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Steuertipp Wenn die Eltern ihr Haus den Kindern schenken

Wollen Eltern den Kindern ihr Haus noch zu Lebzeiten vermachen, aber weiter in der Immobilie wohnen, sollten sie sie unter Vorbehalt des Nießbrauchs verschenken. Das hat auch steuerlich Vorteile.

© Bengt Fosshag

Gerne schenken die Eltern ihre Wohnimmobilie noch zu Lebzeiten ihren Kindern. Sie wollen aber gleichzeitig weiter dort wohnen bleiben und bekommen daher ein Wohnrecht auf Lebenszeit eingeräumt. Doch das hat seine Tücken. Solange man die Wohnung selbst nutzt, werden die Schwächen eines bloßen Wohnrechts kaum spürbar. Anders jedoch, wenn der Schenkende auf Betreuung und Pflege angewiesen ist. Die Unterbringung in einer entsprechenden Einrichtung ist kostenintensiv. Die Vermietung der nicht mehr persönlich genutzten Immobilie wäre in diesem Moment hilfreich, könnten doch die Mieteinnahmen zur Finanzierung der Betreuungskosten verwendet werden. Doch die Vermietung an Dritte ist bei einem Wohnrecht nicht gestattet.

Daher sollten die Eltern die Wohnimmobilie unter Vorbehalt des Nießbrauchs verschenken. Dann sind sie flexibler. Bei einer Wohnimmobilie hat der Schenkende als Nießbraucher das Recht, die Wohnung - wie beim bloßen Wohnrecht - selbst zu nutzen. Darüber hinaus darf er die Wohnung auch an Dritte vermieten, um mit Mieterträgen andere Aktivitäten oder Pflegekosten zu finanzieren.

Die Schenkung unter Vorbehalt eines Nießbrauchs hat steuerlich den Charme, dass sie die Schenkungsteuer mindert. Denn die durch den Nießbrauch den Kindern entgangenen Mieteinnahmen werden - abgezinst auf den heutigen Wert - von der zu versteuernden Immobilie abgezogen. Dadurch kann der zu versteuernde Schenkungswert in den persönlichen Freibetrag hineinrutschen. So kann die Immobilie durch den Nießbrauch steuerfrei verschenkt werden. Dies gelingt umso eher, je früher sie übertragen wird, weil dann die Mietausfälle höher sind.

Nießbrauch auch bei Schenkung von Unternehmensbeteiligungen

Eine Schenkung unter Vorbehalt eines Nießbrauchs kann auch so ausgestaltet werden, dass der Schenkende nicht 100 Prozent der Mieterträge bei Fremdvermietung erhält. Einen Teil könnten die Beschenkten als Eigentümer der Immobilie bekommen. Das kann sinnvoll sein, wenn der Beschenkte die Instandhaltungskosten tragen soll und nicht der Schenker und Nießbraucher. Der Beschenkte muss dann allerdings die Mieteinnahmen auch in der Einkommensteuer als Einkünfte angeben.

Der Nießbrauch kann statt auf Immobilien übrigens auch auf die Schenkung von Unternehmensbeteiligungen bezogen werden. Dann könnten etwa Dividenden oder andere Erträge aus dem Unternehmen weiter dem Schenkenden zufließen. Der Wert dieser Erträge mindert ebenfalls den zu versteuernden Schenkungswert der Beteiligung. Wegen der möglichen Verfassungswidrigkeit des derzeitigen Schenkungsteuerrechts kann dieser Weg interessant sein.

Der Autor ist Steuerberater und Director bei KPMG.

Quelle: F.A.S.

 
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