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Die Vermögensfrage : Mit Aktien in das Jahr 2016

  • -Aktualisiert am

Das neue Jahr im Blick: Ein New Yorker Börsenhändler strahlt Zuversicht aus. Bild: Reuters

Über den langfristigen Anlageerfolg entscheidet wesentlich die Höhe des Aktienanteils im Depot. Profis, die für Privatanleger Geld verwalten, verwenden vier Verfahren, um diesen Anteil zu steuern. Wir zeigen sie.

          Zu Beginn eines jeden Jahres stellen sich Privatanleger, Fondsmanager und Aktienanalysten die gleiche Frage: Wie wird das kommende Jahr für Kapitalanlagen? Im Vordergrund steht die Entwicklung der Aktienmärkte. Hierzulande werden von den Profis gern auch Wetten auf den Dax-Stand zum Ende des Jahres abgeschlossen. Zur Jahreswende wird man wieder viele Prognosen lesen, hören und sehen, mit plausiblen Herleitungen und klugen Argumenten, weshalb das Jahr für Aktien gut und für Anleihen schlecht wird oder weshalb die Rohstoffpreise wieder steigen oder nicht und so weiter. Darauf kann hier und jetzt also verzichtet werden.

          Hinter diesen Prognosen steckt die wichtige Frage: Wo gibt es im kommenden Jahr Erträge und wo Wertentwicklung? Man mag zu Aktien stehen, wie man will, aber für die langfristige Wertentwicklung steht nun einmal mal die Aktienanlage. Da der private Anleger üblicherweise nicht alles Kapital in Aktien oder Aktienfonds steckt, geht es um die Frage der Aktienquote innerhalb des gesamten Vermögens; sie kann zwischen 0 und 100 Prozent betragen. Das Anlageergebnis hängt nicht unwesentlich vom sogenannten „Timing“ ab, also von der Frage, nach welchen Kriterien die Aktienquote gesteuert werden soll. Hier muss man offen zugeben, dass ein Patentrezept für den optimalen Einstieg und Ausstieg nicht existiert.

          Dennoch wollen wir daran erinnern, dass für den gesamten Anlageerfolg - also über die Rendite und das dabei eingegangene Risiko - Entscheidungen über die Höhe der Aktienquote sehr viel wichtiger sind als die Entscheidung über die vermeintlich „richtigen“ Aktien. Gemeint ist die Aufteilung des für Aktien vorgesehenen Vermögens nach Regionen (Deutschland, Europa, Vereinigte Staaten, Asien etc.), nach Branchen (Automobil, Chemie, Finanzdienstleistungen etc.) sowie nach dem Börsenwert der Aktiengesellschaften. Das ist zunächst einmal einleuchtend, wobei es dazu auch sicher andere Stimmen geben mag, aber noch nicht besonders spannend.

          Also, wie geht’s denn? Der Stein der Weisen wurde zwar noch nicht gefunden. Aber es können Anregungen zur Wahl der Methodik gegeben werden, nach der die optimale Aktienquote im Depot bestimmt werden kann. Die Forschung bietet dazu vier Methoden, die in der Praxis für den Privatanleger in Form von Investmentfonds oder einer Vermögensverwaltung verfügbar sind. Sie sind nicht so kompliziert, wie sie vielleicht klingen.

          Das Kapital-Preis-Modell

          Da ist zunächst das Kapital-Preis-Modell. Vereinfacht dargestellt, funktioniert es so, dass in bestimmten Zeitabständen der Preis für Aktien ermittelt wird und mit einem erwarteten Zukunftswert der Aktien ins Verhältnis gesetzt wird. Ist der aktuelle Preis günstiger als der zu erwartende Zukunftswert, dann wird die Aktienquote erhöht. Ist der Preis teurer als der erwartete Zukunftswert, wird die Aktienquote verringert. Einen weiteren Einfluss hat der sogenannte risikofreie Zins. Ist der erwartete Zukunftswert für den risikofreien Zins höher als der derzeitige risikofreie Zins - wobei es den derzeit so gut wie nicht gibt, in der Branche spricht man deshalb vom „zinsfreien Risiko“ - ,dann wird die Aktienquote verringert, und umgekehrt.

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