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Die Vermögensfrage Vom Reiz, rechtzeitig zu verzichten

 ·  Testamente führen leicht zu Streit. Ursache ist meist, dass sich Erblasser um klare Entscheidungen drücken. Es gibt zwei Ansätze, Konflikte unter den Erben zu minimieren.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)
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Heino Grenzmann

Radikal aber Gesellschaftsorientiert...

...wäre es, wenn kein Erblasser, mehr als z.B. 1 Million € zu vererben dürfte. Ausnahmen sollen hier aber die Regel gestalten dürfen, wenn es sich dabei um ein Familienunternehmen handeln sollte. So wäre nicht nur für jeden Erblasser sondern auch jedem Erben von vorherein klar, wieviel es am Ende geben wird, wenn es denn etwas zu vererben gäbe. In der Gesellschaft, könnten dann so keine neuen sogenannten Fürstentümer mehr entstehen und jeder wäre demnach selber dazu angetrieben mit eigenem Fleiß und Schweiß für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Dies würde nicht nur zu einem konstruktiveren Bewusstsein aller Beteiligten führen, es wäre auch gerecht im Sinne derjenigen die Nichts oder nur Schulden zu erben haben.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 17:32 Uhr
Heino Grenzmann

@ Lieber Herr Meier

Bleiben Sie cool. Atmen Sie mal tief durch, tupfen sich den Schweiß von der Stirn und entspannen Sie sich.
Wer ist denn der materielle und vielleicht auch intellektuelle Habenichts? Der Erblasser oder doch vielmehr der Erbe oder Erbschleicher? Mit keiner Silbe habe ich in meinem Kontext davon gesprochen, das das restliche Vermögen oberhalb der Million irgendwelchen Freinützen zukommen soll. Ich habe da in erster Linie vielmehr an den Ausbau von Straßen; die Renovierung und Modernisierung von städtischen Einrichtungen(z.B. Renovierung, Modernisierung, Ausbau von Schulen, Universitäten, Kindergärten etc.) gedacht, ergo an alle Menschen der jeweils begünstigten Gemeinde oder Kommune. Außerdem sind mir keine derartig praktizierenden Gesellschaften bekannt, wie Sie so schön sagten. Helfen Sie mir und nennen Beispiele, ich bin gern bereit mich diesbezüglich zu erweitern. Weiterhin frage ich Sie, was denn an so einem System menschenverachtend sein soll?

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 03.01.2013 09:25 Uhr

Umverteilung ist immer eine Lösung...

... für materielle und intellektuelle Habenichtse. Ideologisch verbrämt wird es dann mit argumentativ autoritären Begriffen, Bedienung von Neidkomplexen, vermeintlicher Gleichheit usw.

Die so etwas praktizierenden Gesellschaftsformen waren und sind alle autoritär und in höchsten Maße menschenverachtend. Gehen Sie dorthin, am besten zum netten Onkel Kim nach Nordkorea. Da dürfen Sie dann gleich alles über 10€ abgeben.... sind zwar ein paar Nullen Differenz, aber Hauptsache, das ideologische Prinzip der radikalen Gesellschaftsorientierung stimmt, gell. Und nur darum geht es Ihnen doch, oder?

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Heino Grenzmann

@ Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen..

Ich bin eben nicht für die Umverteilung von Reich auf arm, sondern auf Fleißig !

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Heino Grenzmann

@ Lieber Herr Kugl

Ja genau, das haben sie völlig richtig analysiert, das sich eben damit keine größeren PRIVATEN Kapitale anhäufen würden. Wissen Sie eigentlich, welche Voraussetzung gegeben sein müssen, um Kapital in dieser Höhe(1 Mill. €) einfach nur zu bunkern oder ablegen zu können? Das können Sie nur, wenn Sie bereits alle Lebensunterhaltskosten für ein gutes Leben bezahlt haben und hinterher immer noch genügend übrig bleibt.
Richtig erkannt haben Sie auch, das Alles oberhalb dieser Grenze dann ausgegeben oder investiert(z.B. ins eigene Unternehmen) werden würde, oder wie Sie so schon sagten "verjuxen" . Das ist ja genau der Sinn meiner Idee, denn dieses Geld würde dann wieder in den Wirtschaftskreislauf fließen und ihn nicht mehr weiter drosseln.
Übrigens: Die Reichen von denen Sie befürchten, das sie dann auswandern würden, sind doch schon bereits ausgewandert oder haben einen neuen HAUPTwohnsitz, aber aus ganz anderen Gründen.

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 01.01.2013 16:16 Uhr

Erdrosselungssteuer

Mit solchen Ideen würde es keinerlei grössseres Kapital mehr in der deutschen Bevölkerung geben.
Alle wirklch Reichen würden einfach das Land verlassen.

Alle anderen würden zu wilden Übertragungen greifen, um der Konfiskation zu entgehen.

Oder sie würden alles oberhalb des Betrages vor dem Tode verjuxen. Die Kernbotschaft ist doch ganz klar: sparen ist böse, Konsum ist gut.

Auf gar keinen Fall würden die Armen dadurch reicher werden, nur die obere Mitte würde weniger werden

Eine der Ideen, die am Ende das juste Gegenteil vom Erwünschten ereichen

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Gerhard Katz

Das muss aber

ein total verarmter Zahnarzt sein...

