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Die Vermögensfrage Fondsbasierte Vermögensverwaltung ist ein Fass ohne Boden

 ·  Anleger bezahlen Banken für Arbeiten, die überhaupt nicht erbracht werden, und vergüten Verwalter, die in der Regel nicht mehr wissen als der Anleger selbst. Muss das sein?

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© Kai Vergrößern „Mein Mann will unser Vermögen besonders breit streuen...“

Das vergangene Jahr war für Anleger, die Geld in Aktien angelegt haben, in der Regel äußerst erfreulich. In Deutschland stieg der Dax um 26 Prozent. Auch die Verzinsung festverzinslicher Papiere war, wenn es sich um Unternehmenstitel handelte, mit Erträgen von 3 bis 4 Prozent nicht übel. Die Ergebnisse werden die Investoren in diesen Tagen, wenn die Abrechnungen der Verwalter ins Haus kommen, mit Freude zur Kenntnis nehmen. Im Überschwang der Gefühle sollten die Privatleute aber nicht vergessen, sich wieder einmal die Frage zu stellen, ob die aktive Vermögensverwaltung wirklich notwendig ist.

Auslöser für diese Überlegung sind die Kickbacks und Retrozessionen, die seit Jahren für großen Ärger sorgen. Sie fallen an bei Banken, welche die Kundengelder einem Investmentfonds übergeben haben, und bei freien Verwaltern, welche die Kundengelder bei einer Bank deponiert haben. In beiden Fällen ist es an der Tagesordnung, dass die Bank von dem Investmentfonds und der Verwalter von der Bank jedes Jahr eine „Bestandsprovision“ erhalten, die zwischen 0,25 und 1 Prozent liegt.

Die versteckten Zahlungen sind ärgerlich. Noch ärgerlicher ist freilich die Tatsache, dass die aktive Vermögensverwaltung nicht auszurotten ist. Die Gestaltung und die Verwaltung des Privatvermögens sind in vielen Haushalten so einfach, dass fremde Hilfe überhaupt nicht nötig ist. Viel wichtiger ist die breite Streuung der Guthaben und der strenge Blick auf die Kosten. Das wird in folgendem Beispiel deutlich.

Über die Qualität der Finanzberatung wird beständig geklagt

Ein Anleger ist 65 Jahre alt, und seine Frau ist 60 Jahre jung. Die beiden Anleger haben sich im Laufe ihres Lebens ein stattliches Vermögen aufgebaut. Das Ehepaar wohnt in einem schuldenfreien Eigenheim, das ungefähr 400.000 Euro wert ist. Außerdem gibt es in der Schweiz eine Ferienwohnung im Wert von 200.000 Euro. Die monatlichen Renten summieren sich auf 4000 Euro. Hinzu kommen Erträge aus einer Wohnung in Berlin, die 300.000 Euro wert ist. Abgerundet wird das Vermögen durch Bargeld und Aktien. Die erste Position ist 600.000 Euro groß, und die zweite Position ist 100.000 Euro klein.

Das Vermögen sollte Anlass sein, um den Ruhestand in vollen Zügen zu genießen. Damit haben die beiden Anleger im Moment aber Probleme, weil sie sich Sorgen über das Bargeld machen. Wie können die Anleger ihre Angst bekämpfen? Wie sollen sie sich gegen die täglichen Meldungen über wackelnde Banken und schwankende Börsenkurse zur Wehr setzen? Das Ehepaar sollte, um es auf den Punkt zu bringen, einen einfachen Plan entwickeln, wie das Geld anzulegen ist, und es sollte dieses Konzept mit Hartnäckigkeit und Sturheit umsetzen. Außerdem wäre es zweckmäßig, das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, weniger fernzusehen und Zeitung zu lesen, da schlechte Nachrichten das Leben erheblich verkürzen.

Sinn und Zweck der Bilanz ist die sinnvolle Aufteilung des Vermögens. Seit Jahr und Tag wird über die Qualität der Finanzberatung in Banken, Bausparkassen und Versicherungen geklagt. Die Anleger bemängeln zum Beispiel, dass sich viele Berater nicht genügend Zeit nehmen, um mit ihren Kunden ausführlich über das gesamte Privatvermögen zu sprechen, und sie ärgern sich darüber, dass die meisten Beratungen in „schnelle“ Empfehlungen münden, das Geld in diese oder jene Anlage zu stecken. Die Kritik ist zum Teil berechtigt, doch solange die Anleger weder die Karten auf den Tisch legen, weil die Bank nicht „alles“ wissen soll, noch genau sagen können, was sie wollen, wird die Qualität der Beratung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht steigen.

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Der Autor ist Finanzanalytiker in Bremen.

Quelle: F.A.Z.
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