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Veröffentlicht: 14.06.2009, 12:00 Uhr

Die Vermögensfrage Geheimnisvolle Baufinanzierung

Die meisten Menschen beherrschen die Eigenheimfinanzierung nicht. Das führt zu folgenschweren, teuren Fehlentscheidungen. Den größten Gewinn werfen Bildung und Wissen ab.

von Volker Looman
© F.A.Z.-Kai

Das Wissen der Deutschen über die Finanzierung von Eigenheimen ist mäßig. Selbst Leuten, die längst darin wohnen, ist zum Teil nicht klar, worauf sie sich eingelassen haben. Etwa 70 Prozent der Anleger wissen nicht, was ein Annuitätendarlehen ist, rund 80 Prozent der Privatleute können nicht sagen, was eine Prolongation ist. Die Folgen dieser Unwissenheit können zu teuren Fehlentscheidungen führen.

Die Comdirect-Bank hat mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung aus Köln 2000 Privatleuten Fragen rund um das Eigenheim und dessen Finanzierung gestellt. 7 Prozent der Befragten kennen sich demnach gut aus. 63 Prozent haben durchschnittliche Kenntnisse - doch 30 Prozent konnten die Fragen nicht beantworten. Menschen mit guter Bildung und hohem Einkommen sind in der Regel besser informiert.

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Kampf gegen Windmühlen

Die mäßigen Kenntnisse schreien nach Abhilfe, weil das Eigenheim und die Kreditaufnahme zu den größten Investitionen im Leben zählen. Doch es steht in den Sternen, wer für Abhilfe sorgen soll. Banken sind an soliden Krediten interessiert, doch ihr Interesse an aufgeklärten Kunden hält sich in Grenzen. Verbraucherzentralen geben sich seit Jahren große Mühe, die Privatleute über den Nutzen des Eigenheims und die Folgen der Kreditaufnahme zu informieren; doch sie führen mangels Geld und Personal einen Kampf gegen Windmühlen.

Und die Verbraucher selbst? Eigentlich müssten sie größtes Interesse haben, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. In vielen Fällen fehlt die Bereitschaft, sich mit dem Thema zu beschäftigen, und es ist erschreckend zu sehen, wie hastig sie zum Teil Kreditverträge unterschreiben.

Wenn es anders wäre, würden mehr Eigenheimkäufer mit der gebotenen Distanz an die Sache herangehen und feststellen, dass sich das Eigenheim oft nicht lohnt. So lassen sich aber viele Menschen davon beeindrucken, wie viel Geld sie ihrem Vermieter in den nächsten 30 Jahren überweisen müssen.

Höhere Kredite und längere Laufzeiten

Es ist zwar richtig, dass monatliche Mieten, die bei 1000 Euro beginnen und jedes Jahr um 3 Prozent steigen, zu einer Summe von 588.000 Euro führen. Doch wer glaubt, sich für diesen Betrag ein Haus kaufen zu können, ist auf dem Holzweg. Auch Banken fordern Geld, und bei einem Kreditzins von 5 Prozent pro Jahr reichen die Raten gerade mal für eine Hypothek von 273.000 Euro. Das kann für den Kauf eines Hauses reichen, doch ob sich die Sache tatsächlich lohnt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Bei der Schätzung, wie teuer ein Haus unter dem Strich ist, liegen viele Privatleute daneben, und das ist der Hauptgrund, warum viele Objekte auf finanziell wackeligem Fundament stehen. Im Alltag ist es gang und gäbe, die kalkulierten Baukosten zu überschreiten. Dafür wird später mit aller Kraft an den Zinsen geschraubt. Das ist jedoch ein Kampf, den die Bauherren von Anfang an verloren haben. Banken sind nur zu geringen Zugeständnissen bereit, und die Tatsache, dass die vorgesehenen Baukosten um 15 oder 20 Prozent überzogen werden, kann in der Regel nur durch höhere Kredite und längere Laufzeiten repariert werden.

Von Anfang an anders gestalten

Was sich hinter dem Eigenkapital verbirgt, war den Probanden der Studie in acht von zehn Fällen klar. Ob sie die Frage wirklich verstanden haben, darf bezweifelt werden. Kenner wissen, wo in der Praxis die Fallstricke lauern. Das ist auf der einen Seite die Tatsache, dass die Eigenkapitaldecke in vielen Fällen kurz ist. Noch schlimmer ist die notorische Weigerung zahlreicher Mieter, vor der Kreditaufnahme sämtliche Geldanlagen aufzulösen, um die Verschuldung zu minimieren.

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