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Die Vermögensfrage : Die Kunst des richtigen Sparens

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Der Sonne entgegen: Geht beim Sparen alles gut, kann das Alter nett werden. Bild: Westend61 / vario images

Nicht jeder börsennotierte Indexfonds (ETF) eignet sich für einen Sparplan. Entscheidend sind Streuung, Art der Thesaurierung und Kosten. Außerdem sollte man auf mehr als einen ETF setzen.

          Sparpläne nehmen es auf der nach unten offenen Charme-Skala mit Bausparverträgen oder Lebensversicherungen auf. Sie sind langweilig. Da grüßt kein Börsenmann vom Parkett, da wird nicht irgendwo auf dem Globus vor Bildschirmen wild gehandelt, da gibt es keinen Kick vor jeder Sitzung der amerikanischen Notenbank. Bei Sparplänen wird abgebucht: Monat für Monat, Jahr für Jahr, manchmal Jahrzehnt für Jahrzehnt. Und nach einem langen Berufsleben kommt der Kassensturz. Und dann zeigt sich, ob die Werbung mit den glücklichen Alten in ihren blitzenden Oldtimern gehalten hat, was sie versprach.

          Genau darum geht es aber bei allen langfristigen Sparformen. Sie sollen ein fernes Vermögensziel ansteuern, zum Beispiel für das Alter vorsorgen, und das Vermögen systematisch aufbauen. Bei guten Erträgen mit überschaubarem Risiko, auf der Basis regelmäßiger Raten – eben zum Vergessen langweilig.

          Das heißt aber nun nicht, dass es dem Anleger völlig egal sein sollte, was hinter seinem Rücken mit dem Geld passiert. Im Gegenteil: Die Zeiten teurer Fondssparpläne, bei denen Banken und Sparkassen regelmäßig die Ausgabeaufschläge von fünf Prozent einsteckten und sich die Fondsgesellschaften Jahr für Jahr über Verwaltungsgebühren bedienten, sollten vorbei sein. Es hat sich herumgesprochen, dass es entscheidend auf die Kosten ankommt und die Wahrscheinlichkeit, ein strahlender Alter im blitzenden Oldtimer zu werden, ungleich höher ist, wenn der Sparplan kostengünstig mit börsengehandelten Indexfonds, den ETF, bestückt wird.

          Bei ETF-Sparplänen folgt das Sparergebnis eher ungeschmälert von Kosten, Provisionen und Gebühren der Entwicklung der Kapitalmärkte. Diese Sparpläne sind der zeitgemäße Ersatz für Sparpläne mit gemanagten Fonds oder klassischen Lebensversicherungen (Vermögensfrage vom 12. Februar 2016).

          Wackeln die Aktien, sind die Renten fester

          Aber es bleiben Sparpläne, die in erster Linie für den sicheren und rentablen Vermögensaufbau sorgen sollen. Deshalb gelten für die Auswahl der ETF all die hübschen Regeln, die sich für eine vorsichtige Vermögensbildung entwickelt haben. „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, lautet, anschaulich formuliert, die wohl wichtigste Regel der Vermögensanlage. Gemeint ist die Diversifikation der Anlageklassen, die geeignet ist, das Risiko im Depot zu senken. Vom Segen der Mischung weiß die Wissenschaft seit der Entwicklung der modernen Portfoliotheorie in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

          Der Grundgedanke ist einfach: Jede Anlageklasse reagiert unterschiedlich auf die Entwicklungen der Finanzmärkte: Wackeln die Aktien, sind die Renten fester. Und umgekehrt, beben die Finanzmärkte, strahlt Gold umso heller und so weiter. Das hat in den vergangenen Finanzkrisen, die europäische Schuldenkrise eingeschlossen, zwar nicht immer so trennscharf geklappt, wie es sich die Theorie erhofft hatte. Der Grundsatz ist damit aber nicht über den Haufen geworfen.

          Aktien sind dabei auf lange Sicht rentabler als Anleihen. Sie müssen sogar rentabler sein, was Ökonomen auch begründen können. Die Zahlen sprechen für sich: Aus 100 Dollar, die vor 30 Jahren in den sehr breiten Nasdaq Composite Index investiert worden sind, wurden bis heute gut 2000 Dollar. Aus dem Gegenwert von 100 Euro, vor 30 Jahren in den Dax investiert, wurden inzwischen 1300 Euro. Dass dabei im Zeitablauf einzelne Länder höchst unterschiedlich abschneiden, sollte niemanden überraschen.

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