14.04.2012 · Die Urteile der Gerichte schützen Privatleute auch in Zukunft nicht vor dem Einkauf überteuerter Produkte. Von Finanzdienstleistern können sie Respekt erwarten, nicht aber Rat allein zum Wohle des Kunden.
Von Volker Looman, ReutlingenRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Diskussion um die Höhe der Provisionen...
...ist viel Wind um nichts.
Viel interessanter ist für mich als Anleger meine persönliche
Rendite nach Kosten und Steuern im Verhältnis zu Risiko und Zeit.
Dafür muß es einheitliche, verständliche Kennziffern
geben, nicht für sinnlose Informationen wie den "Umsatz des
Verkäufers" (denn mehr ist die Provision nicht).
Es kann mir als Anleger völlig egal sein, ob die Provision bei 30%
oder bei 0% liegt. Mich interessieren beim Autokauf auch nur die Daten
des Autos und nicht, wieviel der Verkäufer an Umsatz macht. Um
seinen tatsächlichen Verdienst an mir zu erfahren, müßte
ich sowieso viel mehr wissen (z.B. Aufwand und Kosten), sonst kann ich
mit Provision nichts anfagen. Nur das Verhältnis von Output zu
Input muss stimmen.
Und ein "Honorarberater" ist bei Anlagen genauso sinnlos wie
beim Autokauf. Denn der macht wie ein Kfz-Sachverständiger nur
"Momentaufnahmen" und läßt mich allein. Dann schon
lieber ein langfristig betreuender Vertreter, der nicht immer wieder
kassieren will.
Es gibt bessere Alternativen !
Dann doch lieber selbst 3-4 Indexfonds (ETF's) kaufen (Asien, Osteuropa,
Südamerika), die gibt es zu 0,6% Verwaltungskosten pro Jahr (statt
2%) und man macht damit zumindest die weltweite Marktentwicklung der
Schwellenländer ohne hohe Kosten mit. Denn über die hohen
Kosten hinaus sind normale gemanagte Fonds auch noch erfolgloser im
Vergleich zu Indexfonds (ETF's), sie erreichen in 80% der Fälle
nach 5 Jahren nicht die Rendite der Indexfonds.
Lieber nicht!
Grundsätzlich habe ich früher auch ETFs befürwortet -
aber ich sehe bei vielen Fonds zwei wesentliche Risiken:
.
1) Fonds, die den Index nicht physisch replizieren (also
tatsächlich die Aktien des Indizes kaufen), sondern durch Swaps
abbilden, können große Verluste produzieren, wenn der
Swappartner seine Verpflichtungen nicht (mehr) erfüllt.
.
2) Fonds, die Wertpapiere des Fonds (die also den Anlegern und nicht dem
Fondsmanagement gehören!) verleihen, laufen Gefahr, dass der
Leihende die Papiere bei Fälligkeit nicht (mehr) liefern kann.
.
Aus diesen Gründen bevorzuge ich die Direktanlage - ausserdem kann
ich die "Luschen" eines Index damit aus meinem Portfolio ausschließen.
Wer beispielsweise 300.000 Euro insgesamt 15 Jahre anlegt, ...
sollte sich 30 verschiedene Aktien von deutschen Unternehmen kaufen,
deren Produkte er kennt und deren Management sich in der Vergangenheit
anständig verhalten hat. Dann hat er keine Probleme mit
ausländischen Quellensteuern und der sog. bias-Error wird auch von
professionellen (amerikanischen) Vermögensverwaltern begangen.
.
Beim Direktkauf von Aktien fallen (z.B. beim .broker) eine
Orderprovision von € 4,95 + 0,25 % vom Orderwert an - die Minimum-
/ Maximumprovision beträgt also € 9,95/€ 49,95.
.
Und wer 30 Jahre lang monatlich 250 Euro spart, kann dreimal im Jahr
für € 1.000 jeweils eine Aktiengattung kaufen und zahlt
dafür jeweils incl. Handelsplatzentgelt 11 Euro - also nur 1,1%.
Bestandsprovisionen fallen nicht an, die Depotführung ist ab €
10.000 kostenlos.
.
Nicht zu vergessen: auch Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
vermitteln Geldanlagen zum eigenen Vorteil - das merken jetzt viele, die
auf "guten Rat" hin jetzt in Schiffs- und Immo-Fonds
festsitzen - oder nachschießen.