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Altersvorsorge Selbst ist die Frau

Frauen sollten sich bei der Altersvorsorge nicht unbedingt auf ihre Männer verlassen. Einfachheit und Preisvorteile sind die wichtigsten Punkte bei der Gestaltung des finanziellen Ruhestandes.

© Kai Weibliche Altersvorsorge

Geld im Alter kann ein Segen sein. Oft ist es aber auch eine Last. Wenn auf den Konten hohe Guthaben liegen, die zur Finanzierung des Ruhestandes nötig sind, haben zahlreiche Menschen mit der Strukturierung ihres Vermögens gewaltige Probleme. Das beginnt bei dem Druck, das Geld „anständig“ anzulegen, und hört bei der Frage auf, in welche Produkte es gesteckt werden soll. Hier stehen Frauen und Männer im Grunde vor denselben Schwierigkeiten, doch das Verhalten ist unterschiedlich.

Männer stehen auf dem Standpunkt, beim Geld alles im Griff zu haben, doch das ist ein Märchen. Da sind Frauen in der Regel ehrlicher. In vertrauter Runde und bei Likör geben sie ohne Umschweife zu, dass ihnen der Umgang mit Geld im Alter doch Sorgen bereitet. Da ist es kein Wunder, dass die Banken auch in Zukunft die großen Gewinner bleiben werden. Ihnen bläst zwar seit der Finanzkrise heftiger Wind ins Gesicht, aber wenn es um Geld geht, können sie darauf bauen, dass Frauen weiter zu ihnen kommen werden. Das ist aber mit Gefahren für Leib und Seele verbunden. Vorteilhafter ist, sich bei der Gestaltung der finanziellen Ruhestandes nicht auf Männer zu verlassen.

Eine ledige Ärztin, 66 Jahre jung, hat Ende des letzten Jahres ihre Praxis verkauft. Es sind Kapitalversicherungen fällig geworden, und das Versorgungswerk hat die Bezüge auf Betreiben der Ärztin auf einen Schlag ausbezahlt. Nun liegen seit einigen Wochen rund 950.000 Euro auf den Konten und harren der Verwendung. Das mag auf den ersten Blick viel Geld sein, doch beim zweiten Blick trübt sich der Ruhestand ein. Die Ärztin ist gesund und munter. Sie baut darauf, mindestens 90 Jahre alt zu werden. Trotz ihrer Lebensfreude ist die Dame auf Sicherheit bedacht und will mit der knappen Million kein Risiko eingehen. Außerdem rechnet sie in den nächsten Jahren mit einer Inflation von mindestens 2 Prozent pro Jahr.

Das sind in jeder Hinsicht „unerfreuliche“ Vorgaben. Wer auf Sicherheit setzt, kann zurzeit nach Steuern mit einem Anlagezins von bestenfalls 2 Prozent rechnen. Wird eine Geldentwertung in ähnlicher Höhe erwartet, strebt die Verzinsung gegen null. Letztlich brauchen die 950.000 Euro nur durch die „Restlaufzeit“ der Medizinerin geteilt werden. Bei 24 Jahren kommen 3299 Euro pro Monat heraus, so dass die erste Aufgabe gelöst zu sein scheint. Davon ist die Ärztin aber ein ganzes Stück entfernt, weil sie davon träumt, jeden Monat wenigstens 4000 Euro ausgeben zu können.

Viele Gespräche enden mit faulen Kompromissen

Der Wunsch ist aber nicht erfüllbar, und das ist der wunde Punkt vieler Beratungen. Die Anleger haben Träume, und die Verkäufer nur selten den Mut zu dem Hinweis, dass nicht passend gemacht werden kann, was eben nicht geht. Daher enden viele Gespräche mit faulen Kompromissen. Hier eine Beteiligung, da ein Investmentfonds, dort eine Rentenversicherung. Bei einem Anlagebetrag von 950.000 Euro muss jeder Verkäufer unruhig werden, weil Provisionen von 4 bis 5 Prozent beziehungsweise 38.000 bis 47.500 Euro winken.

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