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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Die Vermögensfrage Beratung und Verkauf in der Finanzberatung trennen

 ·  Ärzte und Pharmazeuten als Vorbilder: Anleger würden vor vielen Verlusten geschützt, wenn Finanzinstitute nicht gleichzeitig als Berater und Finanzanbieter aufträten.

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Norman Argubi
Norman Argubi (argubi) - 16.01.2012 16:50 Uhr

Motivationen beachten

Gut, ob man ausgerechnet die Pharmaindustrie als positives Beispiel nennen muss, mag bezweifelt werden. auch hier wurden schon genug Ärzte durch Geschenke, Reisen etc motiviert, lieber diese als eine andere Arznei zu empfehlen.

Ich selber bin unabhängiger Finanzberater seit über 20 Jahren selbständig. Ich kann von Provisionen, könnte auch von Beratungshonoraren leben. Dazu muss man sich aber erst ein entsprechendes Standing aufbauen, was jungen Kollegen am Anfang nicht gelingen kann.

Unsere Motivation auch im Gespräch mit vielen Produktanbieter geht in eine andere Richtung. Baue doch die Verträge so, dass weniger oder keine Abschlussprovision fällig wird und lass und dauerhaft am Erfolg beteiligen.

Das würde dauerhaft dazu führen, dass Vermittler, Gesellschaft und Kunden am gleichen Strang ziehen. Das Hauptproblem heute ist doch, dass die meisten die Gebühren vorab nehmen und hinterher ihnen der Anlageerfolg egal sein kann.

Gemeinsame Freude und Leid wäre ein einfaches Mittel.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.01.2012 09:16 Uhr
Thomas Junggeburt

Zwei paar Schuhe

Ich hatte den Vorschlag anders verstanden: Statt Abschlussprovisionen sollten die Vermittler mehr Bestandsprovisionen erhalten.
Damit haben sie ein großes Interesse an lang laufenden Kundenbeziehungen und sind am wirtschaftlichen Verlauf der Geldanlage beteiligt.
Die von Ihnen angesprochene Erfolgsbeteiligung ist die des Produzenten und bezieht sich in der Regel nicht auf die Provisionen.
Eine höhere Gewichtung der Bestandsprovisionen zu Lasten der Abschlussprovisionen scheint mir der vernünftigste Weg aus dem Dilemma zu sein. Honorare hätten meines Ermessens den Nachteil, dass viele Menschen die Vorsorge noch mehr vernachlässigen (weshalb der Vorschlag auch sehr häufig aus der Ecke der Staatsgläubigen kommt), die Nachteile der Abschlussprovisionen wurden ja schon aufgezeigt.
Beratung und Verkauf zu trennen löst meiner Meinung nach keine Probleme, der Blick auf das Verhältnis von Arzt und Apotheker zeigt dies doch (teure Beratung UND teure Produkte, ohne Qualitätsgewinn).

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Kurt Michler

Das gibt es ja angeblich schon.

Nur wenn Sie dann den Vertrag genau anschauen, will der Finanzberater nur im Erfolgsfall beteiligt sein, nicht aber ggf. am Mißerfolg. Und selbst wenn, gibt es nur einen arg begrenzten Verlustvortrag. Wenn es dann im letzten Quartal um 20 % gen Süden geht, ist das im Bezug auf das Erfolgshonorar üblicherweise am 31.12. "verjährt". Wenn der Finanzberater quartalsweise abrechnet, kann es sogar sein, dass er übers Jahr Erfolgshonorar kassiert, obwohl das Depot am Jahresende gegenüber dem Jahresanfang dick im Minus steht. Und wenn es dann im Januar des Folgejahres die übliche Zwischenerholung gibt, ist der Finanzberater schon wieder am "Gewinn" beteiligt, obwohl das Depot immer noch nicht den Verlust aufgeholt hat, weil für die Berechnung des Honorars der Verlust nicht über den 31.12. fortgeschrieben wird. Ganz zu schweigen vom festgelegten Maßstab für Gewinn oder Verlust. Da werden ja manchmal die abenteuerlichsten Indizes als Vergleich festgelegt.

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Kurt Michler

Sag ich doch!

Da ist er ja schon, der "Autobahn-Finanzberater", wie uns Herr Bernhard soeben mitteilt. "Zuwax".

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Ingo Bernhard

"Zuwax" ist der neutrale Versorger und Bäcker für diese Dienstleistung den es bereits gibt

Beratung und Verkauf in der Finanzberatung zu trennen, ist der einzig sinnvolle Weg. Aber so lange die Finanzlobby stärker ist wie das Verbraucherschutzministerim dürfte sich daran nicht viel ändern.

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Ingo Bernhard

Eine Trennung ist sehr zu begrüßen - Es gibt bereits den "Bäcker" der Anleger neutral versorgt: Zuwa

Beratung und Verkauf in der Finanzberatung zu trennen, ist der einzig sinnvolle Weg. Aber so lange die Finanzlobby stärker ist wie das Verbraucherschutzministerim dürfte sich daran nicht viel ändern.

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Kurt Michler

Nachtigall ick hör dir trapsen

Das würde uns gerade noch fehlen, der amtliche Finanzberater, den sich Herrn Lohmann wünscht. Was der nicht kennt oder nicht mag, "verschreibt" er mit nicht; und ohne sein Rezept darf ich mir nichts kaufen. Die Zwangsbesuch in ihrer Sprechstunde würde den Honorarberatern natürlich gefallen. Der Vergleich mit dem Schornsteinfeger trifft den Nagel auf den Kopf; dazu stand ja mal in der FAZ: Bezirksschornsteinfeger - die Lizenz zum Gelddrucken. Wie früher der "Autobahntierarzt" für den Landwirt, gibt es dann bald für Selbstentscheider den Autobahn-Finanzberater, der dort regelmässig auf Parkplätzen "Sprechstunde" abhält und mir ein Rezept ausstellt für das Finanzprodukt, das ich selbst will.
Natürlich muss ich wissen, dass ein Bankberater mir in erster Linie etwas verkaufen und mich nur begrenzt beraten will. Aber wenn ich zum BMW-Händler gehe, erwarte ich ja auch nicht, dass der mir sagt, für Ihre Zwecke kaufen sie besser einen VW Golf.

