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Die Vermögensfrage Eigenheim und Aktien lohnen sich nur bei hohen Zinsdifferenzen

Schulden tilgen und dabei gleichzeitig Aktiendepots aufbauen, setzt einen entsprechenden Mut zum Risiko voraus. Das kommt aber für viele Anleger nicht in Frage.

© Kai „Und wenn Sie unterschreiben, dürfen Sie auch den schicken Kugelschreiber behalten...“

Wenn die Entscheidung für das Eigenheim gefallen ist, blicken die meisten Privatleute nur noch auf den Zins. Je niedriger der anfängliche Nominalzins ist, so lautet die weit verbreitete Meinung, desto geringer sind die Monatsbelastung und die Gesamtkosten. Das stimmt in vielen Fällen aber nicht. Günstige Zinsen können zum Teil gewaltig blenden. In der Regel ist es viel wichtiger ist, erst die richtige Tilgungsart zu finden und dann über den Zins zu verhandeln. Die heutigen Vorschläge der Banken, Bausparkassen und Investmentgesellschaften bestehen aus drei Standardmodellen.

Üblich ist die klassische Hypothek mit annuitätischer Tilgung. Die Anleger nehmen Geld auf und bezahlen das Kapital und die Zinsen in gleichen Monatsraten zurück. Die zweite Lösung ist die Bausparfinanzierung. Hier erhält der Eigenheimer ein Festdarlehen, für das bis zur Zuteilung des Bausparvertrages nur Zinsen entrichtet werden. Wenn der Vertrag zugeteilt worden ist, wird das Festdarlehen abgelöst und das Bauspardarlehen wird in Form eines Annuitätenkredits in gleichen Monatsraten zurückgezahlt. Das dritte Modell ist ein Festdarlehen, das über einen Aktiensparplan getilgt wird. Die letzte Variante erfreut sich in jüngster Zeit steigender Beliebtheit, weil die Höhe der Zinsdifferenz so verlockend ist. Die Chancen und Risiken der Lösung werden in folgendem Beispiel deutlich.

Ein Ehepaar mit zwei Kindern, die Eltern sind jeweils Mitte 30 und beide berufstätig, verdient zur Zeit insgesamt 120.000 Euro pro Jahr. Der Mann bringt 70.000 Euro nach Hause, und die Frau kommt auf 50.000 Euro. Von dem Bruttoverdienst, der über die Lohnsteuerklassen III und V abgerechnet wird, bleiben nach Abzug der Sozialabgaben und Steuern fast 71.000 Euro übrig. Das sind knapp 6000 Euro pro Monat. Von diesem Betrag möchte das Ehepaar rund ein Drittel, also 2000 Euro, in die Finanzierung eines Eigenheims und in den Aufbau eines Aktiendepots stecken.

Der Kredit ist ein einfaches Geschäft

Momentan steht das Eigenheim im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Ehepaar interessiert sich für ein Haus, das 15 Jahre alt ist und einschließlich der Nebenkosten rund 300.000 Euro kosten soll. Die Eltern haben 70.000 Euro auf der hohen Kante. Folglich ist ein Kredit von 230.000 Euro nötig, um den Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können. Das wird unter der Voraussetzung, dass die Ehepartner ihre Arbeit behalten und ihre Liebe pflegen, kein Problem sein, weil die Zahlen stimmen. Trotzdem stellt sich die Frage, wie die Finanzierung des Eigenheims und den Aufbau der Altersversorgung, in diesem Fall der Aufbau des Aktiendepots, so geschickt wie möglich unter einen Hut gebracht werden können. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.

Tabelle / Die Vermögensfrage / Eigenheim und Aktien lohnen sich nur bei hohen Zinsdifferenzen © F.A.Z. Bilderstrecke 

Der einfachste Weg ist ein Festdarlehen, das mit Hilfe eines Aktiensparplans getilgt wird. In Tabelle 1 stehen die Daten des Festkredits. Der Nominalbetrag lautet über 230.000 Euro. Die Laufzeit des Darlehens soll 32 Jahre betragen, weil das Ehepaar den Kredit spätestens beim Eintritt in den Ruhestand zurückzahlen möchte. Der Nominalzins liegt bei 3,5 Prozent pro Jahr. Das ist im Augenblick der Preis für eine Zinsbindung von 30 Jahren. Es wird im Detail zu klären sein, ob die lange Zinsbindung sinnvoll ist, doch für den Vergleich langfristiger Finanzierungen sollte mit diesem Sollzins gerechnet werden.

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Der Kredit ist, weil keine Nebenkosten anfallen, ein einfaches Geschäft. Die Anleger bekommen 230.000 Euro auf die Hand. Sie zahlen dem Kreditgeber, wenn der Zinssatz für die gesamten 32 Jahre gilt, insgesamt 384 monatliche Zinsraten von jeweils 671 Euro. Und am Ende der Laufzeit sind noch die 230.000 Euro zu tilgen. Es liegt auf der Hand, die Zinsen zu addieren, doch die Erkenntnis, dass die Summe bei 258.000 Euro liegt, wird bei den Anlegern nicht zur Erweiterung des Bewusstseins beitragen. Damit können die Privatleute nichts anfangen.

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