Home
http://www.faz.net/-hbv-6ze0a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
 

Urteil zu Onlinebanking Kunden haften selbst für leichtfertige Fehler

 ·  Bankkunden müssen selbst für die Kosten aufkommen, wenn sie leichtfertig mit ihren Transaktionsnummern für das Onlinebanking umgehen und Betrüger dann ihr Konto plündern. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)

Wer beim Onlinebanking auf eine gefälschte Internetseite hereinfällt, muss den Schaden meist selber tragen. Das hat der Bundesgerichtshof am Montag klargestellt. Seinen Prozess verloren hat damit ein Rentner, von dessen Konto Betrüger offenbar 5000 Euro abgebucht hatten. Er hatte zuvor für eine andere Überweisung am Heimcomputer seine persönliche Geheimzahl (PIN) sowie zehn Transaktionsnummern von einer Liste (iTANs) eingetippt. Den Empfänger bei einem griechischen Geldinstitut konnte die Polizei nicht ermitteln. Der Rentner war nach seiner eigenen Darstellung Opfer eines „Pharming-Angriffs“ geworden. Dabei werden Nutzer durch ein Schadprogramm auf eine täuschend echt aussehende Homepage umgeleitet, die von Kriminellen eingerichtet wurde.

Der Karlsruher Bankensenat bewertete dieses Verhalten als fahrlässig. Schon damals habe die Bank bei jedem Log-In-Vorgang ausdrücklich davor gewarnt, auf Anforderung mehr als eine iTAN auf einmal einzugeben. Damit habe der Kunde seine Vertragspflichten verletzt, weil er die erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen habe (Az.: XI ZR 96/11).

Bank trifft keine Schuld

Das Kreditinstitut traf nach Ansicht der obersten Zivilrichter keine Mitschuld. Es habe zwar die Pflicht, ein möglichst wenig missbrauchsanfälliges System bereitzustellen. Doch damals habe das iTAN-Verfahren dem Stand der Technik entsprochen. Auch müsse eine Bank einen Kunden nicht davor schützen, dass durch eine Transaktion sein Konto und sein Kreditrahmen überschritten werden.

Die Richter ließen offen, ob sie das Verhalten nur als „leicht fahrlässig“ bewerten. Seit einer Gesetzesänderung, die am 1. Oktober in Kraft trat, haften Bankkunden nur dann für einen Betrag von mehr als 150 Euro, wenn sie „vorsätzlich oder grob fahrlässig“ gegen ihre Sorgfaltspflichten verstoßen (Paragraph 675v des Bürgerlichen Gesetzbuchs).

  Weitersagen Kommentieren (20) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Exklusiv in der F.A.Z. Wirtschaft fühlt sich von Plänen zu Rente 63 überrumpelt

Arbeitgeber fordern Erleichterungen für die Beschäftigung von Rentnern, Eni-Chef Scaroni fordert in Europa die „Vereinigten Staaten für Energie“ und der Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist zufrieden mit dem ersten Quartal. Mehr

03.04.2014, 07:20 Uhr | Wirtschaft
IT-Panne bei Deutscher Bank Tausende Euro zu viel abgebucht

Das war ein schlechter Aprilscherz: Zum Quartalsabschluss gab es für einige Kunden ein sattes Minus auf ihrem Konto. Zu den Ursachen der Panne hält sich die Deutsche Bank bedeckt. Mehr

04.04.2014, 07:55 Uhr | Finanzen
Kleingeld eintauschen Ein Sparschwein kann kostspielig sein

Viele Deutsche sammeln ihr Kleingeld. Die Banken nehmen die Münzen zwar an. Doch manche Einzahlung kommt den Kunden teuer zu stehen. Mehr

03.04.2014, 08:05 Uhr | Finanzen

24.04.2012, 16:44 Uhr

Weitersagen
 
Geld & Leben

"Meine Finanzen" hat die richtigen Tipps für jede Lebenslage. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Teurer Parkplatz Sparbuch

Von Kerstin Papon

Beim Einkaufen jagen die Deutschen nach jedem Cent Rabatt. Beim Geldanlegen aber zahlen sie aus Bequemlichkeit drauf. Mehr 7 12

Zinsen
Wertpapiersuche