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Thomas Junggeburt

Klar, wie Arzt und Apotheker

Wo doch in Deutschland bei minimalen Kosten beste Volksgesundheit vorliegt, Die Analogie muss nicht vom Gesetzgeber herbeigeführt werden, die Zustände im Gesundheitswesen sind doch schon längst so traurig wie im Finanzbereich.

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Wolfgang Körner

Bankberater-eine Beleidigung

Renee Claude meint, man sollte sich bei komplizierten Dingen selber schlau machen. Aber wie soll das gehen, wenn ein Banker um die dreissig einer Person um die achtzig bis neuzig gegenübersitzt und sein "Wissen" innerhalb einer knappen Stunde über den völlig wissensfreien Anleger schüttet, das er sich in unzähligen Seminaren angeeignet hat. Die Anleger sind nach diesem Crashkurs nicht in der Lage zu erkennen, was eine gute bzw. sichere Anlage ist und stimmen den Vorschlägen des Beraters vertrauensvoll zu, der dann unmittelbar und ohne Zögern zum Verkauf schreitet. Damit werden überwiegend ältere Menschen in eine Falle gelockt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Selbst biedere Banken, wie Landes- und Volksbanken, die noch bis vor einigen Jahren einen Ruf von Vertrauen und Seriosität für sich in Anspruch nehmen konnten, scheuen sich nicht, auf diesen Zug aufzuspringen. Nicht umsonst ist der Beruf des Bankbeschäftigten im allgemeinen da angelangt, wo er hingehört, im Rinnstein.

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Jan Detmers
Jan Detmers (JanDEE) - 14.01.2012 19:03 Uhr

Bitte nicht die Fehler des Pharmasektors wiederholen!

Ich bin begeisterter Leser von Volker Lohmann, aber beim staatlich geförderten Honorarberater muss ich widersprechen. Dies Prinzip funktioniert schon im Pharmasektor nur leidlich. In der Gesundheitsindustrie wird die Kaufentscheidung eines verschreibungspflichtigen Medikamentes weder vom Konsumenten (Patient) noch vom Bezahler (Kasse) gefällt. Diese einmalige Konstellation führt mittels umherreisender „Pharmareferenten“ nachweislich zu überteuerten und unsinnigen Therapien, die lukrativ für Ärzte und Hersteller sind, aber weder betriebswirtschaftlich vernünftig noch gesundheitsfördernd sind. Die Lösung im Umgang mit Geld kann nur in Bildung liegen! Hier sind Schule und Elterhaus gefordert. Es kann doch nicht angehen, dass junge Menschen sogar ein Abitur bekommen können obwohl sie nicht ansatzweise in der Lage sind, die Gesamtkosten einer Hausfinanzierung oder eines 24-monatigen Handyvertrages zu ermitteln!

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Erich Arnold
Erich Arnold (olderich) - 14.01.2012 18:33 Uhr

Die Zeiten ändern sich

Hallo, in den 90ger Jahren des vergangangen Jahrhunderts konnte man trotz Provisionen und Ausgabeaufschlägen von 5% für Aktienfonds gute Gewinne machen, da war der Banker noch ein guter Ratgeber (Weil das Ergebnis für den Anleger stimmte). Im neuen Jahrtausend sind 5% Ausgabeaufschlag vernichtend für die schmale, bzw. gar nicht vorhandene Rendite. Die goldenen Eurozeiten sind bisher für den Kleinanleger gar nicht so golden, warum auch immer. Freundliche Grüße.

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Rolf-Dirk Maehler

So ist sie nun mal unsere Politik: Sie sind genauso wie die Banker, man denkt nur an eigene Vorteile

Anstelle endlich eine überfällige Finanzmarktstruktur zu schaffen, ist das Einzige was ihnen einfällt die "Finanzmarkttransaktionssteuer". Und wer auch nur ein paar Zahlen fehlerfrei zusammenzählen kann, der weiß natürlich, daß eine derartige Steuer absolut nichts bewirken kann, außer natürlich reichlich Geld in die Staatskassen zu spülen. Und die Berufssozialisten tun dann auch noch so als würde so eine Steuer nur die "Reichen" und die Banken treffen. Falsch, es wird wieder einmal nur der kleine Mann diese Steuer bezahlen, weil sie in die ganz normale "Feld, Wald und Wiesen-Kalkulation eingeht. Im Grundsatz ist ein Bankgeschäft einem Supermarkt sehr ähnlich, nur der eine handelt mit Waren und der andere mit Geld: Und dann vergleiche man mal die gesetzlichen Regeln für Supermärkte und diejenigen für Banken. Und Geld ist ja nicht irgendeine Ware bedarf aber weniger und sehr klarer Geschäftsregeln. Und wenn die das Gewerbe selbst nicht schaffen kann, dann ist der Gesetzgeber gefragt.

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Renee Claude
Renee Claude (recla) - 14.01.2012 16:50 Uhr

Do It Yourself

Es gibt viele Leute, die putzen die Wohnung selber, mähen den Rasen und schrauben an ihren Autos herum - und übergeben ihr Vermögen in die Hände von Fremden in der Bank.

Andersherum wäre es sinnvoller: Machen Sie sich bei den komplizierten Dingen selber schlau und überlassen Sie das Einfache anderen.

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