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Die Vermögensfrage : Private Altersvorsorge ist ein Strauß vieler Finanzprodukte

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„Für unsere Altersvorsorge haben wir sogar auf unseren Sommerurlaub verzichtet...“ Bild: Kai

Wenn es um die Altersvorsorge geht, ist Gelassenheit ein guter Ratgeber. Anleger müssen Versicherungen, Kredite und Geldanlagen im richtigen Verhältnis mischen.

          Der Umgang mit der Altersvorsorge hat zum Teil merkwürdige Züge angenommen. Da gibt es auf der einen Seite die Angsthasen, die schon beim Gedanken an die Rente in Panik geraten, und da gibt es auf der anderen Seite die Verdränger, die bei diesem Thema sofort die Schotten dichtmachen. Und es gibt Menschen, die sich „irgendwo“ zwischen den Extremen einrichten. Die dritte Haltung dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die beste Lösung sein, weil nichts so heiß gegessen wird, wie es zuvor gekocht worden ist. Wer kühlen Kopf bewahrt und in Ruhe darüber nachdenkt, was Altersvorsorge wirklich bedeutet, kann die Aufgabe mit gewisser Gelassenheit angehen. Das wird in folgendem Beispiel deutlich.

          Ein junges Ehepaar bringt es in der Summe auf 60 Jahre. Er ist 30 Jahre alt und Diplom-Ingenieur. Sie ist ebenfalls 30 Jahre jung und Diplom-Betriebswirtin. Die beiden Akademiker stammen aus bürgerlichen Familien. Sie haben erfolgreiche Eltern und mehrere Geschwister, so dass der Lebensweg vorgezeichnet ist. Der Mann will Karriere machen. Die Frau möchte Mutter werden, auf den Beruf aber nicht verzichten. Das Ehepaar möchte sich gegen Risiken absichern, es träumt von einem Eigenheim, und im Alter sollte genügend Vermögen vorhanden sein, um den Ruhestand genießen zu können.

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          Die Anliegen sind nicht ungewöhnlich, und im Grunde genommen ist damit treffend beschrieben, worauf es bei der Altersvorsorge ankommt. Es geht weniger um Aktiensparpläne, Bausparverträge oder Riesterpolicen, sondern es geht um die Verknüpfung von Risikovorsorge, Eigenheim und Ruhestandsvermögen. Nur stellt sich die Frage, wie die Dinge verwirklicht werden sollen. Wie sollen die Aufgaben gemeistert werden? Zuerst das Eigenheim, dann das Vermögen? Oder sollen die Vorhaben parallel angepackt werden? Hier gibt es freilich keinen Königsweg, und das hat verschiedene Gründe.

          Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass das Ehepaar noch kein Vermögen besitzt. Allerdings hat es auch keine Schulden, und es ist auch nicht geplant, sich etwas auf Pump zu kaufen. Das monatliche Einkommen des Mannes beträgt 4500 Euro, der monatliche Lohn der Frau liegt bei 3500 Euro. Beide sind angestellt, so dass Sozialabgaben und Steuern in üblicher Höhe abgehen. Bei ihm bleiben 2648 Euro übrig, bei ihr sind es 2148 Euro.

          Die Summe von 4800 Euro verteilt das Ehepaar in Gedanken auf drei Töpfe. Die Miete der Wohnung beträgt zur Zeit etwa 800 Euro je Monat. Für den Alltag möchten die jungen Leute in den nächsten Jahren monatlich 1500 Euro ausgeben, halb ahnend, halb wissend, dass dieser Betrag nach der Geburt der Kinder auf mindestens 2000 Euro steigen wird. Folglich werden für den Aufbau des Privatvermögens kurzfristig 2500 Euro im Monat und langfristig 2000 Euro im Monat zur Verfügung stehen.

          Der erste Baustein der Altersvorsorge ist, ohne dass es dem Ehepaar richtig bewusst ist, bereits in trockenen Tüchern. Das ist die gesetzliche Rente. Die beiden Akademiker sind Angestellte, so dass an dieser Grundversorgung kein Weg vorbei führt. Der Mann muss in die Rentenversicherung monatlich 425 Euro einzahlen, und bei der Frau sind es 331 Euro im Monat. Die beiden Arbeitgeber geben dieselben Beträge hinzu. Was aus diesen Beträgen in 37 Jahren werden wird, steht in den Sternen, doch das Fundament der Altersvorsorge ist gelegt worden, so dass sich das Ehepaar mit der Risikovorsorge beschäftigen kann.

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