14.01.2012 · Ärzte und Pharmazeuten als Vorbilder: Anleger würden vor vielen Verlusten geschützt, wenn Finanzinstitute nicht gleichzeitig als Berater und Finanzanbieter aufträten.
Von Volker Looman, ReutlingenRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Gut, ob man ausgerechnet die Pharmaindustrie als positives Beispiel
nennen muss, mag bezweifelt werden. auch hier wurden schon genug
Ärzte durch Geschenke, Reisen etc motiviert, lieber diese als eine
andere Arznei zu empfehlen.
Ich selber bin unabhängiger Finanzberater seit über 20 Jahren
selbständig. Ich kann von Provisionen, könnte auch von
Beratungshonoraren leben. Dazu muss man sich aber erst ein
entsprechendes Standing aufbauen, was jungen Kollegen am Anfang nicht
gelingen kann.
Unsere Motivation auch im Gespräch mit vielen Produktanbieter geht
in eine andere Richtung. Baue doch die Verträge so, dass weniger
oder keine Abschlussprovision fällig wird und lass und dauerhaft am
Erfolg beteiligen.
Das würde dauerhaft dazu führen, dass Vermittler, Gesellschaft
und Kunden am gleichen Strang ziehen. Das Hauptproblem heute ist doch,
dass die meisten die Gebühren vorab nehmen und hinterher ihnen der
Anlageerfolg egal sein kann.
Gemeinsame Freude und Leid wäre ein einfaches Mittel.
Zwei paar Schuhe
Ich hatte den Vorschlag anders verstanden: Statt Abschlussprovisionen
sollten die Vermittler mehr Bestandsprovisionen erhalten.
Damit haben sie ein großes Interesse an lang laufenden
Kundenbeziehungen und sind am wirtschaftlichen Verlauf der Geldanlage beteiligt.
Die von Ihnen angesprochene Erfolgsbeteiligung ist die des Produzenten
und bezieht sich in der Regel nicht auf die Provisionen.
Eine höhere Gewichtung der Bestandsprovisionen zu Lasten der
Abschlussprovisionen scheint mir der vernünftigste Weg aus dem
Dilemma zu sein. Honorare hätten meines Ermessens den Nachteil,
dass viele Menschen die Vorsorge noch mehr vernachlässigen (weshalb
der Vorschlag auch sehr häufig aus der Ecke der
Staatsgläubigen kommt), die Nachteile der Abschlussprovisionen
wurden ja schon aufgezeigt.
Beratung und Verkauf zu trennen löst meiner Meinung nach keine
Probleme, der Blick auf das Verhältnis von Arzt und Apotheker zeigt
dies doch (teure Beratung UND teure Produkte, ohne
Qualitätsgewinn).
Das gibt es ja angeblich schon.
Nur wenn Sie dann den Vertrag genau anschauen, will der Finanzberater nur im Erfolgsfall beteiligt sein, nicht aber ggf. am Mißerfolg. Und selbst wenn, gibt es nur einen arg begrenzten Verlustvortrag. Wenn es dann im letzten Quartal um 20 % gen Süden geht, ist das im Bezug auf das Erfolgshonorar üblicherweise am 31.12. "verjährt". Wenn der Finanzberater quartalsweise abrechnet, kann es sogar sein, dass er übers Jahr Erfolgshonorar kassiert, obwohl das Depot am Jahresende gegenüber dem Jahresanfang dick im Minus steht. Und wenn es dann im Januar des Folgejahres die übliche Zwischenerholung gibt, ist der Finanzberater schon wieder am "Gewinn" beteiligt, obwohl das Depot immer noch nicht den Verlust aufgeholt hat, weil für die Berechnung des Honorars der Verlust nicht über den 31.12. fortgeschrieben wird. Ganz zu schweigen vom festgelegten Maßstab für Gewinn oder Verlust. Da werden ja manchmal die abenteuerlichsten Indizes als Vergleich festgelegt.
Da ist er ja schon, der "Autobahn-Finanzberater", wie uns Herr Bernhard soeben mitteilt. "Zuwax".
"Zuwax" ist der neutrale Versorger und Bäcker für diese Dienstleistung den es bereits gibt
Beratung und Verkauf in der Finanzberatung zu trennen, ist der einzig sinnvolle Weg. Aber so lange die Finanzlobby stärker ist wie das Verbraucherschutzministerim dürfte sich daran nicht viel ändern.
Eine Trennung ist sehr zu begrüßen - Es gibt bereits den "Bäcker" der Anleger neutral versorgt: Zuwa
Beratung und Verkauf in der Finanzberatung zu trennen, ist der einzig sinnvolle Weg. Aber so lange die Finanzlobby stärker ist wie das Verbraucherschutzministerim dürfte sich daran nicht viel ändern.
Nachtigall ick hör dir trapsen
Das würde uns gerade noch fehlen, der amtliche Finanzberater, den
sich Herrn Lohmann wünscht. Was der nicht kennt oder nicht mag,
"verschreibt" er mit nicht; und ohne sein Rezept darf ich mir
nichts kaufen. Die Zwangsbesuch in ihrer Sprechstunde würde den
Honorarberatern natürlich gefallen. Der Vergleich mit dem
Schornsteinfeger trifft den Nagel auf den Kopf; dazu stand ja mal in der
FAZ: Bezirksschornsteinfeger - die Lizenz zum Gelddrucken. Wie
früher der "Autobahntierarzt" für den Landwirt, gibt
es dann bald für Selbstentscheider den Autobahn-Finanzberater, der
dort regelmässig auf Parkplätzen "Sprechstunde"
abhält und mir ein Rezept ausstellt für das Finanzprodukt, das
ich selbst will.
