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Die Vermögensfrage : Die Abrechnung mit dem Finanzamt lohnt sich

  • -Aktualisiert am

Steuerlich abzugsfähig: Die Kosten für den Tiersitter akzeptiert das Finanzamt. Bild: obs

Eine Steuererklärung bringt einem Arbeitnehmer im Durchschnitt 900 Euro. Das ist ein üppiger Stundenlohn.

          Die Steuererklärung ist ein lästiges Unterfangen. Ordner werden gewälzt, Schachteln durchsucht und Stift und Taschenrechner gezückt. Wer fortschrittlich digital unterwegs ist, lässt das Programm der Finanzverwaltung rechnen. Doch ganz gleich, ob analog oder digital – eine Steuererklärung bringt zwei wesentliche Vorteile mit sich: Pünktlich zum Frühjahrsputz schafft sie Ordnung in den eigenen vier Wänden. Und in den meisten Fällen gibt es für die Mühen Geld. Im Schnitt haben die Finanzämter Arbeitnehmern 900 Euro überwiesen – ein Stundenlohn, der sich durchaus sehen lassen kann. Und wer etwa beruflich bedingt zwei Haushalte unterhält, bekommt schnell einige tausend Euro zurück.

          Allzu viel Zeit wird das Ausfüllen der Bögen für 2015 nicht beanspruchen. Die Finanzverwaltung macht es den Steuerzahlern leicht. Sie wartet lediglich mit einigen lapidaren Anpassungen auf. Nicht einmal bei den Bögen gibt es entscheidend Neues, was zu beachten wäre. Vorbei sind die revolutionären Zeiten, als das Finanzministerium rabiate Steueränderungen ersann, um Gelder in die Kasse zu spülen.

          So etwa die Entfernungspauschale, die in der Steuererklärung 2007 plötzlich erst ab dem 21. Kilometer berücksichtigt werden durfte. Oder das häusliche Arbeitszimmer, das die Finanzbeamten nur noch dann anerkennen durften, wenn es der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit war. Mehr Geld haben die kreativen Änderungen dem Staat sicher gebracht. Doch vor allem haben sie den gerichtlichen Instanzen Überstunden beschert und für eine ordentliche Auslastung der obersten Gerichte gesorgt, die inzwischen einen Großteil der Änderungen wieder kassiert haben.

          Doch selbst Bundesverfassungsgericht und Bundesfinanzhof bringen für die Steuererklärung 2015 keinen frischen Wind. Es gibt zwar einige relevante Urteile, von denen Steuerzahler profitieren. Doch beschränken sich diese weitestgehend auf den Anspruch auf Kindergeld und haushaltsnahe Dienstleistungen. So können Steuerzahler nun beispielsweise die Ausgaben steuerlich geltend machen, um Hund, Katze oder Meerschweinchen im Eigenheim versorgen und betreuen zu lassen.

          Generös gegenüber Familien

          Das Finanzamt akzeptiert bis zu 20.000 Euro mit 20 Prozent, also maximal 4000 Euro. Angesichts von rund 11,8 Millionen Katzen und rund 6,8 Millionen Hunden in deutschen Haushalten ein echtes Beschäftigungs- und Steuersparmodell. Das Finanzamt beteiligt sich jedoch nur dann an den Ausgaben, wenn der Tiersitter Hund oder Katze im Haushalt des Auftraggebers beaufsichtigt und der Rechnungsbetrag überwiesen wird.

          Von einer Änderung der Finanzverwaltung haben die Steuerzahler bereits im vergangenen Jahr profitiert. Im Dezember hat die Regierung rückwirkend den Grundfreibetrag erhöht – und zwar um 118 Euro auf 8472 Euro für Alleinstehende und 16.944 Euro für Verheiratete. Bis zu diesem Betrag werden keine Steuern fällig. Was zunächst generös klingt, bringt Steuerzahlern unterm Strich im besten Fall 46 Euro mehr auf dem Konto – wohlgemerkt im Jahr.

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