversicherung doch auf individueller
Basis. Es ist unethisch a
Leibrentenversicherung
Ja, diese Absicherung des Langlebigketsrisikos gibt es auch in Deutschland. Man kann eine sofort oder spaeter beginnende Leibrentenversicherung ohne Beitragrueckgewaehr gegen Einmalbeitrag abschliessen.
Geld kann nicht der Mittelpunkt im Alter sein
wenn viel Geld zu Ängsten führt dann hat der Mensch die
falsche Einstellung zum Leben. Wie kann jemand der viel Geld hat, Angst
haben? Ich habe nie Missgunst verspürt oder Neid. Nur
wenn man mir ungerechterweise etwas vorenthalten hat. Neid auf das
Vermögen andrer hat mich nie tangiert, ich würde nichts davon
abkriegen oder etwas verlieren wenn ich Neid verspürte. Ich glaube
dass weniger betuchte alte Menschen ziemlich zufrieden sind wenn sie
gesund sind und
noch Freunde haben. Würde mir ziemlich blöd vorkommen wenn
meine Gedanken nur um Geld kreisen würde.