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Vermögensentwicklung Mehr deutsche Millionäre 

 ·  Die Zahl der deutschen Haushalte mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar ist 2011 um 8 Prozent gestiegen. Die Euro-Krise belastet aber die Vermögensentwicklung in Westeuropa.

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© REUTERS Luxusgeschäft in Singapur

Die Zahl der reichen Deutschen nimmt trotz der europäischen Staatsschuldenkrise zu. Nach Angaben der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) ist die Zahl der deutschen Haushalte, die über umgerechnet mehr als eine Million amerikanische Dollar (807.000 Euro) in Form von Bargeld, Wertpapieren oder Fonds verfügen, 2011 um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit insgesamt 345.000 Millionärshaushalten nimmt Deutschland damit weltweit den fünften Rang hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien und knapp vor der Schweiz ein.

Im Vergleich der Superreichen, also Haushalten mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar, rangiert Deutschland auf Rang drei hinter Amerika und Großbritannien, aber noch vor Russland und China. Die Zahl dieser hochvermögenden deutschen Haushalte blieb mit 807 konstant. In stärker von der Krise betroffenen Ländern wie Spanien und Italien ist die Zahl der Millionärshaushalte im vergangenen Jahr hingegen zurückgegangen.

Stagnierende Kurse

Nach Angaben der BCG sind die von Privatpersonen angelegten Vermögenswerte im vergangenen Jahr insgesamt nur moderat um 2 Prozent auf knapp 123 Billionen Dollar angestiegen. Das ist ein schwächerer Zuwachs als 2010, als das Vermögen noch um knapp 7 Prozent angeschwollen war. In verschiedenen Regionen der Erde gab es stark unterschiedliche Trends. In den etablierten Industrieländern fiel die Entwicklung im Durchschnitt leicht negativ aus.

Das lag zum Teil an den stagnierenden Kursen am amerikanischen Aktienmarkt und den negativen Auswirkungen der Staatsschuldenkrise in Europa. In den BRIC-Staaten, den aufstrebenden Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China, stieg das verwaltete Vermögen dagegen um knapp 19 Prozent an. Die Fachleute der BCG prognostizieren, dass die globalen Vermögenswerte in den kommenden fünf Jahren um vier bis fünf Prozent im Jahr auf mehr als 150 Billionen Dollar steigen werden. „Eine Erholung der Aktienmärkte erscheint generell wahrscheinlich“, sagte Ludger Kübel-Sorger, Fachmann für Vermögensverwaltung bei der Beratungsgesellschaft.

Die reichste Region der Welt

Mit einem verwalteten Vermögen von 38 Billionen Dollar bleibt Nordamerika trotz eines Rückgangs um knapp 1 Prozent weiterhin die reichste Region der Welt. Angesichts einer Verunsicherung der Anleger gingen dort 2011 die Anlagen in Aktien und Anleihen zurück. Dagegen wuchs der Anteil von Bargeld und Bankeinlagen am Vermögen.

In Westeuropa, der zweitreichsten Region, schrumpften die Vermögenswerte um 0,4 Prozent auf knapp 34 Billionen Dollar. In Deutschland belief sich das Privatvermögen auf 6,4 Billionen Dollar - also knapp ein Fünftel der Gesamtsumme. Da die Kurse an den europäischen Aktienmärkten im vergangenen Jahr stark unter Druck geraten waren und Investoren Anlagen umschichteten, ging die Summe des in Aktien investierten europäischen Vermögens um mehr als 7 Prozent zurück. Anlagen in Anleihen, Bargeld und Bankeinlagen nahmen dagegen zu.

Die drittreichste Region ist Asien mit einem Vermögenszuwachs um knapp 11 Prozent auf fast 24 Billionen Dollar. Triebfeder war das starke Wirtschaftswachstum. An vierter Stelle folgt Japan mit einem Rückgang um 2 Prozent auf knapp 18 Billionen Dollar. Bedingt wurde der Rückgang von den negativen konjunkturellen Auswirkungen des Erdbebens und der schwachen Tendenz am Aktienmarkt.

Trotz eines Rückgangs der Dollar-Millionäre in den Vereinigten Staaten und Japan ist die Zahl der Millionärshaushalte 2011 insgesamt um 175000 auf 12,6 Millionen gestiegen - vor allem wegen neuer Millionäre in China und Indien. Allein in China ist die Zahl der Millionärshaushalte um fast 200000 auf nun mehr als 1,4 Millionen gestiegen. Die höchste Millionärsdichte hat weiter Singapur. Mehr als 17 Prozent aller Haushalte verfügen dort über ein Privatvermögen von mindestens einer Million Dollar. Gefolgt wird der südostasiatische Stadtstaat von Qatar (14 Prozent), Kuweit (12 Prozent) und der Schweiz (10 Prozent).

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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