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Zertifikate und ETFs

Die Vermögensfrage Länger laufende Sparverträge bergen hohe Kosten

Gebühren und Provisionen schmälern die Rendite. Versicherungen ohne Garantieverzinsung sind Blendwerk. Mit Indexfonds lässt sich oft besser vorsorgen.

© plainpicture/OJO Vergrößern Das eigene Geld im Sparschwein horten oder doch lieber versichern?

Die Gestaltung der Altersvorsorge hängt von den Zielen der Anleger ab. Wer in jungen Jahren vom Eigenheim auf sicherem Fundament träumt, wird gut beraten sein, kurze und preiswerte Sparverträge wie zum Bei-spiel einen Banksparplan und einen Bausparvertrag abzuschließen. Sie werden vor dem Einzug ins Eigenheim aufgelöst, um den Kredit so gering wie möglich zu halten. Folglich passen Sparverträge wie Basis-, Leibrente oder Riester-Verträge nicht ins Konzept. Anders sieht die Situation aus, sobald sich herausgestellt hat, dass das Eigenheim - egal aus welchen Gründen - doch kein Thema ist. Nun sollte das Sparen auf den Aufbau des freien Vermögens ausgerichtet werden, um im Alter von den Zinsen oder dem Kapital leben zu können.

Die Sparverträge müssen auf der einen Seite rentabel und sicher sein. Und sie sollten auf der anderen Seite dem Anleger gewisse Freiheiten einräumen, die Sparraten den Wechselfällen des Lebens anzupassen. Damit bleiben die Riester-Rente und die Rürup-Versorgung heikle Verträge. Wegen der staatlichen Förderung, hier Zulagen, dort Steuervorteile, sind beide Anlagen starre Verträge. Zuerst wird gespart, dann wird von Amts wegen verrentet. Das Kapital im Alter steht nur in Form monatlicher Renten zur Verfügung, was vielen Anlegern nicht bewusst ist. Daher müssen sich „Anleger ohne Eigenheim“ vor allem mit der Grundsatzfrage beschäftigen, wie frei sie in finanzieller Hinsicht durchs Leben marschieren wollen. Das wird in folgendem Beispiel deutlich.

Frei sein statt versichern

Ein 40 Jahre alter Mann hat mit seiner Frau zwei Kinder. Die Eltern verdienen brutto 6000 Euro pro Monat. Davon bleiben nach Abzug der Lohnsteuer und der Sozialabgaben rund 4200 Euro übrig. Das ist nicht schlecht, doch das eigene Haus haben sich die Eltern aus dem Kopf geschlagen. Sie haben zwar durch Geschenke und Sparverträge rund 75.000 Euro auf der hohen Kante, doch damit können in der großen Stadt, in welcher die Familie lebt, nur kleine Brötchen gebacken werden.

Die Aufnahme eines Kredits von 225.000 Euro würde der Familie zu einem alten Reihenhäuschen für 300.000 Euro am Stadtrand verhelfen. Dadurch wären die Eltern aber 28 Jahre lang die Sklaven ihrer Hausbank, weil die Rückzahlung der Schulden bei Monatsraten von 1000 Euro, der aktuellen Kaltmiete, fast drei Jahrzehnte dauert. Dazu haben die Anleger keine Lust. Genauso sind die Eltern nicht bereit, für eine Laufzeit von 15 Jahren monatliche Raten von 1600 Euro auf den Tisch zu legen, weil ihnen Kreditraten in Höhe von 38 Prozent des Nettoeinkommens einfach zu hoch sind.

Folglich bleibt es beim heutigen Status. Die Familie lebt in einer Mietwohnung, und die Eltern wollen in den nächsten Jahren zwischen 10 und 15 Prozent ihres Nettoeinkommens, das sind rund 500 Euro, in den Aufbau der Altersvorsorge stecken. Riester ist bekannt, und Rürup ist kein böhmisches Dorf, doch die Eltern wollen frei bleiben. Sie sind Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung, und es winken im Alter kleine Betriebsrenten. Das ist den Eltern genug Zwang, so dass sie wenigstens bei der Anlage ihrer Sparraten „frei“ sein wollen.

Anleihen und Aktien

Wer die Wünsche - kein Eigenheim, keine geförderte Altersvorsorge - so klar benennen kann, ist schon weit gekommen. Nun ist ihm in der Regel auch bewusst, dass nicht viele Sparverträge zur Verfügung stehen. Was auf den ersten Blick wie ein Mangel aussieht, ist auf den zweiten Blick aber ein Segen. Der Weizen hat sich von der Spreu getrennt. Es kommen nur noch Anleihen und Aktien in Frage. Konkret stellt sich die Frage, ob fondsgebundene Kapitalpolicen oder handgestrickte Sparpläne die bessere Lösung sind. Dazu ist ein Blick hinter die Kulissen notwendig.

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