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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 13.07.2013, 11:14 Uhr

Die Vermögensfrage Langfristige Geldanlage stellt viele vor Probleme

Die geringen Erträge werfen bei der Wiederanlage noch geringere Zinsen ab, so dass sich die Investoren mit kümmerlichen Realrenditen abfinden müssen. Mit kreativen Lösungen können Anleger die Folgen aber etwas mindern.

© Kai

Die private Altersvorsorge baut sowohl auf Einmalanlagen als auch auf Sparverträgen auf. Um es mathematisch auszudrücken: Der kleinste gemeinsame Nenner ist die Langfristigkeit der Verträge. In beiden Fällen geht es um Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren. Auch die Fragen nach Sicherheit und Zinsen bereitet vielen Anlegern zur Zeit heftige Kopfschmerzen. Was ist sicher? Wo gibt es noch Zinsen? Das treibt zum Beispiel auch folgenden Anleger um: Er ist Ende 40 und hat vor einigen Monaten etwa 500.000 Euro geerbt. Das Geld wird seit Wochen auf einem Girokonto mit Sonderzinsen geparkt. Nun stellt sich die Frage, was mit dem Geld geschehen soll. Die Überlegung ist ohne Zweifel ein Luxusproblem, doch wer in dieser Lage steckt, findet die Situation in der Regel überhaupt nicht witzig, weil sich Angst, Gier und Unsicherheit ins Unterbewusst-sein eingeschlichen haben. Der Mann will die Erbschaft langfristig, sicher und rentabel anlegen. Das sind die üblichen Vorgaben, doch was bedeutet das für die Geldanlage?

Im vorliegenden Fall sind 500.000 Euro auf einen Schlag anzulegen. Die Laufzeit soll 20 Jahre betragen. Der Anleger ist geschieden, er benötigt das Geld in dieser Zeit nicht, weil er jedes Jahr rund 200.000 Euro versteuert und keine Anzeichen erkennbar sind, dass sich daran in Zukunft viel ändern wird. Folglich ist der Mann auf laufende Erträge nicht angewiesen. Sollten also Mieten oder Zinsen bezahlt werden, sind die Beträge „irgendwie“ wieder anzulegen, zur Not auf dem Girokonto oder einem Sparbuch. In 20 Jahren soll über die Verwendung der Erbschaft neu nachgedacht werden. Möglicherweise wird sie angegriffen, vielleicht wird sie aber auch weiter vererbt.

Die Alternative kann eine Kapitalversicherung sein

Bei solchen Vorgaben wird deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt. Der Investor legt einmalig 500.000 Euro an, und er möchte in 20 Jahren die halbe Million nebst Zinsen wieder haben. Landwirte würden die Geschichte mit kernigen Worten auf den Punkt bringen: Was kommt hinten heraus, wenn man vorne 500.000 hineinsteckt? Was bleibt von der halben Million nach Abzug von Gebühren, Spesen und Steuern übrig? Die „ideale“ Geldanlage für solche Fälle sind Sparbriefe mit Ansammlung der Zinsen. Sie gehören zur „Grundausstattung“ jeder Genossenschaftsbank oder Sparkasse. Nur haben diese Sparbriefe keine Laufzeiten von 20 Jahren. Sie werden für die Dauer von einem Jahr bis fünf Jahren angeboten. Folglich kann der Anleger die 500.000 Euro längstens 60 Monate anlegen. In fünf, zehn und fünfzehn Jahren müsste er das Spiel wiederholen, um mit vier Sprüngen ins Ziel zu kommen.

Falls die heutige Verzinsung von 2 Prozent zu niedrig ist, wenn die Wiederanlage als lästig empfunden wird, wenn die Abgeltungsteuer während der Laufzeit zum Problem wird, kann die Alternative eine Kapitalversicherung sein. Die klassische Lebensversicherung, alternativ die private Rentenversicherung, wird zwar nur noch mit lausigen Garantiezinsen angeboten, doch das hat für den Anleger keine große Bedeutung. Entscheidend ist die Möglichkeit, einer Versicherung einmalig 500.000 Euro in die Hände zu drücken und in 20 Jahren das Kapital nebst Zinsen wieder zu bekommen.

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