http://www.faz.net/-hbv-93olq

Teures Jahresende : Wie der Fiskus die Weihnachtsfeier vermiesen kann

  • -Aktualisiert am

Der Weihnachtsmann auf der Adventsfeier dürfte den Fiskus wenig jucken. Hauptsache, die Geschenke liegen nicht über dem Budget. Bild: dpa

Weihnachts- und ähnliche Betriebsfeiern sind beliebt. Doch für den Arbeitgeber gilt: Nicht zu oft und nicht zu üppig. Sonst macht’s die Steuer teuer.

          Veranstaltungen wie die jährliche Weihnachtsfeier oder der Betriebsausflug im Sommer kommen häufig im Rahmen der Lohnsteuer-Außenprüfung auf den Prüfstand. Bisher hatten Arbeitgeber dadurch keine weitere Mehrbelastung zu befürchten. Die Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) ermöglicht der Deutschen Rentenversicherung nunmehr jedoch, Beiträge für bisher nicht versteuerte Betriebsveranstaltungen zu erheben.

          Dem Arbeitgeber drohen nicht nur Beitragsnachzahlungen von rund 40 Prozent der Veranstaltungskosten, sondern auch Säumniszuschläge in Höhe von einem Prozent je Monat seit dem Veranstaltungszeitpunkt. Dies ist besonders schmerzlich, da die Prüfung der Deutschen Rentenversicherung in der Regel einen Vierjahreszeitraum abdeckt. Die beanstandete Veranstaltung kann daher bei der Prüfung schon Jahre zurückliegen.

          Grundsätzlich ist die Teilnahme eines Arbeitnehmers an bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Kalenderjahr steuerfrei, wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers inklusive Umsatzsteuer den Betrag von 110 Euro je Teilnehmer pro Veranstaltung nicht übersteigen. Die Steuerfreiheit führt grundsätzlich auch zur Sozialversicherungsfreiheit.

          Übersteigen die Kosten pro Teilnehmer den Freibetrag von 110 Euro oder nimmt ein Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr teil, kann der Arbeitgeber die steuerpflichtige Veranstaltung mit pauschal 25 Prozent (zuzüglich Soli und Kirchensteuer) für den Arbeitnehmer übernehmen.

          Die Sozialversicherungsfreiheit ist nach der Neuregelung nur noch gegeben, wenn der Arbeitgeber bis zum 28. Februar des Folgejahres die Pauschalsteuer abführt. Gerade zum Jahreswechsel ist die zeitnahe Erfassung von Veranstaltungen schwierig, da häufig Teilnehmerlisten, Reisekosten und Eingangsrechnungen erst im Folgejahr vorliegen.

          Arbeitgeber sollten daher zeitnah prüfen, ob die Weihnachtsfeier die Voraussetzung einer steuerfreien Betriebsveranstaltung erfüllt. Steuerpflichtige Veranstaltungen sind bis zum 28. Februar in die Lohnsteueranmeldungen aufzunehmen.

          Stephanie Saur ist Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei KPMG in Düsseldorf.

          Quelle: F.A.S.

          Weitere Themen

          Das ändert sich 2018

          Mehr Kindergeld : Das ändert sich 2018

          Wie viel Kindergeld bekommen Familien im nächsten Jahr? Was ändert sich bei der Rente, der Kranken- und Sozialversicherung oder bei Verkehr und Verbraucherschutz? FAZ.NET gibt einen Überblick zu den wichtigsten Neuerungen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Zweite Chance für die GroKo : Zwischen gestern und morgen

          Diese Woche traf sich der CDU-Bundesvorstand zur Besprechung der Wahlanalysen und zur Klärung der Frage, wie man der SPD begegnen solle. Es wurde deutlich: Für eine große Koalition gibt es noch allerhand Unwägbarkeiten.
          Das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon (Archivaufnahme von 2008)

          Verteidigungsministerium : Das Pentagon forschte jahrelang nach UFOs

          Über Jahre wurden Millionen-Aufwendungen für das „Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft-und Weltraum“ im Verteidigungshaushalt versteckt. Doch auch nach Ablauf des Programms verfolgten Mitarbeiter Berichte über UFOs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.