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 31.12.2012 10:06 Uhr

Lebensweise mit blinden Flecken

Ich finde das in der Tat eine kluge Betrachtung des Problems. Man sollte allerdings sagen, dass es mehrere blinde Flecke gibt.

Die Möglichkeit alle Probleme so elegant zu lösen, gibt es nur bei einem sehr großen verfügbarem Anlagevermögen, bei gebundenem Vermögen ist die gerechte Trennung kaum möglich.

Typisches Problem ist weiterhin, dass die Alten den Jungen - oder zumindest nicht allen - nicht über den Weg trauen. Sie fürchten, dass das Vermögen verjuxt wird bzw. gar zum Schaden verwandt wird. Da ist es für den Seelenfrieden besser den Todesfall abzuwarten.
Und zuletzt ist Geld Macht über die Lieben und garantiert Bindung. Wer es aus der Hand gibt, verliert beides. Nettes Beispiel: Tragen die Grosseltern die Kosten für ein teures Auslandsstudium der Enkel direkt, sind ihnen Aufmerksamkeit und Dankbarkeit sicher. Wird das von einem 5 Jahre zuvor übereigneten Vermögen bestritten, gehen sie emotional "leer" aus.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.01.2013 19:02 Uhr
Martin Enzinger

Welche Länder wären das?

Namen müssen Sie schon nennen!

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 01.01.2013 16:11 Uhr

Das schiesst wohl über das Ziel hinaus

Sie sehen das je sehr von einer Seite. Grundsätzlich gibt es in vielen Ländern keinerlei garantierten Erbanspruch und eigentlich wird im Falle des Todes geerbt.
In unserer Gesellschaft bedeutet Geld klar Lebenschancen und Macht - wer man kann da weitergeben, aber die Frage: Warum sollte man das tun - sollte ja auch erlaubt sein.
Außerdem geht in dem Beispiel alles mathematisch gerecht zu. Das ist in der Praxis meist nicht so. Nur mal ein Bsp. angenommen die Alten wollen direkt die Enkelgeneration bedenken und die dazwischen übergehen, weil die schon gut versorgt sind.
So ein Plan gibt in den meisten Fällen jede Menge Ärger - da kann es doch schlauer sein, so etwas in einem etwas fiese Testament festzusurren

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K. Peter Luecke

@St Kugl: Ihre Antwort streift die Psycho-Problematik.

Wer "den Jungen ... nicht über den Weg traut", sollte sich vielleicht erst gar keine Kinder zulegen !?Und wer zuvorderst "Macht ... und Bindung" wünscht, sollte es besser bei gut bezahltem Personal belassen! Oder sich bloß einen Hund zulegen, der ist treu und immer dankbar. Vielleicht ist es aber auch bloß die sadistische Lust mancher Senioren, andere mit Vermögen schikanieren zu wollen ... Im Alter kommt das im Zweifel aber nur deutlicher zum Vorschein. Womit wir wieder bei "Psycho" sind.

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Wolfgang Schmitt

Wie lässt sich Langlebigkeit absichern?

Viele Beiträge dieser Kolumne drehen sich um Senioren, die durch die Ungewissheit über ihre Lebensdauer und dem damit verbundenen Finanzbedarf vor dem Vermögensverzehr oder -verteilung zurückschrecken. Um Finanzbedarf im hohen Alter abzusichern gibt es in den USA für Privatpersonen eine longevity insurance (Langlebigkeitsversicherung). Man zahlt z.B. im Alter von 60 Jahren einmalig 100 000 Dollar ein und erhält ab dem 85. Geburtstag im Erlebensfall jährlich bis zum Ableben 55 000 Dollar. Erlebt man das 85. Lebensjahr nicht, ist der Beitrag verfallen (keinerlei Beitragsrückgewähr wie bei Rentenversichungen). Diese Konstruktion macht die individuelle ökonomische Lebensplanung planbarer. In Deutschland gibt es Langlebigkeitsversicherung m.W. nur kollektiv für die Riesterversicherer, aber nicht für natürliche Personen.
Oder gibt es diese Langlebigkeitsversicherung doch auf individueller Basis. Es ist unethisch a

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 22:34 Uhr
Peter Fischer

Leibrentenversicherung

Ja, diese Absicherung des Langlebigketsrisikos gibt es auch in Deutschland. Man kann eine sofort oder spaeter beginnende Leibrentenversicherung ohne Beitragrueckgewaehr gegen Einmalbeitrag abschliessen.

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joachim tarasenko

Geld kann nicht der Mittelpunkt im Alter sein

wenn viel Geld zu Ängsten führt dann hat der Mensch die falsche Einstellung zum Leben. Wie kann jemand der viel Geld hat, Angst haben? Ich habe nie Missgunst verspürt oder Neid. Nur
wenn man mir ungerechterweise etwas vorenthalten hat. Neid auf das Vermögen andrer hat mich nie tangiert, ich würde nichts davon abkriegen oder etwas verlieren wenn ich Neid verspürte. Ich glaube dass weniger betuchte alte Menschen ziemlich zufrieden sind wenn sie gesund sind und
noch Freunde haben. Würde mir ziemlich blöd vorkommen wenn meine Gedanken nur um Geld kreisen würde.

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29.12.2012, 13:00 Uhr

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