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Die Vermögensfrage : Die Grundlage der Altersvorsorge: Arbeit und Liebe

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Zeit zu zweit beim Wandern im Wald Bild: dpa

Die finanzielle Flurbereinigung in der Mitte des Lebens bringt vielen Haushalten mehr Lebensfreude. Manchmal tut sie aber auch weh.

          Die Zeit zwischen dem 40. und 50. Geburtstag ist in vielerlei Hinsicht wie die Pause beim Fußball. Man denkt darüber nach, wie es in der ersten Halbzeit gelaufen ist, und man macht sich Gedanken, wie es in der zweiten Halbzeit weitergehen wird. Das ist beim Umgang mit Geld nicht viel anders. Im fünften Jahrzehnt ziehen viele Menschen vorsichtig Bilanz. Wie hoch ist das Vermögen? Wie sieht es mit den Schulden aus? Wie steht es um die Risikovorsorge? Wer aber ehrlich zu sich selbst ist, wird sich weitere Fragen stellen. Was macht eigentlich die Arbeit? Ist sie noch Berufung, oder ist sie nur noch Qual? Und wie sieht es zu Hause aus? Blüht die Liebe noch? Oder ist die Beziehung längst verwelkt? Die Bilanz der ersten Lebenshälfte wird in vielen Fällen zu der Erkenntnis führen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Sie sollte aber, und das ist die wichtigste Botschaft, nicht zu Enttäuschung und Resignation führen. Was geschehen ist, ist eben passiert. Nun steht aber die zweite Halbzeit vor der Tür, und sie bietet viele Möglichkeiten. Wer sie nutzen will, sollte freilich wissen, wie und wo die Akzente zu setzen sind.

          Die mit Abstand wichtigste Geldquelle ist die Arbeit. Nur wer Arbeit hat, kann überhaupt Vermögen aufbauen. Und wer Arbeit hat, aber in ihr keinen Sinn sieht, wird ähnliche Probleme haben, zu Wohlstand zu kommen. Das sind alte Kamellen, wie der Kölner sagt, doch die Einstellung zur Arbeit ist nicht nur am Rhein eine Katastrophe, wie aktuelle Zahlen belegen. Rund zwei Drittel aller Deutschen erledigen ihre Arbeit lustlos, und ein Sechstel hat innerlich gekündigt. Die Liste der Gründe ist lang, doch was bringt die Jammerei? Wer heute 45 Jahre alt ist, hat in der Regel noch 22 Berufsjahre vor sich. Das sind fast 5000 Arbeitstage. Soll diese Zeit bis zur Rente wirklich „abgesessen“ werden? Oder ist die Erstarrung nicht Anlass genug, um über Alternativen nachzudenken? Die meisten Leute werden sagen, keine Wahl zu haben, doch das ist nicht richtig. Die Menschen können ihre Einstellung zur Arbeit ändern, oder sie können Tätigkeiten suchen, in denen sie Sinn sehen und Erfüllung finden.

          Bei den Versicherungen ist Entschlackung oberstes Gebot

          Ähnlich sieht es in der Liebe aus. Rund die Hälfte aller Ehen wird in Deutschland geschieden. Das ist kein Anlass zur Freude. Oder ist die Trennung doch Anlass zur Freude, weil diese Menschen den Mut hatten, unglückliche Beziehungen zu beenden? Wie hoch mag die Zahl abgekühlter Beziehungen in Deutschland sein? Und soll man oder frau die nächsten 40 Jahre – fast 15.000 Tage – in solchen „Kühlhäusern“ verbringen? Scheidungen sind ohne Zweifel mit Schmerzen verbunden, doch wenn es nicht mehr geht, klappt es eben nicht mehr, und dann sind Trennungen trotz der Kosten die bessere Lösung, weil zermürbende Beziehungen die beste Voraussetzung sind, um auch beim Aufbau von Vermögen und Wohlstand auf die Nase zu fallen. Umgekehrt sind Erfüllung im Berufsleben und Liebe im Privatleben die besten Grundlagen, um mit Schwung und Begeisterung in die zweite Halbzeit zu starten. Dafür sind nicht viele Finanzverträge nötig. In den meisten Haushalten reichen nach der Pause fünf Produkte: Tagesgeldkonto, Haftpflichtversicherung, Krankenkasse und zwei Indexfonds.

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