Home
http://www.faz.net/-hbv-6ze0a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Urteil zu Onlinebanking Kunden haften selbst für leichtfertige Fehler

Bankkunden müssen selbst für die Kosten aufkommen, wenn sie leichtfertig mit ihren Transaktionsnummern für das Onlinebanking umgehen und Betrüger dann ihr Konto plündern. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.

© dapd Vergrößern Wer seine Tans als Onlinebank-Kunde nicht schützt, muss für den Schaden im Zweifelsfall selbst aufkommen.

Wer beim Onlinebanking auf eine gefälschte Internetseite hereinfällt, muss den Schaden meist selber tragen. Das hat der Bundesgerichtshof am Montag klargestellt. Seinen Prozess verloren hat damit ein Rentner, von dessen Konto Betrüger offenbar 5000 Euro abgebucht hatten. Er hatte zuvor für eine andere Überweisung am Heimcomputer seine persönliche Geheimzahl (PIN) sowie zehn Transaktionsnummern von einer Liste (iTANs) eingetippt. Den Empfänger bei einem griechischen Geldinstitut konnte die Polizei nicht ermitteln. Der Rentner war nach seiner eigenen Darstellung Opfer eines „Pharming-Angriffs“ geworden. Dabei werden Nutzer durch ein Schadprogramm auf eine täuschend echt aussehende Homepage umgeleitet, die von Kriminellen eingerichtet wurde.

Mehr zum Thema

Joachim Jahn Folgen:      

Der Karlsruher Bankensenat bewertete dieses Verhalten als fahrlässig. Schon damals habe die Bank bei jedem Log-In-Vorgang ausdrücklich davor gewarnt, auf Anforderung mehr als eine iTAN auf einmal einzugeben. Damit habe der Kunde seine Vertragspflichten verletzt, weil er die erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen habe (Az.: XI ZR 96/11).

Bank trifft keine Schuld

Das Kreditinstitut traf nach Ansicht der obersten Zivilrichter keine Mitschuld. Es habe zwar die Pflicht, ein möglichst wenig missbrauchsanfälliges System bereitzustellen. Doch damals habe das iTAN-Verfahren dem Stand der Technik entsprochen. Auch müsse eine Bank einen Kunden nicht davor schützen, dass durch eine Transaktion sein Konto und sein Kreditrahmen überschritten werden.

Die Richter ließen offen, ob sie das Verhalten nur als „leicht fahrlässig“ bewerten. Seit einer Gesetzesänderung, die am 1. Oktober in Kraft trat, haften Bankkunden nur dann für einen Betrag von mehr als 150 Euro, wenn sie „vorsätzlich oder grob fahrlässig“ gegen ihre Sorgfaltspflichten verstoßen (Paragraph 675v des Bürgerlichen Gesetzbuchs).

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bankwesen Rentner entdecken das Online-Banking für sich

Die Sicherheitsbedenken unter älteren Menschen sind zwar groß. Aber die Banken bieten Seminare zur Aufklärung an - teils von Senior zu Senior. Mehr Von Thomas Klemm

20.02.2015, 07:51 Uhr | Finanzen
Pistorius-Prozess Schuldig wegen fahrlässiger Tötung

Die zuständige Richterin Masipa sprach den Sportler wegen fahrlässiger Tötung für schuldig, vom Vorwurf des Mordes sprach sie allerdings frei. Das Strafmaß ist noch nicht bekannt. Mehr

12.09.2014, 12:20 Uhr | Aktuell
Kreditbearbeitungsgebühren Meistens siegen die Bankkunden

Nach dem BGH-Urteil zu Kreditgebühren sind 100.000 Beschwerden beim Bankenverband eingegangen. Sechs Ombudsleute haben Tausende Streitfälle zu schlichten. Mehr Von Thomas Klemm

18.02.2015, 07:48 Uhr | Finanzen
Strafmaß verkündet Pistorius muss für fünf Jahren ins Gefängnis

Oscar Pistorius ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im September war der Paralympics-Sprinter bereits wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steinkamp schuldig gesprochen worden. Mehr

21.10.2014, 11:55 Uhr | Gesellschaft
Zukunft der Bankfiliale Bankkunden suchen die Filiale nur noch selten auf

Die meisten Geschäftsbanken wollen Filialen schließen, um Kosten zu senken. Die Bankkunden möchten allerdings nicht ganz auf die Zweigstellen verzichten. Die Hypo-Vereinsbank setzt nun auf Online-Filialen. Mehr Von Markus Frühauf

20.02.2015, 11:56 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.04.2012, 16:44 Uhr

Geld & Leben

"Meine Finanzen" hat die richtigen Tipps für jede Lebenslage. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Zinsen
Wertpapiersuche