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Unisex-Tarife Gleichheit in der Versicherung

 ·  Unisextarife verlangen, dass von Dezember an Versicherungsprämien für Frauen und Männer gleich hoch sein müssen. Also lieber vorher noch einen Vertrag zu den alten Konditionen abschließen? Oder besser abwarten?

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Der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau kann ganz schön große Folgen haben. Und seit dem Kampf der Geschlechter um einheitliche Versicherungstarife lassen sich die auch beziffern: Bisher machte es, übers Leben gesehen, locker ein paar zehntausend Euro aus, bei manchen Policen sogar hunderttausend, je nachdem, ob man nun männlich oder weiblich war. Doch damit ist nun Schluss, denn vom 21. Dezember an dürfen Versicherer nur noch Unisextarife anbieten.

Hier wird's billiger für Frauen

Hier wird's teurer für Frauen

Hier wird's billiger für Männer

Hier wird's teurer für Männer

Mit diesen neuen Einheitstarifen sollen Männer und Frauen für die gleichen Policen auch das Gleiche zahlen. Bisher mussten Frauen für Verträge wie zum Beispiel Renten-, Pflege- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen deutlich mehr hinlegen als die Männer. Weil sie laut Statistik älter würden und daher über einen längeren Zeitraum Leistungen beziehen. Das mache es teurer, eine Frau langfristig abzusichern, lautete die Begründung der Versicherungswirtschaft. Deswegen bekamen Männer solche Verträge günstiger. Umgekehrt zahlten Männer mehr für die Auto-, Unfall- und der Risikolebensversicherung, wegen ihres größeren Hangs zum Risiko und ihres statistischen Frühablebens. Das macht es wahrscheinlicher, dass die Versicherungen früher als bei Frauen zahlen müssen.

Versicherer nutzen Unisex-Tarife für Preiserhöhungen

Grund für die Unisextarife ist ein Urteil des Europäische Gerichtshofs vom 1. März 2011. Das hat die Frauen- und Männertarife mit Blick auf die Gleichstellungsrichtlinie für unzulässig erklärt. Kein Kunde dürfe allein aufgrund seines Geschlechts einen Nachteil haben. Schließlich könne man sich ja sein Geschlecht nicht aussuchen.

Dieses Urteil muss nun zum 21. Dezember in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Dann zahlt dasjenige Geschlecht, das vorher bessergestellt war, mehr. Und umgekehrt. Es wäre aber naiv, anzunehmen, dass der neue Preis in der Mitte zwischen altem Männer- und altem Frauentarif liegt. Die Versicherer werden die Einführung der Unisextarife auch für Preiserhöhungen nutzen, die sie mit dem Aufwand erklären, den sie durch die Neuberechnung haben. Praktisch unverändert bleiben dürften bei Männern die Konditionen der Kapitallebensversicherung und bei Frauen die der Pflegeversicherung.

Taillenumfang oder Body-Mass-Index

Der Zwang zum Unisex gilt für alle Verträge, die vom 21. Dezember an neu geschlossen werden. Wer kurz vorher noch einen Versicherungsantrag stellt, um sich die alten Konditionen zu sichern, sollte also sichergehen, dass der bis zum 21. Dezember vom Versicherer angenommen wird. Einige Versicherer bieten auch Übergangstarife an, bei denen die Kunden wählen können, ob sie nach altem oder neuem Recht versichert werden wollen. Andere garantieren eine Wechseloption, mit denen man nach dem 21. Dezember in den Unisextarif wechseln kann. Alte Verträge bleiben aber in jedem Fall unberührt.

Vorsichtig sollte sein, wer von 2013 an Versicherungssummen aufstockt oder Konditionen in Altverträgen nachjustiert. Solche Vertragsanpassungen werden von manchen Gesellschaften wie Neuverträge behandelt und würden damit unter die Unisexregelung fallen. Und schließlich werden einige Versicherer auch künftig Möglichkeiten nutzen, um nicht alle Kunden in einen Risikotopf zu werfen: Krankenkassen und Lebensversicherer etwa werden mit neuen Indikatoren wie Taillenumfang oder Body-Mass-Index versuchen, das Risiko von Mann und Frau neu in den Griff zu bekommen.

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