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Veröffentlicht: 10.11.2012, 19:23 Uhr

Steuertipp Zusammen oder getrennt veranlagen lassen?

Ehepaare stehen steuerlich jedes Jahr aufs Neue vor der Entscheidung, ob sie sich zusammen wie „ein“ Steuerpflichtiger veranlagen lassen sollen. In einigen Fällen ist eine getrennte Veranlagung von Vorteil.

© Bengt Fosshag

Zusammen oder getrennt? Eine Frage, die mit dem „Ja“ zur Eheschließung vermeintlich beantwortet ist. Doch steuerlich stehen Ehegatten jedes Jahr aufs Neue vor der Entscheidung, ob sie sich zusammen wie „ein“ Steuerpflichtiger veranlagen lassen oder ob sie die sogenannte getrennte Veranlagung „wie zwei Ledige“ wählen sollen.

Die Besonderheit der Zusammenveranlagung liegt im Splitting-Tarif, der insbesondere bei hohen Einkommensunterschieden zwischen Eheleuten vorteilhaft sein kann. Weiteres Plus: die steueroptimale Nutzung von Frei- und Abzugsbeträgen. Die getrennte Veranlagung kann dagegen beispielsweise bei hohen außerordentlichen Einkünften, wie aus einer Abfindung, vorteilhaft sein. Solche Einkünfte genießen eine Steuerermäßigung, die unter Umständen durch eine Zusammenveranlagung wieder zunichtegemacht wird.

Bis Silvester haben Paare noch Zeit

Zum Jahresbeginn 2013 wurde die getrennte Veranlagung aber durch die Einzelveranlagung ersetzt, die das Prinzip der Individualbesteuerung stärker berücksichtigt. Seitdem kann grundsätzlich nur derjenige Ehegatte die Aufwendungen geltend machen, der sie wirtschaftlich getragen hat. Lediglich die hälftige Aufteilung der Aufwendungen ist auf Antrag möglich. Das sollten Ehepaare bereits im Vorfeld der Zahlung beachten. Bei den außergewöhnlichen Belastungen errechnet sich die Zumutbarkeitsgrenze künftig anhand der Einkünfte des jeweiligen Ehegatten. Die Frage, ob zusammen- oder einzelveranlagt, sollte daher gut überlegt werden. Die Wahl ist künftig mit der Einreichung der Einkommensteuererklärung bindend. Eine Änderung danach ist nur noch in bestimmten Ausnahmefällen möglich.

Und übrigens: Selbst wer sich erst an Silvester standesamtlich traut, kann die besonderen Veranlagungsformen für Ehegatten noch für die gesamten Einkommen des Jahres nutzen.

Die Autorin ist Steuerberaterin und Senior Manager der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Quelle: F.A.S.

 

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