Natürlich muss ich wissen, dass ein Bankberater mir in erster Linie
etwas verkaufen und mich nur begrenzt beraten will. Aber wenn ich zum
BMW-Händler gehe, erwarte ich ja auch nicht, dass der mir sagt,
für Ihre Zwecke kaufen sie besser einen VW Golf.
Wo doch in Deutschland bei minimalen Kosten beste Volksgesundheit
vorliegt, Die Analogie muss nicht vom Gesetzgeber herbeigeführt
werden, die Zustände im Gesundheitswesen sind doch schon
längst so traurig wie im Finanzbereich.
Renee Claude meint, man sollte sich bei komplizierten Dingen selber schlau machen. Aber wie soll das gehen, wenn ein Banker um die dreissig einer Person um die achtzig bis neuzig gegenübersitzt und sein "Wissen" innerhalb einer knappen Stunde über den völlig wissensfreien Anleger schüttet, das er sich in unzähligen Seminaren angeeignet hat. Die Anleger sind nach diesem Crashkurs nicht in der Lage zu erkennen, was eine gute bzw. sichere Anlage ist und stimmen den Vorschlägen des Beraters vertrauensvoll zu, der dann unmittelbar und ohne Zögern zum Verkauf schreitet. Damit werden überwiegend ältere Menschen in eine Falle gelockt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Selbst biedere Banken, wie Landes- und Volksbanken, die noch bis vor einigen Jahren einen Ruf von Vertrauen und Seriosität für sich in Anspruch nehmen konnten, scheuen sich nicht, auf diesen Zug aufzuspringen. Nicht umsonst ist der Beruf des Bankbeschäftigten im allgemeinen da angelangt, wo er hingehört, im Rinnstein.
Bitte nicht die Fehler des Pharmasektors wiederholen!
Ich bin begeisterter Leser von Volker Lohmann, aber beim staatlich geförderten Honorarberater muss ich widersprechen. Dies Prinzip funktioniert schon im Pharmasektor nur leidlich. In der Gesundheitsindustrie wird die Kaufentscheidung eines verschreibungspflichtigen Medikamentes weder vom Konsumenten (Patient) noch vom Bezahler (Kasse) gefällt. Diese einmalige Konstellation führt mittels umherreisender „Pharmareferenten“ nachweislich zu überteuerten und unsinnigen Therapien, die lukrativ für Ärzte und Hersteller sind, aber weder betriebswirtschaftlich vernünftig noch gesundheitsfördernd sind. Die Lösung im Umgang mit Geld kann nur in Bildung liegen! Hier sind Schule und Elterhaus gefordert. Es kann doch nicht angehen, dass junge Menschen sogar ein Abitur bekommen können obwohl sie nicht ansatzweise in der Lage sind, die Gesamtkosten einer Hausfinanzierung oder eines 24-monatigen Handyvertrages zu ermitteln!
Hallo, in den 90ger Jahren des vergangangen Jahrhunderts konnte man trotz Provisionen und Ausgabeaufschlägen von 5% für Aktienfonds gute Gewinne machen, da war der Banker noch ein guter Ratgeber (Weil das Ergebnis für den Anleger stimmte). Im neuen Jahrtausend sind 5% Ausgabeaufschlag vernichtend für die schmale, bzw. gar nicht vorhandene Rendite. Die goldenen Eurozeiten sind bisher für den Kleinanleger gar nicht so golden, warum auch immer. Freundliche Grüße.
So ist sie nun mal unsere Politik: Sie sind genauso wie die Banker, man denkt nur an eigene Vorteile
Anstelle endlich eine überfällige Finanzmarktstruktur zu schaffen, ist das Einzige was ihnen einfällt die "Finanzmarkttransaktionssteuer". Und wer auch nur ein paar Zahlen fehlerfrei zusammenzählen kann, der weiß natürlich, daß eine derartige Steuer absolut nichts bewirken kann, außer natürlich reichlich Geld in die Staatskassen zu spülen. Und die Berufssozialisten tun dann auch noch so als würde so eine Steuer nur die "Reichen" und die Banken treffen. Falsch, es wird wieder einmal nur der kleine Mann diese Steuer bezahlen, weil sie in die ganz normale "Feld, Wald und Wiesen-Kalkulation eingeht. Im Grundsatz ist ein Bankgeschäft einem Supermarkt sehr ähnlich, nur der eine handelt mit Waren und der andere mit Geld: Und dann vergleiche man mal die gesetzlichen Regeln für Supermärkte und diejenigen für Banken. Und Geld ist ja nicht irgendeine Ware bedarf aber weniger und sehr klarer Geschäftsregeln. Und wenn die das Gewerbe selbst nicht schaffen kann, dann ist der Gesetzgeber gefragt.
Es gibt viele Leute, die putzen die Wohnung selber, mähen den Rasen
und schrauben an ihren Autos herum - und übergeben ihr
Vermögen in die Hände von Fremden in der Bank.
Andersherum wäre es sinnvoller: Machen Sie sich bei den
komplizierten Dingen selber schlau und überlassen Sie das Einfache
anderen.