Home
http://www.faz.net/-hbv-74a4s
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 10.11.2012, 19:23 Uhr

Steuertipp Zusammen oder getrennt veranlagen lassen?

Ehepaare stehen steuerlich jedes Jahr aufs Neue vor der Entscheidung, ob sie sich zusammen wie „ein“ Steuerpflichtiger veranlagen lassen sollen. In einigen Fällen ist eine getrennte Veranlagung von Vorteil.

© Bengt Fosshag

Zusammen oder getrennt? Eine Frage, die mit dem „Ja“ zur Eheschließung vermeintlich beantwortet ist. Doch steuerlich stehen Ehegatten jedes Jahr aufs Neue vor der Entscheidung, ob sie sich zusammen wie „ein“ Steuerpflichtiger veranlagen lassen oder ob sie die sogenannte getrennte Veranlagung „wie zwei Ledige“ wählen sollen.

Die Besonderheit der Zusammenveranlagung liegt im Splitting-Tarif, der insbesondere bei hohen Einkommensunterschieden zwischen Eheleuten vorteilhaft sein kann. Weiteres Plus: die steueroptimale Nutzung von Frei- und Abzugsbeträgen. Die getrennte Veranlagung kann dagegen beispielsweise bei hohen außerordentlichen Einkünften, wie aus einer Abfindung, vorteilhaft sein. Solche Einkünfte genießen eine Steuerermäßigung, die unter Umständen durch eine Zusammenveranlagung wieder zunichtegemacht wird.

Bis Silvester haben Paare noch Zeit

Zum Jahresbeginn 2013 wurde die getrennte Veranlagung aber durch die Einzelveranlagung ersetzt, die das Prinzip der Individualbesteuerung stärker berücksichtigt. Seitdem kann grundsätzlich nur derjenige Ehegatte die Aufwendungen geltend machen, der sie wirtschaftlich getragen hat. Lediglich die hälftige Aufteilung der Aufwendungen ist auf Antrag möglich. Das sollten Ehepaare bereits im Vorfeld der Zahlung beachten. Bei den außergewöhnlichen Belastungen errechnet sich die Zumutbarkeitsgrenze künftig anhand der Einkünfte des jeweiligen Ehegatten. Die Frage, ob zusammen- oder einzelveranlagt, sollte daher gut überlegt werden. Die Wahl ist künftig mit der Einreichung der Einkommensteuererklärung bindend. Eine Änderung danach ist nur noch in bestimmten Ausnahmefällen möglich.

Und übrigens: Selbst wer sich erst an Silvester standesamtlich traut, kann die besonderen Veranlagungsformen für Ehegatten noch für die gesamten Einkommen des Jahres nutzen.

Die Autorin ist Steuerberaterin und Senior Manager der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Quelle: F.A.S.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ehegattensplitting Und das soll gerecht sein?

Unverheiratete Paare zahlen Tausende Euro mehr Steuern als Eheleute. Das ist ziemlich ungerecht - und ließe sich gerechter machen. Mit einer ungewöhnlichen Lösung. Mehr Von Dyrk Scherff

01.02.2016, 15:14 Uhr | Finanzen
Silvesternacht Merkel äußert sich zu Übergriffen in Köln

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zu den Ereignissen an Silvester in Köln geäußert. Dabei verurteilte sie die Übergriffe auf Frauen am Hauptbahnhof scharf. Mehr

07.01.2016, 16:51 Uhr | Politik
Steuertipp Kredite an Verwandte

Kann ein Verlust, der aus einem nicht zurückgezahlten Kredit an Verwandte oder Freunde entstanden ist, von der Steuer abgesetzt werden? Das Finanzgericht Düsseldorf hat dazu ein Urteil gefällt. Mehr Von Jürgen Lindauer

26.01.2016, 11:19 Uhr | Finanzen
Übergriffe an Silvester Einsatzbericht setzt Kölner Polizeipräsident unter Druck

Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers gerät durch den drastischen Bericht eines Bundespolizisten über die Zustände in der Silvesternacht immer stärker unter Druck. Der viel zu geringe Kräfteeinsatz brachte alle eingesetzten Kräfte ziemlich schnell an die Leistungsgrenze, heißt es in dem Papier. Mehr

08.01.2016, 09:51 Uhr | Politik
Getrenntes Wohnen Bei mir oder bei Dir?

Zwei Doppelbetten, zwei Garderoben, zwei Kühlschränke: Einige Ehepaare leben freiwillig in getrennten Wohnungen. Aber sind sie durch die neu geschaffenen Freiräume auch glücklicher? Mehr Von Judith Lembke

30.01.2016, 14:24 Uhr | Gesellschaft
Geld & Leben

"Meine Finanzen" hat die richtigen Tipps für jede Lebenslage. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Zinsen